Gigantisches Treffen in Tianjin

SCO-Gipfel in China: Vereinigung gegen Trump? China rollt roten Teppich für Putin aus

  • schließen

Ab Sonntag treffen sich in Tianjin die Staatschefs von China, Russland und Indien. Der wegweisende SCO-Gipfel könnte eine neue Weltordnung etablieren.

Update, 20.21 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin soll im Rahmen seines Besuchs in China den slowakischen Regierungschef Robert Fico treffen. Das kündigte laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Kreml-Berater Juri Uschakow am Sonntag am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) an. Fico soll am Mittwoch zu einer großen Militärparade nach Peking reisen. Wann das Treffen stattfinden soll und worüber Putin und Fico sprechen, sagte Uschakow nicht.

Neben Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán ist Fico einer der wenigen EU-Regierungschefs, die trotz des Ukraine-Kriegs ein gutes Verhältnis zu Moskau pflegen. Das Verhältnis zwischen europäischen Staats- und Regierungschefs und der slowakischen Regierung ist angesichts dieser Haltung ohnehin angespannt. Die Gespräche bei dem Gipfel in China dürften die Spannungen zwischen Bratislava und Brüssel weiter verschärfen.

SCO-Gipfel in China: China rollt roten Teppich für Putin aus

Update, 15.37 Uhr: China hat auch für Russlands Präsident Wladimir Putin den roten Teppich ausgerollt: Der Kreml-Chef ist beim 25. Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) eingetroffen. Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping begannen ihr Gespräch „im Stehen“, noch bevor der Gipfel begonnen hatte, berichtete ein Korrespondent der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Der Kreml-Chef sei als letzter der Staatschefs im Hauptpavillon für den offiziellen Empfang eingetroffen, heißt es in dem Bericht. Der offizielle Teil des Gipfels beginnt am Montag.

Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organization: Chinas Präsident Xi Jinping und dessen Ehefrau Peng Liyuan begrüßen Russlands Präsident Wladimir Putin.

Update, 13.20 Uhr: Chinas Staatschef Xi Jinping und der indische Regierungschef Narendra Modi haben sich heute beim Gipfel in China zu einem bilateralen Gespräch getroffen. Indien sei entschlossen, die Beziehungen zu China „auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen, Würde und Einfühlsamkeit“ voranzubringen, sagte Modi während des Treffens zu Xi, wie aus einem von ihm veröffentlichten Video auf X hervorgeht.

Kreml bestätigt: Putin trifft Indiens Ministerpräsident im Dezember

Update, 10.11 Uhr: Nach China ist Indien der größte Ölkunde Russlands. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sind die indischen Importe noch gestiegen. Zugleich gilt Russland als einer der wichtigsten Waffenlieferanten Indiens. Der Kreml hat inzwischen bestätigt, dass Präsident Wladimir Putin im Dezember für einen offiziellen Besuch nach Indien reisen. Putin hatte seine Auslandsreisen zuletzt erheblich eingeschränkt. Gegen den Kremlchef liegt seit März 2023 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) vor.

Weil Indien trotz des russischen Angriffskriegs weiter russisches Öl kauft, hatte die US-Regierung kürzlich Strafzölle von 50 Prozent auf indische Waren verhängt. Unterdessen treiben der indische Ministerpräsident Narendra Modi und Chinas Staatschef Xi Jinping eine Annäherung der beiden Länder voran, wie Modi am Rande des SOZ-Gipfels in China erkennen ließ. Beobachtern zufolge wollen Modi und Xi eine geschlossene Front gegen den Druck des Westens zeigen.

Vor Gipfel in China: Selenskyj fordert Druck auf Putin

Update, 31. August, 7.54 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin ist zu einem mehrtägigen Besuch in China eingetroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert indes Druck auf Moskau, den Krieg gegen Kiew zu beenden. Er habe mit Indiens Premierminister Narenda Modi, der Putin treffen wolle, gesprochen, damit bei dem Gipfel die Notwendigkeit unterstrichen werde, die russische Invasion zu beenden, sagte Selenskyj laut dpa im Vorfeld. Er erwarte, dass sich Modi für einen Waffenstillstand in der Ukraine einsetze.

SCO-Gipfel in China: Xi, Putin und Modi vereinen sich gegen Trump

Erstmeldung: Tianjin – Die nordchinesische Hafenstadt wird am Wochenende zum Schauplatz eines der bedeutendsten Gipfeltreffen des Jahres. Chinas Staatspräsident Xi Jinping begrüßt vom 31. August bis 1. September 2025 die Teilnehmer des 25. Gipfels der Shanghai Cooperation Organization (SCO). Darunter befinden sich unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin und Indiens Premierminister Narendra Modi. Wie der chinesische Staatssender CGTN berichtet, handelt es sich um das größte Gipfeltreffen seit Gründung der SCO.

