Tipp kam von US-Geheimdienst

Anschlag mit Lkw auf Weihnachtsmarkt geplant – Jugendlicher in Norddeutschland festgenommen

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In Schleswig-Holstein wurde wohl ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt verhindert. Fahnder nahmen einen Tatverdächtigen in Elmshorn (bei Hamburg) fest.

Update vom 12. November, 10.31 Uhr: Der 17-Jährige, der wegen der Planung eines Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt festgenommen wurde, soll ein islamistisch motivierten Hintergrund haben. „Zuletzt mündete die islamistisch extremistische Einstellung des Beschuldigten in hinreichend konkreten Anschlagsplänen“, teilte die Staatsanwaltschaft in Flensburg am Dienstag mit. Der Jugendliche war am vergangenen Mittwoch festgenommen worden und kam in Untersuchungshaft.

Festnahme in Elmshorn: Jugendlicher soll Anschlag geplant haben

Erstmeldung: Elmshorn – Wenige Wochen vor dem Beginn der Weihnachtszeit ist es Fahndern des Staatsschutzes wohl gelungen, einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt zu verhindern. Wie mehrere Medien berichten, soll ein Verdächtiger in Elmshorn, wenige Kilometer nördlich von Hamburg, bereits am 7. November wegen des geplanten Anschlags verhaftet worden sein. Das bestätigte der Flensburger Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund sei „ein Anschlagszenario, aber nicht klar umrissen“. Der Tatverdächtige soll 17 Jahre alt sein.

Offenbar wurde ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt verhindert. In Elmshorn wurde ein Verdächtiger festgenommen. (Archivbild)

Anschlag auf Weihnachtsmarkt verhindert: Tatverdächtiger in Elmshorn festgenommen

Wie die Bild berichtet, hatte der Jugendliche mutmaßlich geplant, mit einem Lastwagen gezielt in eine Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt zu fahren. Aus den Informationen der Zeitung geht zudem hervor, dass es möglicherweise einen islamistischen Hintergrund gibt. Der entscheidende Tipp zu den Anschlagsplänen soll von US-Geheimdiensten gekommen sein. In der Folge hatte das Bundeskriminalamt im Frühjahr 2024 die Ermittlungen aufgenommen, heißt es weiter. Im März dieses Jahres übernahm dann die Staatsanwaltschaft Flensburg den Fall.

Nach Informationen des Tagesspiegels hatten die Behörden die Kommunikation des Tatverdächtigen abgefangen. Ob wirklich ein islamistisches Motiv vorliegt, konnte bisher nicht bestätigt werden. Die Zeitung schreibt weiter, dass nach Behördenangaben bislang 24 islamistisch motivierte Anschläge verhindert werden konnten. Das geht aus Angaben des Bundesinnenministeriums in Berlin und des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden hervor.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt geplant: Ermittlungen gegen Tatverdächtigen laufen

Laut Bild wird gegenwärtig gegen den Tatverdächtigen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und der Verabredung zu einem Verbrechen, nämlich Mord, ermittelt. Weitergehende Angaben, beispielsweise zur Staatsangehörigkeit des Mannes, dem Motiv und wie Ermittler auf seine Spur kamen, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bestätigen. Weitere Informationen sollen am Mittwoch folgen.

Dass mit einem Lkw ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt verübt wird, weckt Erinnerungen an den Anschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Damals hatte ein islamistischer Terrorist einen Lastwagen entführt und war in einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren. Durch die Tat starben insgesamt 13 Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. Der Attentäter wurde später in Italien erschossen. (fbu/dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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