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„Sollten sich darauf gefasst machen“: So soll Trump auf Epsteins Tod reagiert haben

Um den Tod von Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle ranken such Verschwörungstheorien. Neue Dokumente zum Skandal sind jetzt öffentlich.

Der ehemalige Generalstaatsanwalt William P. Barr sagte, dass der Tod des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein im Gefängnis „auf jeden Fall“ ein Selbstmord war. Er führte nur begrenzte Gespräche mit Präsident Donald Trump über Epstein, wie aus einer am Dienstag (16. September) vom Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreformen des Repräsentantenhauses veröffentlichten Zeugenaussage hervorgeht.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Der Ausschuss lud Barr als Zeuge zu Epstein vor, da er 2019 Generalstaatsanwalt war, als das Justizministerium Anklage wegen Sexhandels gegen Epstein erhob. Verschwörungstheoretiker behaupten ohne Beweise, dass der Financier während seiner Haft in Bundesgewahrsam getötet wurde. Diese Obsession sowie das breite Interesse an dem Fall heizten die Forderungen nach mehr Transparenz hinsichtlich Epsteins Verbrechen und seiner Interaktionen mit den Strafverfolgungsbehörden in den letzten zwei Jahrzehnten an.

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Verschwörungstheorien um Epsteins Tod – Zeuge spricht von totem Winkel der Gefängnis-Kamera

Barr sagte, dass die Aufnahmen der Überwachungskameras außerhalb von Epsteins Gefängniszelle keine Anomalien zeigten. Er räumte jedoch ein, dass die Kamera „einen kleinen toten Winkel“ habe. Er sagte, er verstehe, dass dies bei den Menschen „Misstrauen“ hervorrufen könne. Barr kritisierte auch die Gefängnisbeamten dafür, dass sie Epstein nicht genauer überwacht hatten. Der ehemalige Generalstaatsanwalt sagte jedoch, er halte es für unmöglich, dass jemand unbemerkt in Epsteins Zelle gelangen konnte. Er sehe keine Anzeichen für einen Mord.

Während seiner Aussage wurde Barr wiederholt zu Trump und Epstein befragt, die in den 1990er und frühen 2000er Jahren miteinander verkehrten. Trump erklärte, dass er seine Freundschaft mit Epstein vor etwa 20 Jahren beendet habe, bevor der Financier ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geriet. Der ehemalige Generalstaatsanwalt erklärte gegenüber dem Ausschuss, dass Trump nicht versucht habe, sich in die Ermittlungen der Regierung gegen den Sexualstraftäter einzumischen. Er könne sich nur an zwei Gespräche mit dem Präsidenten über Epstein erinnern.

Ein Plakat mit einem Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein, aufgenommen letzte Woche in Washington, DC.

So soll Donald Trump auf Nachricht über Epsteins Tod reagiert haben

„Sie sollten sich darauf gefasst machen“, erinnerte sich Barr, Trump gesagt zu haben, nachdem Epstein tot aufgefunden worden war. Barr sagte, der Präsident habe „genauso reagiert wie ich, nämlich mit der Frage: ‚Wie zum Teufel ist das passiert, er steht doch unter Bundeshaft?‘“

Barr sagte, dass der Präsident in dem einzigen anderen Gespräch mit Trump über Epstein, an das er sich erinnern könne, gesagt habe, er habe Epstein aus seinem Mar-a-Lago Club in Florida verbannt.

Am Dienstag veröffentlichte der Vorsitzende des House Oversight Committee, James Comer (R-Kentucky), auch einen Brief aus Epsteins Nachlass. Darin wies er erneut darauf hin, dass das Gremium ungeschwärzte Versionen von Kassenbüchern, Nachrichtenprotokollen, Kalendern und Flugprotokollen vorgelegt habe. Die erste, begrenzte Überprüfung dieser Dokumente durch den Ausschuss habe „ernsthafte Fragen“ aufgeworfen, sagte Comer.

