Migration in Deutschland: Asylanträge halbierten sich im September
Die Zahl der Asylanträge nimmt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr ab. Dabei geht es um die Erstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Berlin – Im September haben nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) rund 9100 Menschen erstmals in Deutschland Asyl beantragt. Das waren deutlich mehr Schutzsuchende als im August, als rund 7800 Erstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eingingen. Allerdings ist ein Anstieg nach dem Sommer nicht ungewöhnlich, was mit dem Wetter und den Fluchtrouten zusammenhängt.
Im Vergleich zu 2024 sind die Zahlen nach wie vor rückläufig. Im September vergangenen Jahres hatten 18.113 Menschen erstmals einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Wie die dpa weiter erfuhr, stellten im vergangenen Monat knapp 10.800 Menschen Folgeanträge.
Migration in Deutschland: Schwierige Lage für Frauen und Mädchen in Afghanistan
Das tun Schutzsuchende vor allem dann, wenn sich die Rechtslage zu ihren Gunsten geändert hat, wenn neue Beweismittel vorliegen, die ihre Schutzwürdigkeit belegen, oder wenn sich die Lage im Herkunftsland verschlechtert hat. Zuletzt galt das vor allem für Frauen und Mädchen aus Afghanistan.
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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im vergangenen Oktober festgestellt, dass einige der von den in Afghanistan herrschenden Taliban verhängten diskriminierenden Maßnahmen gegen Frauen einen Akt der Verfolgung darstellen. Zur Prüfung eines individuellen Asylantrags afghanischer Frauen genüge es daher, dass EU-Mitgliedsländer lediglich ihre Staatsangehörigkeit und ihr Geschlecht berücksichtigten.
Migration in Deutschland: Alexander Dobrindt forderte intensive Grenzkontrollen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am 7. Mai verfügt, an den deutschen Grenzen ab sofort auch Asylsuchende zurückzuweisen – mit Ausnahmen für vulnerable Gruppen, dazu zählen Schwangere und Kranke. Außerdem ordnete er eine Intensivierung der Kontrollen an.
Ein Grund für den Rückgang der Zahl der Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen, dürfte der Sturz von Präsident Baschar al-Assad in Syrien vom vergangenen Dezember sein. Syrien führte über lange Zeit die Liste der wichtigsten Herkunftsländer von Asylbewerbern in Deutschland an. (Quelle: dpa) (pm)