Putin-Propagandist lobt Partnerschaft zwischen Russland und Nordkorea – „Territorium der USA bedroht“
VonFabian Hartmann
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Die russischen Drohgebärden nehmen nicht ab. Im Gegenteil: Seitdem die Kooperation mit Nordkorea gestärkt wurde, wird die Rhetorik schärfer. Nun meldet sich ein Putin-Verbündeter zu Wort.
Kiew/Moskau – Russland verstärkt seine Seitenhiebe und Drohungen gen Westen. Infolge der neuerdings gestärkten Zusammenarbeit mit Nordkorea nimmt die rhetorische Schärfe, mit der die Führungskräfte beider Regime sich an westliche Staaten richten, auch nach Putins Besuch in Pjöngjang weiter zu. Im staatlichen russischen Fernsehen hat sich nun der Moderator Wladimir Solowjow, der für seine Nähe zu Wladimir Putin bekannt ist, mit einer weiteren Drohgebärde an den Westen gewandt.
Putin-Verbündeter Solowjow richtet sich mit einer scharfen Drohung an den Westen
In einer Sendung des staatlich kontrollierten russischen Fernsehsenders Rossija 1lobte Solowjow die neue strategische Partnerschaft zwischen Russland und Nordkorea und warnte, dass dank der Technologie beider Länder „das Territorium der USA bedroht ist“.
„Diese neue Ebene der Beziehungen zwischen Russland und der Demokratischen Volksrepublik Korea ist eine direkte Bedrohung, nicht nur für Japan und Südkorea, sondern auch für das Territorium der Vereinigten Staaten“, sagte Solowjow in der Sendung auf Rossija 1 weiter.
Solowjow gilt als Propagandist sowie enger Verbündeter von Putin und wurde nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 bereits mit internationalen Sanktionen belegt. Ein Video seiner Äußerungen wurde am Donnerstag von Russian Media Monitor, einer von der Journalistin Julia Davis gegründeten Organisation, veröffentlicht.
Weiterer Risikoherd für den Ukraine-Krieg: Spannungen zwischen Nord- und Südkorea nehmen zu
Die historischen Spannungen zwischen den Nachbarländern Nord- und Südkorea nahmen in den vergangenen Monaten und Wochen an Intensität zu. Zuletzt hatte Südkorea eine Propaganda-Lärmbeschallung als psychologische Kriegsführung Richtung Nordkorea beschlossen, die von der Grenze beider Länder ausgeht. Am Mittwoch unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un einen Vertrag, in dem sich beide Länder gegenseitig militärische Unterstützung im Falle eines Angriffs zusichern.
Laut dem von nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichten Vertragstext besagt der Pakt, dass im Falle einer Invasion Russlands oder Nordkoreas die jeweils andere Partei „unverzüglich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln militärischen und sonstigen Beistand leisten wird.“
Am Freitag hat Südkorea den russischen Botschafter einbestellt, um gegen den neuen Verteidigungspakt des Kremls mit Pjöngjang zu protestieren. Berichten zufolgedroht Nordkorea mit Vergeltungsmaßnahmen, weil südkoreanische Aktivist:innen Tausende von Flugblättern gegen das Regime in Pjöngjang über die Grenze fliegen, die sich beide Länder teilen.
Putin-Verbündeter Solowjow betont, Russland sei Aggressionen von außen ausgesetzt
Solowjow, der Putins Krieg in der Ukraine unterstützt hat, sagte bei Rossija 1 weiter: „Im Falle einer Aggression können die Länder einander zu Hilfe kommen – ich erinnere Sie daran, dass wir derzeit mit einer Aggression konfrontiert sind. Ich möchte Sie daran erinnern, dass militärische Aktionen auf unseren konstitutionellen Gebieten in den Regionen Cherson, Saporischschja, Donezk und teilweise Luhansk stattfinden.“ Die Äußerungen Solowjows sind umstritten, da diese Städte auf dem ukrainischen Territorium liegen, das Russland für sich beansprucht.
Die USA dagegen gelten als enger Verbündeter der Ukraine und haben den russischen Einmarsch verurteilt, da sie ihn für einen Angriff auf die ukrainische Souveränität halten. Seit Putin den Ukraine-Krieg am 24. Februar 2022 begonnen hat, hat der Kongress nach Angaben des Council on Foreign Relations fünf Gesetzentwürfe über insgesamt 175 Milliarden Dollar an Hilfen zur Verteidigung der Ukraine verabschiedet.
Vor allem in den USA wachsen die Sorgen vor einer weiteren Eskalation durch neue Drohungen Russlands
Unterdessen wächst im Westen weiter die Sorge, die russisch-nordkoreanischen Drohgebärden könnten zu einer weiteren Eskalation globaler Krisen führen. Dem Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, zufolge sei Putins Ankündigung infolge des gestärkten Bunds mit Nordkorea „äußerst besorgniserregend“, wie die Tagesschau am Freitag berichtete.
Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks
Sie würde „die koreanische Halbinsel destabilisieren, und könnte – abhängig von der Art der Waffen – gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstoßen, die Russland selbst unterstützt hat“, betonte Miller. Putin hatte sich dabei auch an Südkorea gewandt und die Führung des Landes gewarnt, weiter Waffen in die Ukraine zu entsenden.
Auch diesbezüglich äußerte sich der Sprecher des US-Außenministeriums: Miller sagte, jedes Land müsse selbst entscheiden, ob es die Ukraine mit Waffen beliefern wolle oder nicht. Dabei betonte er: „Wir begrüßen jede Unterstützung für die Ukraine in ihrem Kampf gegen die russische Aggression.“ (fh)