„Viele dieser Zahlungen gingen an bekannte Überlebende“, schrieb er. „Es gibt auch Beispiele dafür, dass Herr Epstein Tausende von Dollar für mehrere ausländische Visa bezahlt hat und dann Frauen – offenbar dieser Nationalitäten – nur wenige Wochen später in den Büchern auftauchten und Hunderte von Dollar für ‚Geschenke‘ erhielten.“

Der Ausschuss habe Nachrichtenprotokolle gesehen, die „eindeutig auf kriminelles Verhalten hindeuten“, sagte Comer. Darunter seien Notizen wie: „Sie fragt sich, ob 14:30 Uhr in Ordnung ist, weil sie in der Schule bleiben muss.“

Neue Dokumente aus Epsteins Nachlass – „So viele Mädchen, so wenig Zeit“

Darüber hinaus veröffentlichte der Ausschuss zwei Dokumente, die er aus Epsteins Nachlass erhalten hatte. Das erste war eine ungeschwärzte Version einer Notiz aus einem Buch mit Geburtstagsgrüßen, das der Ausschuss Anfang dieses Monats veröffentlicht hatte. „So viele Mädchen, so wenig Zeit“, witzelt der Verfasser in der Notiz, die mit den Worten beginnt: „Geburtstagsgrüße an den Entarteten.“ Zweitens veröffentlichte der Ausschuss ein Telefonverzeichnis, das offenbar mit Epstein in Verbindung steht.

Briefe der ehemaligen Generalstaatsanwälte Jeff Sessions und Alberto Gonzalez waren ebenfalls in der Veröffentlichung vom Dienstag enthalten. Sessions war zu Beginn der ersten Amtszeit von Trump tätig, Gonzalez unter Präsident George W. Bush. Beide ehemaligen Beamten wurden wie Barr zur Aussage vorgeladen. Beide gaben an, keine Kenntnis von Ermittlungen des Bundes gegen Epstein zu haben.

Eine Reihe von Personen, die an den Ermittlungen gegen Epstein beteiligt waren oder möglicherweise Verbindungen zu ihm hatten, wurden vom House Oversight Committee im Rahmen seiner Untersuchung der Ermittlungen der Bundesregierung gegen Epstein vorgeladen. Der Ausschuss forderte im Rahmen seiner Untersuchung neben den Unterlagen aus Epsteins Nachlass auch Dokumente vom Justizministerium an.

In einem Brief an den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (R-Louisiana), vom Dienstag gab Comer mehrere aktuelle Informationen zu den Befragungsbemühungen des Ausschusses.

Der ehemalige FBI-Direktor James B. Comey „weicht der Vorladung aus“, schrieb Comer. Er fügte hinzu, dass „der Ausschuss alle ihm zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten prüft, einschließlich der Beauftragung des US-Marshal-Service mit der Vollstreckung der Vorladung“.

Auch Bill Clinton erscheint in neuen Epstein-Dokumenten – Vorladung vor Gericht

Der ehemalige Präsident Bill Clinton und die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton haben die Zustellung der Vorladungen akzeptiert und beabsichtigen, angemessen zu reagieren. Sie haben jedoch noch nicht zugestimmt zu erscheinen. Eine Nachricht mit Bill Clintons Namen erscheint im Buch mit Geburtstagsgrüßen. Der ehemalige Präsident sagte, dass er mit Epstein während humanitärer Missionen gereist ist. Die Clintons erklärten jedoch, dass sie keine Kenntnis von Epsteins Verbrechen hatten.

Der ehemalige US-Staatsanwalt Alex Acosta soll am Freitag befragt werden. Acosta wurde heftig kritisiert, weil er mit Epstein einen Deal aushandelte, der ihn vor einer Anklage durch die Bundesbehörden schützte. Der Deal ermöglichte es ihm, sich 2008 in Florida wegen Anstiftung zur Prostitution schuldig zu bekennen. Epstein verbüßte trotz der Vorwürfe von Dutzenden Frauen nur 13 Monate im Gefängnis. Acosta verteidigte die Vereinbarung als Mittel, um sicherzustellen, dass Epstein Zeit hinter Gittern verbringen würde.