Der SCO-Gipfel in Tianjin findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt: Während US-Präsident Donald Trump mit drastischen Zollerhöhungen den Handelskrieg verschärft, demonstrieren die SCO-Staaten Einigkeit. Die Organisation repräsentiert mittlerweile 42 Prozent der Weltbevölkerung und kontrolliert bedeutende Rohstoffvorkommen, wie Table.Media analysiert.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Besonders brisant ist Modis Rückkehr nach China. Der indische Premierminister betritt zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder chinesischen Boden – ein deutliches Signal an Washington nach Trumps jüngsten Zollmaßnahmen gegen Indien. Laut der Hindustan Times wird Modi beim SCO-Gipfel auf zahlreiche hochrangige Vertreter weiterer Länder treffen.

SCO-Gipfel in Tianjin: Diese Politiker und Staatschefs reisen an

NameLand / Organisation
Xi JinpingChina
Alexander LukaschenkoBelarus
Narendra ModiIndien
Massud PeseschkianIran
Qassym-Schomart ToqajewKasachstan
Sadyr DschaparowKirgistan
Recep Tayyip ErdoganTürkei
Shehbaz SharifPakistan
Wladimir PutinRussland
Emomali RahmonTadschikistan
Sharma OliNepal
Min Aung HlaingMyanmar
Prabowo SubiantoIndonesien
Anwar IbrahimMalaysia
Antonio GuterresVereinte Nationen

Der Besuch des indischen Premierministers markiert dabei auch einen Wendepunkt in den chinesisch-indischen Beziehungen. Nach den blutigen Grenzauseinandersetzungen im Himalaya-Gebiet von 2020 haben beide Länder im Oktober 2024 ein Abkommen zur Grenzverwaltung geschlossen. Wie Table.Media berichtet, verkündete Modi seine Teilnahme ausgerechnet am Tag von Trumps Zollverdopplung auf indische Waren.

SCO-Gipfel soll Beziehungen zwischen China und Indien stärken

„Modi will die Vision Indiens als autonome Macht stärken“, erklärt Jagannath Panda vom Institute for Security and Development Policy vor dem SCO-Gipfel gegenüber Table.Media. Indien verfolge eine Multi-Alignment-Strategie, die sich nicht von einer Seite vereinnahmen lassen wolle. Das Treffen in Tianjin solle auch als Signal an Washington verstanden werden.

Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China und Indien sind beträchtlich: Indien ist zu 80 Prozent bei elektronischen Bauteilen, zu 70 Prozent bei chemischen Rohstoffen und zu 90 Prozent bei Seltenen Erden auf China angewiesen. Trotzdem warnen Experten vor zu großen Erwartungen an eine schnelle strategische Annäherung auf dem SCO-Gipfel.

Auch Putin und Xi wollen Zusammenarbeit auf SCO-Gipfel ausbauen

Putin wird als weiterer Hauptakteur des SCO-Gipfels erwartet. Die strategische Partnerschaft zwischen Moskau und Peking hat sich seit dem Ukraine-Krieg intensiviert. Beide Länder arbeiten an der Entdollarisierung ihres Handels und entwickeln alternative Zahlungssysteme als Antwort auf westliche Sanktionen.

Laut CGTN erreichte Chinas Handel mit SCO-Mitgliedern 2024 bereits 3,65 Billionen Yuan – ein Anstieg um das 36,3-fache seit Gründung der Organisation. Infrastrukturprojekte wie die China-Zentralasien-Gasleitung und verschiedene Ölpipelines sind bereits operativ und stärken die wirtschaftliche Integration.

SCO soll Alternative zum Westen werden

Die Shanghai Cooperation Organisation positioniert sich zunehmend als Alternative zur westlich dominierten Weltordnung. Xi Jinping hat wiederholt den Aufbau einer „SCO-Gemeinschaft mit gemeinsamer Zukunft“ gefordert, die auf dem „Shanghaier Geist“ von Vertrauen, Gleichheit und gemeinsamer Entwicklung basieren solle.

„Xi wird den Gipfel nutzen, um zu zeigen, wie eine internationale Ordnung nach der US-geführten aussehen könnte“, analysiert Eric Olander vom China-Global South Project gegenüber Table.Media. Die Organisation zeichne sich dadurch aus, dass sie keine Bündnisse eingehe, keine Konfrontationen suche und keine Dritten ins Visier nehme.

SCO-Gipfel in Tianjin: Diese Länder und Organisationen nehmen teil

  • China (Gastgeber)
  • Belarus
  • Indien
  • Iran
  • Kasachstan
  • Kirgistan
  • Pakistan
  • Russland
  • Tadschikistan
  • Usbekistan
  • Mongolei
  • Turkmenistan
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Kambodscha
  • Ägypten
  • Myanmar
  • Malediven
  • Nepal
  • Türkei
  • Indonesien
  • Laos
  • Malaysia
  • Vietnam
  • Vereinte Nationen (UN)
  • Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
  • Association of Southeast Asian Nations (ASEAN)
  • Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)
  • Economic Cooperation Organization (ECO)
  • Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA)
  • Eurasische Wirtschaftsunion
  • Asiatische Infrastrukturinvestmentbank

Der Gipfel in Tianjin könnte somit den Grundstein für eine neue multipolare Weltordnung legen – eine Ordnung, die als direkte Antwort auf Trumps unilaterale Handelspolitik und die westliche Dominanz verstanden werden muss.

Rubriklistenbild: © imago

Kommentare