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Söder kontra Merz: Nach dem Wahlbeben favorisieren Unionspolitiker einen Kanzlerkandidaten

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In den Wahlen von Sachsen und Thüringen war das Rennen zwischen der CDU und der Höcke-AfD knapp. Die Resultate wirken sich auf Merz und Söder aus – bezüglich der K-Frage.

Berlin – In Berlin ziehen CDU und CSU nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen Bilanz. Eigentlich steht noch die Wahl in Brandenburg aus, bevor sich die Union offiziell wieder der K-Frage widmen will. Diesen Zeitplan haben die beiden Favoriten auf die Kanzlerkandidatur – Friedrich Merz und Markus Söder – untereinander vereinbart. Doch einige Unionspolitiker wollen jetzt nach dem AfD-Beben im Osten aufs Tempo drücken – und entfachen erneut die Debatte um die Kanzlerkandidatur.

Söder gegen Merz: Ergebnisse der Wahlen in Thüringen und Sachsen wirken sich auf K-Frage aus

„Es wäre ein Fehler, wenn die Nominierung nicht spätestens direkt nach der Wahl in Brandenburg erfolgt“, sagte der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) dem Tagesspiegel nach dem AfD-Beben bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen. Er sehe in seiner Partei eine „breite Unterstützung dafür, dass Friedrich Merz die Chance dazu bekommen soll.“ In der engeren Auswahl für die Kanzlerkandidatur standen zuletzt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, und der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz. Letzterer schien zuletzt vor allem wegen seiner migrationspolitischen Positionen in der Union überzeugt zu haben.

Kampf um Kanzlerkandidatur: Merz überzeugt in der CDU mit Migrationspolitik

Laut dem Parlamentsgeschäftsführer der Union im Bundestag, Thorsten Frei, hat Merz „mit seinen klaren Worten nach dem Terror von Solingen mit dafür gesorgt, dass sich die CDU in einem ganz schwierigen Umfeld behauptet“. Die Ergebnisse der Thüringen-Wahl und der Sachsen-Wahl zeigten, „dass wir mit ihm auf dem absolut richtigen Kurs sind“.

Nach den Landtagswahlen ist bei der Union weiter vor der K-Frage. Merz und Söder sind die Favoriten.

Der ehemalige CSU-Vorsitzende Horst Seehofer lobte Merz ebenfalls für sein Auftreten bezüglich der Migrationspolitik nach dem Anschlag von Solingen. Damit seien wichtige Dinge in Bewegung gebracht worden, sagte der frühere Bundesinnenminister und ehemalige bayrische Ministerpräsident dem Portal Table.Briefings.

Trotz AfD-Beben um Höcke: CDU fährt bei Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen Gewinne ein

In den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen hat die CDU mit jeweils über 30 Prozent abgeschnitten. Im Vergleich zu den vorherigen Landtagswahlen 2019 in Thüringen gewann die CDU etwa 10 Prozent mehr dazu. Dennoch konnte sie auch starke Zugewinne der AfD um Rechtsaußen Björn Höcke nicht verhindern. „Die CDU hat sich ordentlich behauptet, braucht aber nun schnell Klarheit darüber, wer sie in die nächste Bundestagswahl führt“, so Oettinger. Eine Niederlage in den beiden Bundesländern hätte Merz‘ Chancen deutlich minimieren können.