Die Veröffentlichung am Dienstag war die jüngste Übermittlung von Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein durch den Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses.

Vor acht Tagen veröffentlichte der Ausschuss eine redigierte Version des 238-seitigen Buches, das Epstein 2003 zu seinem 50. Geburtstag überreicht wurde. Das Buch enthält Botschaften von seinen reichen und mächtigen Freunden. Viele Einträge sind anzügliche Anspielungen auf Epsteins unzüchtiges Verhalten gegenüber Frauen.

Die Demokraten griffen eine anzügliche Botschaft auf, die in den Umrissen einer nackten Frau geschrieben war und angeblich von Trump unterzeichnet worden war. Beamte des Weißen Hauses bestreiten, dass Trump die Botschaft verfasst und unterzeichnet hat.

Anfang dieses Monats veröffentlichte der Ausschuss 33.295 Seiten aus dem Justizministerium zum Fall Epstein – größtenteils bereits verfügbare Gerichtsdokumente.

Veröffentlichung aller Akten im Epstein-Skandal gefordert

Die Forderungen nach allen Akten im Zusammenhang mit Epsteins Geschäftsangelegenheiten und den Ermittlungen zu seinen Verbrechen schwelten seit Jahren. Diese Forderungen eskalierten in diesem Sommer, nachdem das Justizministerium in einem Memo erklärte, dass keine weiteren Offenlegungen von Epstein-Material „angemessen oder gerechtfertigt“ seien. Viele auf der rechten Seite sahen dieses Memo als Kehrtwende von Generalstaatsanwältin Pam Bondi an. Sie hatte in einem Interview mit Fox News im Februar angedeutet, dass eine „Kundenliste“ von Epstein mit den Namen mächtiger Männer, die möglicherweise an Epsteins Verbrechen beteiligt waren, auf ihrem Schreibtisch zur Überprüfung liege.

Trump bezeichnete die Forderungen nach der Veröffentlichung weiterer Informationen zum Fall Epstein als „nie endenden Schwindel der Demokraten“.

Der Druck von Trumps rechten Anhängern – und seinen demokratischen Kritikern – auf mehr Informationen über die Ermittlungen des FBI gegen Epstein nahm in den letzten Wochen nur noch zu. Frauen, die behaupten, Opfer des von Epstein und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell betriebenen Sexhandelsrings zu sein, schlossen sich der Empörung an. Maxwell verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe, weil sie Frauen rekrutierte und an Epstein zum Missbrauch weitervermittelte.

Comer argumentierte in einer Pressemitteilung am Dienstag, dass die Untersuchung seines Ausschusses nach wie vor das beste Mittel sei, um die Öffentlichkeit über Epstein zu informieren: „Wir sind weiterhin der Meinung, dass das Untersuchungsverfahren des Ausschusses der geeignetste Weg ist, um dem amerikanischen Volk Transparenz und den Überlebenden von Herrn Epstein und Frau Maxwell Rechenschaftspflicht und Gerechtigkeit zu bieten“, schrieb Comer.

Kadia Goba, Desmond Butler und Clara Ence Morse haben zu diesem Bericht beigetragen.

Zu den Autoren

Katie Tarrant ist Stern-Bryan-Stipendiatin und berichtet im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Trump über nationale Nachrichten und Politik. Zuvor berichtete sie für die Londoner Zeitung „Sunday Times“ über nationale Nachrichten und investigative Themen. Senden Sie ihr vertrauliche Hinweise über Signal an katarrant.73.

Beth Reinhard ist seit 2017 Reporterin bei der Washington Post. Zuvor arbeitete sie beim Wall Street Journal, beim National Journal, beim Miami Herald und bei der Palm Beach Post.

Mariana Alfaro ist Reporterin für das Team für aktuelle politische Nachrichten der Washington Post. Sie kam 2019 zur Post. Sie ist über Signal unter mariana_alfaro.10 erreichbar.

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Dieser Artikel war zuerst am 17. September 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Matt McClain/The Washington Post

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