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Armin Laschets einmonatiges Fahrverbot sorgt für Heiterkeit im Netz – doch der CDU-Politiker muss auch beißende Werbespots hinnehmen.
Aachen – CDU-Politiker Armin Laschet wurde in Aachen mit 97 km/h geblitzt – nun musste er seinen Führerschein vorerst abgeben. Die Gelegenheit hat die Autovermietung „Sixt“ genutzt. Ein Post auf Instagram zeigt ein Bild eines grimmig guckenden Laschet neben einem Auto. Mit dicker Schrift steht darunter: „Ein schneller Wagen sollte nicht gleich die Karriere kosten. Den BMW 4er Coupé blitzschnell mieten bei Sixt.“ Dazu der Seitenhieb: „nur mit gültigem Führerschein.“
Sixt-Spott für Laschet nach Raser-Eklat: Autovermieter scherzt über Verwechslung mit Pistorius
Der Lacher kommt gut an. Innerhalb von zwei Tagen hat der Beitrag fast 20 Tausend Likes (Stand: 2. April). Ein weiteres Bild zeigt Laschet und Verteidigungsminister Boris Pistorius mit demselben BMW. Darunter steht: Kann ich mir deinen Führerschein leihen?“
Die beiden Politiker sehen sich erstaunlich ähnlich – so ähnlich, dass Laschet regelmäßig mit Pistorius verwechselt werde. Beide sind 64, ähnlich gebaut und wohnen in derselben Straße. Auch die Berliner Polizei scheint bei der Unterscheidung Probleme zu haben. Nachdem Laschet mit dem E-Scooter zum Bundestag gefahren ist, habe es im Verteidigungsministerium einen großen Wirbel gegeben. Im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ der Funke Mediengruppe erzählte er: Die Polizei habe angerufen und mit Nachdruck darauf hingewiesen: „,Das müssen Sie ihm jetzt sagen, der Minister kann nicht mit dem E-Scooter durch die Gegend fahren‘“ – dabei habe es sich um seinen Doppelgänger gehandelt, der zurzeit kein staatstragendes Amt mehr innehält.
Einen Monat Fahrverbot: Laschet soll sich verfolgt gefühlt haben
Mitten in der Diskussion um Laschets politische Zukunft platzte eine Nachricht aus seinem Privatleben. Der Ex-NRW-Ministerpräsident wurde im Juli 2024 in Aachen mit 97 km/h in einer 50er-Zone geblitzt. Die Folgen: 428,50 Euro Strafe, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Laschet erklärte, er habe sich verfolgt gefühlt und aus Angst beschleunigt, da ihn die Situation an frühere Morddrohungen erinnerte. Aus Angst und unter Stress habe er an einer Ampel Vollgas gegeben, um die mutmaßlichen Verfolger abzuschütteln.
Laschets Anwalt legte Einspruch ein. Die Gerichtsverhandlung sollte im Mai 2025 folgen. Doch die Polizei fand keine Hinweise auf Verfolger. Wegen geringer Erfolgsaussichten zog Laschet den Einspruch zurück. Derzeit wird der CDU-Politiker als möglicher Außenminister gehandelt – fraglich bleibt, wie realistische seine Chancen sind. (dpa/hk)
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