VonAndreas Schwarzkopfschließen
Der wiederaufgeflammte Bürgerkrieg in Syrien zeigt nicht nur, wie fragil die Lage dort weiter ist, sondern könnte Aleppo erneut in ein Schlachtfeld verwandeln - wie vor zehn Jahren.
Die Hunderttausenden Menschen in Aleppo drohen nach dem Wiederaufflammen des Bürgerkriegs wie bereits vor rund zehn Jahren während der Hochphase der Gefechte erneut Opfer der Gewalt zu werden. Die syrische Armee des Diktators Baschar al-Assad muss aus strategischen und machtpolitischen Gründen die islamistischen Rebellen von Haiat Tahrir al-Scham aus der auch wirtschaftlich wichtigen Stadt vertreiben.
Kampf um Aleppo: Syriens Verbündete können Assad nicht mehr unterstützen
Die syrischen Verbündeten Iran und Russland können Assad zwar nicht mehr so unterstützen wie zuvor. Russlands Kräfte sind im Krieg gegen die Ukraine gebunden, Israel hat die Möglichkeiten des Mullah-Regimes geschwächt, deren Milizen im Irak und Syrien dezimiert sowie die Hisbollah im Libanon zunächst fast kampfunfähig gemacht. Der seit einigen Jahren eingefrorene Konflikt wird dennoch wieder ein heißer werden.
Die Menschen in der umkämpften Stadt können nur hoffen, dass das syrisch-russisch-iranische Bündnis den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan dazu bringt, die Rebellen zu mäßigen. Denn westliche Staaten fallen als Vermittler aus. Der designierte US-Präsident Donald Trump wird sich kaum in dem Konflikt engagieren. Und der politische Einfluss der EU ist viel zu gering.
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