VonTom Offingerschließen
Drei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl sorgt eine aktuelle Umfrage für Aufsehen: Deutschland könnte im September 2025 ein historischer Wahlabend bevorstehen.
Berlin - Noch ist sie drei Jahre entfernt, doch für eine Prognose ist es eigentlich nie zu früh: Spätestens im September 2025 wählt Deutschland wieder einen neuen Bundestag und damit möglicherweise auch eine neuen Bundeskanzler. Glaubt man einer neuesten Umfrage von RTL und ntv könnte dann schon wieder ein Regierungswechsel bevorstehen. Es könnte eine historische Wahl werden.
Umfrage zur Bundestagswahl: Prognose verspricht historisches Ergebnis
Bei der Umfrage, die von Forsa durchgeführt wurde, wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen den amtierenden Wirtschaftsminister als neuen Bundeskanzler, Grünen-Politiker Robert Habeck. Sollte sich diese Prognose tatsächlich erfüllen, wäre Habeck der erste Kanzler aus den Reihen der Grünen und gleichzeitig der erste Regierungschef, der nicht aus den Reihen der Union oder SPD kommt.
Bei einer Direktwahl würden 31 Prozent der befragten Bürger für den 52-Jährigen stimmen, der damit den aktuellen Amtsinhaber Olaf Scholz (SPD; 26 Prozent) und CDU-Chef Friedrich Merz (17 Prozent) ausstechen würde. Stünden nur Scholz und Merz auf dem Wahlzettel, würde sich die Mehrheit der Probanden mit 40 Prozent für den SPD-Politiker entscheiden, nur 18 Prozent der Stimmen würden auf den CDU-Mann entfallen.
In der Parteienlandschaft regt sich derweil nicht viel: Die FDP schrumpft weiter und steht nun nur noch bei sechs Prozent (Vorwoche: sieben Prozent), die Sozialdemokraten knacken derweil wieder die 20-Prozent-Marke, nachdem sie in der vergangenen Woche noch bei 19 Prozentpunkten lagen. Die Spitzenposition gehört weiterhin der Union mit 26 Prozent, nur zwei Punkte dahinter befinden sich die Grünen in Lauerstellung. Mit derzeit fünf Prozent müssten die Linken um den Einzug in den Bundestag zittern, die AfD würde mit neun Prozent zum dritten Mal in Folge in das deutsche Parlament einziehen.
Trotz der minimalen Veränderungen gilt es zu beachten, dass diese Angaben nicht überinterpretiert werden sollten - eine statistische Fehlertoleranz von rund 2,5 Prozentpunkt ist immer im Bereich des Möglichen.
Umfrage zur Bundestagswahl: Ukraine-Krieg weiterhin bestimmendes Thema
Neben der aktuellen politischen Stimmung im Land erkundigte sich die Umfrage auch den aktuellen Top-Themen der Deutschen. Knapp zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) interessieren sich besonders für die Energiepreise, danach folgt der Krieg in der Ukraine (53 Prozent) und nach einer großen Lucke schließlich die Corona-Krise mit „gerade einmal“ 23 Prozentpunkten.
Die Lieferung von schweren Waffen in die Ukraine wird weiter von einer Mehrheit befürwortet, allerdings ist die Zustimmung von 56 Prozent in der Vorwoche auf 52 gesunken. Unter den Anhängern der jeweiligen Partei ist die Fürsprache bei den Grünen (73 Prozent) und der FDP (71%) am höchsten, die dritte Regierungspartei SPD folgt mit 61 Prozentpunkten, dann CDU/CSU (59%). Die größte Ablehnung ist hingegen bei der AfD zu beobachten: 78 Prozent lehnen die Lieferung schwerer Waffen ab - dies sei eine Korrespondenz zur Stimmung in Ostdeutschland, vermutet ntv: Dort lehnen derzeit knapp zwei Drittel ein solches Vorgehen ab. (to)