Angela Merkel: Die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel (CDU) im Scheinwerferlicht
Die Kanzlerin im Scheinwerferlicht: Angela Merkel (CDU) hat eine beeindruckende Karriere vorzuweisen. © Ina Fassbender/dpa
Helmut Kohl und Angela Merkel beim Parteitag der CDU
Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und seine damals neu gewählte Stellvertreterin, Frauenministerin Angela Merkel (CDU) bei einem Parteitag. (1991) © Michael Jung/dpa
Gerhard Schröder und Angela Merkel geben sich die Hand
Der bisherige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) übergibt das Bundeskanzleramt an die neue Kanzlerin Angela Merkel (CDU). (2005) © Peer Grimm/dpa
Angela Merkel (CDU) trifft europäische Staatsmänner beim Euro-Gipfel zur Finanzkrise in Paris
Angela Merkel (CDU) spricht mit dem niederländischen Minister Jan Peter Balkenende and dem belgischen Prime Minister Yves Leterme beim Euro-Gipfel zur Finanzkrise in Paris. (2008) © Dolega/dpa
2009 wird Angela Merkel (CDU) zum zweiten Mal als Bundeskanzlerin vereidigt
Angela Merkel (CDU) wird in Berlin zum zweiten Mal als Bundeskanzlerin vereidigt. (2009) © Michael Hanschke/dpa
Angela Merkel (CDU) und Queen Elizabeth II. unterhalten sich bei einem Klimagipfel in London
Angela Merkel (CDU) und Queen Elizabeth II. unterhalten sich bei einem Klimagipfel in London. (2009) © dpa
Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama mit der Freiheitsmedaille in Washington
Angela Merkel (CDU) erhält die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA, von US-Präsident Barack Obama in Washington. (2011) © Rainer Jensen/dpa
Angela Merkel (CDU) stimmt bei der Abstimmung zum Energiegesetz für den Atomausstieg
Angela Merkel (CDU) stimmt bei der Abstimmung zum Energiegesetz für den Atomausstieg. (2011) © Michael Kappeler/dpa
Shinzo Abe, Angela Merkel (CDU), Wladimir Putin, David Cameron und Barack Obama beim G8 Gipfeltreffen
Die Teilnehmer des G8 Gipfeltreffens, der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe (l-r), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der russische Präsident Wladimir Putin, der britische Ministerpräsident David Cameron und US-Präsident Barack Obama. (2013) © Tim Brakemeier/dpa
Angela Merkel (CDU) legt im Bundestag in Berlin den Amtseid ab.
Angela Merkel (CDU) legt am im Bundestag in Berlin beim Parlamentspräsidenten Norbert Lammert (CDU) zum dritten Mal den Amtseid ab. (2013) © Michael Hanschke/dpa
Angela Merkel (CDU) und Joachim Gauck (parteilos) mit der deutschen Nationalmannschaft beim Gewinn des Weltmeistertitels
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundespräsident Joachim Gauck (parteilos) jubeln nach dem Gewinn des Weltmeister-Titels in der Kabine des Maracana-Stadions mit den deutschen Nationalspielern. (2014) © Guido Bergmann/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht ein Selfie mit einem Migranten
Angela Merkel (CDU) besucht eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und macht ein Selfie mit einem Migranten. Ihr Satz „Wir schaffen das“ bleibt eng mit ihrer Kanzlerschaft verbunden. (2015) © Bernd von Jutrczenka/dpa
Angela Merkel (CDU) ist auf dem Cover der ersten deutschsprachigen Ausgabe der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo
Angela Merkel (CDU) ist auf dem Cover der ersten deutschsprachigen Ausgabe der französischen Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. (2016) © Christian Charisius/dpa
Angela Merkel (CDU) bei einer Privataudienz mit Papst Franziskus
Angela Merkel (CDU) schüttelt die Hand von Papst Franziskus bei einer Privataudienz im Vatikan. (2017) © dpa
Angela Merkel (CDU) verneigt sich am Sarg von Helmut Kohl (CDU) beim europäischen Trauerakt für den verstorbenen Altkanzler im EU-Parlament in Straßburg
Angela Merkel (CDU) verneigt sich am Sarg von Helmut Kohl (CDU) beim europäischen Trauerakt für den verstorbenen Altkanzler im EU-Parlament in Straßburg. (2017) © dpa
Angela Merkel (CDU) spricht bei einem Wahlkampfauftritt in Siegen
Angela Merkel (CDU) spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Bundestagswahl in Siegen. Der Name ist Programm: „Mutti“ wird zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. (2017) © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel (CDU) steckt eine Kerze an der Berliner Mauer in den Sand.
Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls steckt Angela Merkel (CDU) eine Kerze an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße in den Sand. (2019) © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel (CDU) und Donald Trump beim Nato Gipfel in London
Angela Merkel (CDU) und der damalige US-Präsident Donald Trump sind sich beim Nato Gipfel nicht ganz einig. (2019) © Michael Kappeler/dpa
Angela Merkel (CDU) mit Maske bei einer Bundespressekonferenz über den Lockdown und die Corona-Maßnahmen
Angela Merkel (CDU) mit einem Mund-Nasenschutz bei einer Bundespressekonferenz über den Lockdown und die weiteren Corona-Maßnahmen. (2020) © Kay Nietfeld/dpa
Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU) besuchen Flutgebiete
Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet (CDU) besuchen Flutgebiete und reden mit den Anwohnern eines betroffenen Dorfs. (2021) © Oliver Berg/dpa
Angela Merkel (CDU) füttert australische Loris im Vogelpark Marlow und wird dabei gebissen.
Sympathische Kanzlerin: Angela Merkel (CDU) füttert australische Loris im Vogelpark Marlow und wird dabei gebissen. (2021) © Georg Wendt/dpa

Söder hat betont, nach den unionsinternen Querelen vor der Bundestagswahl 2021 die Kandidatur nicht erneut anzustreben. Allerdings hatte er sich dies offengehalten, falls die CDU ihn bitten sollte. Wüst war zuletzt öffentlich besonders vor dem Hintergrund des Anschlags in Solingen in Kritik geraten. Auch bei ihm wird jedoch gemutmaßt, dass er sich eine Kandidatur vorstellen könnte. Merz und Söder hatten jedoch vereinbart, sich um die Kanzlerfrage erst nach den Landtagswahlen zu kümmern. Es bleibt abzuwarten, ob die beiden möglichen Kandidaten die Absprache halten. (lismah/dpa)

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