Bei der deutschen Spionageabwehr hat der Grünen-Politiker und Geheimdienstexperte Konstantin von Notz Defizite ausgemacht.
Berlin - «Wir waren unaufmerksam und haben uns nicht um die Details gekümmert. Und jetzt haben wir ein fulminantes Sicherheitsproblem», sagte von Notz dem «Spiegel» (Freitag). Deutschland habe seine Spionageabwehr nach der Wiedervereinigung weitgehend eingestellt, «während andere Länder einfach weitergemacht haben wie im Kalten Krieg», sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Kontrollgremiums, das die Arbeit der Geheimdienste des Bundes beaufsichtigt.
In jüngster Zeit hat sich die Bedrohung auch nach Einschätzung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verschärft. «Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Bedrohung durch russische Spionage, Desinformationskampagnen und Cyberangriffe nochmals eine andere Dimension erhalten», sagte Faeser dem «Spiegel». (dpa)