Gigantisches Treffen in China

SCO-Gipfel: China rollt für Putin den roten Teppich aus – Neuer Block gegen Trump?

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Chinas Präsident Xi Jinping empfängt über 20 Staats- und Regierungschefs zum größten SCO-Gipfel der Geschichte – ein deutliches Signal an Washington.

Update, 20.20 Uhr: Nach Angaben Moskaus will Russlands Präsident Wladimir Putin in China den slowakischen Regierungschef Robert Fico treffen. Das kündigte laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters Kreml-Berater Juri Uschakow am Sonntag am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) an. Angaben zu Inhalt und genauem Termin machte der Kreml-Berater demnach nicht. Fico soll am Mittwoch zu einer großen Militärparade nach Peking reisen.

Neben Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán ist Fico einer der wenigen EU-Regierungschefs, die trotz des Ukraine-Kriegs ein gutes Verhältnis zu Putin pflegen. Das Verhältnis zwischen europäischen Staats- und Regierungschefs und der slowakischen Regierung ist angesichts der Haltung zu Russland ohnehin angespannt. Die Gespräche bei dem Gipfel in China dürften die Spannungen zwischen Bratislava und Brüssel weiter verschärfen.

SCO-Gipfel: China rollt für Putin den roten Teppich aus

Update, 15.14 Uhr: Beim 25. Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) hat China auch für Russlands Präsident Wladimir Putin den roten Teppich ausgerollt. Putin und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping begannen ihr Gespräch „im Stehen“, noch bevor der Gipfel begonnen hatte, berichtete ein Korrespondent der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Der Kreml-Chef sei als letzter der Staatschefs im Hauptpavillon für das Treffen eingetroffen, wo ein offizieller Empfang für die Delegationsleiter stattfinden sollte, heißt es in dem Bericht. Der offizielle Teil des Gipfels beginnt am Montag.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Präsident Xi Jinping bei einer Zeremonie zur Begrüßung der Staatschefs, die am Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO) teilnehmen.

Update, 13.38 Uhr: Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Regierungschef Narendra Modi trafen sich heute beim Gipfel in China zu bilateralen Gesprächen. Modi erklärte, Indien wolle die Beziehungen zu China „auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen, Würde und Einfühlsamkeit“ vorantreiben, wie aus einem von ihm auf X veröffentlichten Video hervorgeht.

Vor Gipfel in China: Kreml bestätigte Indien-Besuch von Putin im Dezember

Update, 12.12 Uhr: Indien ist nach China der größte Abnehmer russischen Öls. Seit Kriegsbeginn in der Ukraine stiegen die indischen Importe weiter. Russland gilt als wichtiger Waffenlieferant Indiens. Putin hatte seine Auslandsreisen stark reduziert, nachdem der Internationale Strafgerichtshof im März 2023 einen Haftbefehl gegen ihn erließ.

Die US-Regierung verhängte wegen der anhaltenden indischen Ölkäufe 50-prozentige Strafzölle auf indische Waren. Modi und Xi treiben eine Annäherung ihrer Länder voran. Beobachter sehen darin den Versuch, eine geschlossene Front gegen westlichen Druck zu bilden.

Putin bei SCO in China – Selenskyj fordert Druck des Westens


Update, 31. August, 7.45 Uhr: Kremlchef Putin ist zu einem mehrtägigen China-Besuch eingetroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte indes Druck auf Moskau zur Kriegsbeendigung. Er habe mit Modi gesprochen, damit dieser bei dem Gipfel die Notwendigkeit betone, die russische Invasion zu beenden. Selenskyj erwarte von Modi den Einsatz für einen Ukraine-Waffenstillstand.

SCO-Gipfel: Putin und Modi bei Xi in Tianjin – Neuer Block gegen Trump?

Erstmeldung: Tianjin – Wenn am Sonntag der 25. Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin beginnt, werden sich die mächtigsten Politiker Eurasiens zu einem historischen Treffen versammeln. Chinas Präsident Xi Jinping wird als Gastgeber Wladimir Putin (Präsident Russlands), Narendra Modi (Premierminister Indiens) und weitere Staats- und Regierungschefs aus über 20 Ländern empfangen. Es soll der größte Gipfel seit Gründung der Organisation im Jahr 2001 werden, wie Table.Media berichtet.

Die zweitägige Veranstaltung vom 31. August bis 1. September 2025 findet in einer Zeit statt, in der die geopolitischen Spannungen zwischen Ost und West neue Höhepunkte erreicht haben. Mit zehn Vollmitgliedern, zwei Beobachtern und 14 Dialogpartnern repräsentiert die SCO mittlerweile 42 Prozent der Weltbevölkerung sowie ein Fünftel der Ölreserven und 45 Prozent der weltweiten Erdgasreserven.

SCO-Gipfel in Tianjin: Modis Teilnahme ist deutliches Signal an Trump

Der Gipfel gewinnt besondere Brisanz durch die Teilnahme von Indiens Premierminister Modi, der zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder chinesischen Boden betreten wird. Seine Anwesenheit wird als deutliches Signal an die USA unter Donald Trump gewertet, nachdem dieser die US-Zölle auf indische Waren auf 50 Prozent verdoppelt hatte.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Die Bedeutung des Treffens in der Volksrepublik China geht weit über regionale Kooperation hinaus. Wie Table.Media analysiert, will Xi Jinping den Gipfel nutzen, „um zu zeigen, wie eine internationale Ordnung nach der US-geführten aussehen könnte“. Eric Olander vom China-Global South Project sieht darin einen Beweis, „dass alle Anstrengungen des Weißen Hauses, China, Iran, Russland und jetzt Indien seit Januar einzudämmen, nicht den gewünschten Effekt hatten“.

