Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) fordert von den militant-islamistischen Taliban die sofortige Beendigung willkürlicher Verhaftungen.
Kabul - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat die militant-islamistischen Taliban dazu aufgefordert, willkürliche Verhaftungen unverzüglich zu beenden. Diese träfen vor allem Journalisten, Aktivisten, ehemalige Regierungsbeamte und Andersdenkende in Afghanistan, heißt es in einem am Montag von AI veröffentlichten Bericht.
Rechte auf Meinungs-, Freiheits- und Versammlungsfreiheit würden in dem Land zunehmend beschnitten und jede Form des Dissens mit unrechtmäßigen Inhaftierungen begegnet, heißt es weiter. Die Situation sei vor allem für Frauen düster, die gegen Einschränkungen ihrer Rechte protestieren. Besonders besorgniserregend sei, dass zuletzt auch ein 13-jähriges Mädchen unter den verschwundenen Personen gewesen sei.
Die Taliban haben im August des Vorjahres nach dem Abzug der meisten internationalen Truppen die Macht in Afghanistan wieder übernommen. Ihre Regierung besteht nur aus Männern und fast nur aus Angehörigen der Ethnie der Paschtunen. Sie hat die Rechte von Frauen stark beschnitten. Auch die Medienfreiheit wurde massiv eingeschränkt. Zudem gibt es immer wieder Berichte über außergerichtliche Tötungen von Sicherheitskräften oder Beamten der ehemaligen Regierung. (dpa)