VonSteffen Herrmannschließen
Bislang hat die selbst ernannte Fortschrittskoalition noch kein Konzept gefunden gegen die wirtschaftliche Flaute und die damit verbundene schlechte Stimmung - nicht nur in Firmen. Der Kommentar.
Die deutsche Wirtschaft stagniert und liegt damit unter dem durchschnittlichen europäischen Wirtschaftswachstum. So schnell wird sich das auch nicht ändern – die Liste der Probleme ist lang: hohe Energiepreise, fehlende Arbeitskräfte, Mängel bei Digitalisierung und Infrastruktur. Kein Wunder, dass die Laune in vielen Chefetagen schlecht ist. Vom „gefesselten Riesen“ spricht Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger, vom „Klumpenrisiko“ Covestro-Chef Markus Steilemann.
Und die Bundesregierung? Bislang hat die selbst ernannte Fortschrittskoalition noch kein Konzept gefunden gegen die Flaute und die schlechte Stimmung, die sie begleitet. Im Gegenteil: Selbst bei einzelnen Instrumenten wie dem Industriestrompreis bewegt sich nichts. Am Kabinettstisch blockiert man sich gegenseitig.
Dabei wäre ein gut gefüllter Werkzeugkasten erforderlich – und die Bereitschaft, sich unangenehmen Fragen zu stellen: Wie will man die Konjunktur anschieben, ohne die Inflation weiter zu befeuern? Warum hält man dogmatisch an der Schuldenbremse fest, wenn das Schienennetz abgewirtschaftet ist und Brücken marode sind? Was hilft die schwarze Null, wenn durch sie notwendige Investitionen einfach nur in die Zukunft verschoben werden? Fortschritt geht anders.