Wirtschaftliche Dimension des Gipfels: Chinas Handelsvolumen mit SCO-Staaten steigt massiv

Besonders brisant ist Modis Teilnahme am SCO-Gipfel vor dem Hintergrund der verschlechterten Beziehungen zu Washington. Der indische Premierminister verkündete laut eines Berichts der Hinustan Times seine Teilnahme ausgerechnet am 6. August – dem Tag, an dem Trump die Zölle auf indische Waren drastisch erhöhte. Neben Modi und 19 weiteren Staats- und Regierungschefs nehmen auch Vertreter von zehn internationalen Organisationen an dem Gipfel teil.

Die wirtschaftliche Dimension der SCO ist beeindruckend: Laut dem chinesischen Staatssender China Global Television Network (CGTN) erreichte Chinas Handel mit anderen SCO-Mitgliedern im Jahr 2024 rund 3,65 Billionen Yuan (etwa 511 Milliarden US-Dollar) – 36,3 Mal so viel wie seit der Gründung der Organisation.

Diese Länder nehmen am Gipfel der Shanghai Cooperation Organization teil

  • China (Gastgeber)
  • Belarus
  • Indien
  • Iran
  • Kasachstan
  • Kirgistan
  • Pakistan
  • Russland
  • Tadschikistan
  • Usbekistan
  • Mongolei
  • Turkmenistan
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Kambodscha
  • Ägypten
  • Myanmar
  • Malediven
  • Nepal
  • Türkei
  • Indonesien
  • Laos
  • Malaysia
  • Vietnam

Diese Vertreter internationaler Organisationen nehmen am SCO-Gipfel teil

  • António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen
  • Sergei Lebedew, Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS)
  • Nurlan Jermekbajew, Generalsekretär der SCO
  • Kao Kim Hourn, Generalsekretär der ASEAN-Gruppe
  • Ularsbek Sharseyev, Direktor des SCO-Exekutiv-Kommitees
  • Imanghali Tasmaghambetow, Generalsekretär der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS)
  • Asad Khan, Generalsekretär der Economic Cooperation Organization (ECO)
  • Kariat Sarybay, Generalsekretär der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA)
  • Baqytschan Saghyntajew, Vorsitzender der Eurasischen Wirtschaftsunion
  • Jin Liqun, Präsident der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank

SCO-Gipfel bringt China und Indien nach Grenzkonflikten zusammen

Die Beziehungen zwischen China und Indien haben nach Jahren der Eiszeit wieder verbessert. Noch im Jahr 2020 kam es an der sogenannten „Line of Actual Control“, die de-facto-Grenze zwischen Indien und China im Himalaya, zu blutigen Zusammenstößen. 20 indische und 43 chinesische Soldaten sollen dabei ums Leben gekommen sein. Erst im Oktober 2024 schlossen beide Länder ein Abkommen, das derartige Zusammenstöße an der umstrittenen Grenze verhindern soll.

Wie Table.Media berichtet, ist Indien zu 80 Prozent für seine elektronischen Bauteile, zu 70 Prozent für seine chemischen Rohstoffe und zu 90 Prozent für Seltene Erden auf China angewiesen. Trotz der wirtschaftlichen Verflechtungen warnen Fachleute aber vor dem SCO-Gipfel in Tianjin vor zu großem Optimismus. Das strategische Misstrauen zwischen beiden Ländern sei kurzfristig nur schwer zu überwinden, so Hu Shisheng vom China Institute of Contemporary International Relations gegenüber Table.Media. Noch heute haben beide Länder jeweils 50 bis 60.000 Truppen an ihrer gemeinsamen Grenze stationiert.

Der SCO-Gipfel in Tianjin: Details in der Übersicht

Ereignis25. Gipfel der Shanghai Cooperation Organization
Datum31. August bis 01. September 2025
Teilnehmer24 Länder, zehn Organisationen (UN, ASEAN, etc.)

Neben Modi wird auch Russlands Präsident Wladimir Putin zu den prominentesten Gästen beim SCO-Gipfel in Tianjin gehören. Die strategische Partnerschaft zwischen China und Russland hat sich seit Beginn des Ukraine-Krieges weiter vertieft. Beide Länder sehen sich von der wirtschaftlichen und währungspolitischen Vormachtstellung der USA und des US-Dollars bedroht. Ihr gemeinsames Ziel ist die Entdollarisierung ihres Handels und der Aufbau alternativer Zahlungssysteme, um sich gegen westliche Sanktionen abzusichern. Laut CGTN soll die SCO auch als Plattform dienen, auf der gemeinsame Infrastruktur-Projekte verwirklicht werden können. Als Beispiel dienen die Bahnstrecke zwischen China, Kirgistan und Usbekistan und die Erdgas- und Öl-Pipelines, die China mit zentralasiatischen Staaten, wie Kasachstan und Russland, verbinden.

„America First“ gegen Allianz zwischen China, Russland und Indien?

Der SCO-Gipfel in Tianjin könnte somit zu einem Wendepunkt in der globalen Machtbalance werden. Während Trump mit seiner „America First“-Politik traditionelle Allianzen strapaziert, nutzen China, Russland und Indien die Gelegenheit, ihre eigene Vision einer multipolaren Weltordnung zu präsentieren.

Und die Symbolik der neuen Partnerschaften gegen Trump und den Westen endet nicht am 1. September, wenn der SCO-Gipfel zu seinem Abschluss kommt. Kurz darauf, am 3. September, werden Putin, Modi und Xi erneut aufeinandertreffen. Gemeinsam mit unter anderem Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un werden alle drei als Ehrengäste in der chinesischen Hauptstadt Peking erwartet. Dort findet dann eine gigantische Militärparade statt, die an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern soll.

Rubriklistenbild: © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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