„Kanzler muss seiner Verantwortung endlich gerecht werden“

Steigende Flüchtlingszahlen: Wüst kritisiert Verhalten von Scholz

+
Hendrik Wüst

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) fordert von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) entschlosseneres Agieren in der Flüchtlingsfrage.

Düsseldorf in Deutschland - In der Diskussion um die steigenden Flüchtlingszahlen hat Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) das Verhalten von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) heftig kritisiert. „Von der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag sollte ein deutliches Signal der Länder an den Bund gehen: Der Kanzler muss seiner Verantwortung endlich gerecht werden und die Finanzierung der Flüchtlingskosten zur Chefsache machen“, sagte Wüst der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).

„Woche für Woche werden in Deutschland steigende Flüchtlingszahlen registriert und sowohl die Länder als auch die Kommunen stoßen an ihre Grenzen“, sagte Wüst. „Wir müssen den Menschen, die vor dem Krieg zu uns fliehen, vor Ort gerecht werden können.“ Statt die Länder dabei finanziell zu unterstützen, „scheint der Bund aber zu glauben, man könne das Problem einfach aussitzen“, kritisierte der nordrhein-westfälische Regierungschef, der derzeit einer der Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz ist.

Bei der Konferenz der Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstag soll es auch um den Umgang mit den steigenden Flüchtlingszahlen und die Finanzierung der dadurch entstehenden Kosten gehen. Die Länder wollen unter anderem ihre Forderungen an den Bund koordinieren. jes

Bericht: Scholz will Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zu Flüchtlingen im Mai

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen will Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einem Bericht zufolge eine Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zu diesem Thema einberufen. Im Kanzleramt werde der 10. Mai als Termin geplant, berichtete das Nachrichtenportal „The Pioneer“ am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Bei dem Treffen solle es insbesondere um Finanzierungsfragen gehen.

Die Migration steht auch auf der Tagesordnung der regulären Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag. In einer Beschlussvorlage dafür fordern die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder laut „The Pioneer“, dass die Bundesregierung ihre Unterstützungszusagen einhält. Die Bundesregierung solle aufgefordert werden, „die bereits für 2023 zugesagten Bundesmittel kurzfristig zur Verfügung zu stellen“.

Kommentare