Für einen Militär-Flughafen in NRW wird die zweithöchste Sicherheitsstufe aktiviert. Doch vieles ist noch unklar.
Die Nato hat auf ihrem Luftwaffenstützpunkt im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen den Schutz verschärft und Mitarbeiter nach Hause geschickt. Dort sind Frühwarn- und Kontrolltruppe des Bündnisses mit dem fliegenden Frühwarnsystem Awacs stationiert. Nun gilt dort die zweithöchste Stufe Charlie. Alle Mitarbeitende, die nicht für den Einsatz benötigt würden, seien als Vorsichtsmaßnahme nach Hause geschickt worden, sagte ein Sprecher der Air Base. Hintergrund seien nachrichtendienstliche Informationen, die auf eine mögliche Bedrohung hinwiesen.
Die nun angeordnete Sicherheitsstufe bedeutet im Nato-Jargon, dass ein Zwischenfall eingetreten ist oder Erkenntnisse vorliegen, dass irgendeine Form von terroristischen Aktionen gegen das Bündnis sehr wahrscheinlich ist. „Dies ist kein Grund zur Besorgnis und eine reine Vorsichtsmaßnahme, um sicherzustellen, dass wir unsere kritischen Operationen fortsetzen können“, sagte ein Sprecher der Air Base jedoch. Die höchste Stufe Delta wird bei gemeinhin ausgerufen, wenn ein Terroranschlag erfolgt oder unmittelbar bevorsteht.
Am Militär-Flughafen in Geilenkirchen arbeiten einem Sprecher zufolge etwa 1600 Menschen, derzeit wegen der Ferien deutlich weniger. Etwa die Hälfte der Beschäftigten sei nun wegen der Warnstufe zu Hause. Viele arbeiteten aber aus dem Homeoffice. Die Polizei Köln übernahm am Abend die Ermittlungen. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt, auch nicht die Zahl der Einsatzkräfte. Der Flugbetrieb in Geilenkirchen laufe indessen planmäßig weiter. Am Flughafen gebe es von Montag bis Freitag zwei bis drei Awacs-Flüge pro Tag. Am Wochenende werde nicht geflogen.
Bereits im Juli herrschte auf US-Stützpunkten in Deutschland und anderen europäischen Ländern Medienberichten zufolge erhöhte Alarmbereitschaft wegen Terrorgefahr. Das Pentagon habe ebenfalls auf Stützpunkten die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, berichtete CNN damals. Unklar blieb die Art der angeblichen Bedrohung. Auch im aktuellen Fall machen die Polizei, das deutsche Verteidigungsministerium und die Nato dazu keine Angaben. Der Sprecher wies Gerüchte über Drohnenflüge über dem Gelände zurück. dpa