VonKathrin Reikowskischließen
Joe Biden gibt ein brisantes TV-Interview in der Causa Taiwan. Das Weiße Haus sah sich danach offenbar gezwungen, die Aussage klarzustellen.
Washington - Würden die USA ihrem Verbündeten Taiwan im Falle eines militärischen Angriffs durch China zur Seite stehen? Bekäme Taiwan militärische Unterstützung durch die USA - was einem Aufeinandertreffen der beiden Weltmächte USA und China gleich käme? Bisher versucht die US-Politik sich bedeckt zu halten. Doch Präsident Biden macht einmal mehr ein klares Versprechen.
„Ja, wenn es tatsächlich zu einem noch nie da gewesenen Angriff käme“, sagte Biden in einem am Sonntagabend (US-Zeit) ausgestrahlten TV-Interview auf die Frage: „Würden die US-Streitkräfte die Insel verteidigen?“ Pelley hakte noch einmal nach: „Also im Gegensatz zur Ukraine, um es klar zu sagen: US-Streitkräfte (...) würden Taiwan im Falle einer chinesischen Invasion verteidigen?“ Biden bejahte die Frage erneut.
USA: Weißes Haus stellt Aussage Bidens nach TV-Interview richtig
Das Interview durch Scott Pelley in der Sendung „60 Minutes“ war bereits am Donnerstag aufgezeichnet worden. Und offenbar war das Weiße Haus nicht ganz einverstanden mit der brisanten Aussage des Präsidenten.
Denn Pelley erklärte noch in der Sendung, dass das Weiße Haus nach dem Interview mit Biden klargestellt habe, dass sich die US-Politik nicht geändert habe. Die USA würden offiziell nicht sagen, ob amerikanische Streitkräfte Taiwan verteidigen würden.
Biden äußert sich bereits zum zweiten Mal klar zu einer Unterstützung Taiwans gegen China
Biden hatte sich bereits im Mai bei einer Reise nach Japan ähnlich klar geäußert und gesagt, die USA hätten eine „Verpflichtung“, Taiwan im Angriffsfall zu verteidigen. Erst Anfang August hatte die US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi mit einer Reise nach Taiwan für Spannungen mit China gesorgt.
Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und droht mit einer Eroberung. Die USA haben sich der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet - was bislang vor allem Waffenlieferungen bedeutete. Die Frage nach einem militärischen Beistand im Angriffsfall wurde bewusst offengelassen, weil Peking dies als Verstoß gegen die „Ein-China-Doktrin“ sehen würde. (dpa/kat)
