Ampel leidet weiter: Grüne rutschen in nächster Umfrage hinter AfD - auch SPD verliert
VonGregor-José Moser
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In einer neuen Forsa-Umfrage verlieren Grüne und SPD erneut an Zustimmung. Die FDP verzeichnet als einzige Regierungspartei einen leichten Zuwachs.
Berlin - Die Ampel-Koalition hat ein Image-Problem. Das zeigen in aller Regelmäßigkeit Umfragen - so auch die neueste Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL Deutschland. In der aktuellen Sonntagsfrage büßen die Grünen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ein und liegen damit bei 15 Prozent. Auch die SPD verliert einen Punkt und kommt damit auf 17 Prozent.
Als einziges Mitglied der Ampel-Koalition gewinnt die FDP einen Punkt hinzu und liegt damit bei 8 Prozent, nachdem die Liberalen in anderen Umfragen zuletzt gefährlich nahe an der 5-Prozent-Hürde gelegen hatten. Auf dem ersten Platz liegt nach wie vor die Union. Sie klettert um einen Punkt auf 30 Prozent. Die Linke bleibt unverändert bei 4 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl 2021 hatte sie die 5-Prozent-Hürde knapp verpasst, zog aber trotzdem ins Parlament ein, weil sie drei Direktmandate gewinnen konnte. Mit der Wahlrechtsreform der Ampel-Regierung wäre das zukünftig nicht mehr möglich.
Auf dem dritten Platz landet die Alternative für Deutschland (AfD) mit weiterhin 16 Prozent. Sie liegt damit zwar noch hinter der SPD, aber vor den Grünen. In beide Richtungen ist es jeweils ein Unterschied von nur einem Prozentpunkt. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden sich zudem unverändert 10 Prozent der Befragten für eine der sonstigen Parteien entscheiden. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für die Erhebung insgesamt 2503 Menschen. Die mögliche Fehlerquote liegt bei 2,5 Prozentpunkten.
Für die Grünen sind die Umfrageergebnisse besonders bitter: Erst am vergangenen Sonntag (14. Mai) hatten sie bei der Wahl zur Bremer Bürgerschaft deutliche Verluste hinnehmen müssen. Weil SPD und Linke in Bremen weiterhin stark sind, ist eine Fortsetzung der bisherigen Rot-Rot-Grünen Koalition aber nach wie vor rechnerisch möglich. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte will aber mit allen demokratischen Parteien Gespräche führen.
Die beeindruckende Karriere von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Seit Monaten schneiden die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP eher mäßig in Umfragen ab. Die Union, die sich bei der letzten Bundestagswahl noch der SPD geschlagen geben musste, liegt inzwischen in der Wählergunst in der Regel deutlich vor den Sozialdemokraten von Bundeskanzler Olaf Scholz. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend von Infratest Dimap (11. Mai) beispielsweise erreichte die Union 28 Prozent.
Das waren zwar zwei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche, aber auch satte 10 Punkte mehr als die SPD (18 Prozent) verzeichnen konnte. Grüne und AfD kamen unverändert auf je 16 Prozent. Die FDP legte einen Punkt zu auf acht Prozent, die Linke blieb bei fünf Prozent. Die Grünen büßen unterdessen auch in der neuesten Bayern-Umfrage ein. (Gregor-José Moser)