Attacke im Norden

Taliban: Fast 30 000 Afghane müssen flüchten

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Ein Mitglied der afghanischen Sicherheitskräfte steht in der Nähe eines Anschlags in der Provinz Herat, Afghanistan

Bei Attacken durch die Taliban mussten im Norden Afghanistans mindestens 27 000 Menschen flüchten.

Kabul - Das meldeten die Vereinten Nationen am Donnerstag. Die Kämpfe starteten in der Provinz Sar-e-Pul vor zwei Wochen, wie afghanische Medien berichteten. Auslöser soll eine Auseinandersetzung zwischen den militant-islamistischen Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind, und einem ehemaligen Offizier sein.

Die UN sei darauf vorbereitet, mehr als 10 000 Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen. «Viele Familien sind in Nachbarprovinzen im Norden oder das zentrale Hochland Bamyan geflohen», heißt es. Auch Videos auf sozialen Medien zeigen, wie Familien in die Berge flüchten - Frauen erzählen, dass sie ihre Kinder verloren und keine Lebensmittel, Kleidung oder Medizin hätten. Ein lokaler Taliban-Sprecher hingegen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, dass die Vertriebenen wieder zurückgekehrt seien.

Die Angriffe durch die Taliban begannen, als der abtrünnige Taliban-Offizier Mahdi Mujahid die betroffene Region im Juni unter seine Kontrolle gebracht hatte. Die vetriebenen Anwohner gehören der Ethnie der Hazara an. Bereits während der ersten Taliban-Herrschaft in den 90er Jahren waren die Hazara aufgrund ihres schiitischen Glaubens Repressionen und Verfolgung durch die Taliban ausgesetzt. (dpa)

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