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Thomas Kutschaty: Ex-Parteichef in NRW und stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender – alle Infos

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Thomas Kutschaty gibt nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine Pressekonferenz.
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Thomas Kutschaty gehört zu den wichtigsten SPD-Politikern in NRW. Zudem ist er der stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei. Sein Werdegang, Herkunft und Politik-Karriere.

Düsseldorf/Essen – Seit über 35 Jahren ist Thomas Kutschaty für die SPD in Nordrhein-Westfalen aktiv. Zuerst ehrenamtlich und später hauptberuflich – sei es als Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag oder zeitweilig als Minister in der NRW-Landesregierung. Zudem trat er als SPD-Spitzenkandidat bei der NRW-Landtagswahl 2022 für den Posten des Ministerpräsidenten an. Alles was man zu dem Politiker, Juristen und Vater aus Essen wissen muss.

Thomas Kutschaty
Geboren/Alter12. Juni 1968 (53 Jahre), Essen
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
BerufNRW-Landtagsabgeordneter, vorher: Rechtsanwalt
Vorheriges AmtJustizminister von Nordrhein-Westfalen (2010–2017)
AusbildungRuhr-Universität Bochum (1989–1994), Gymnasium Borbeck (1987)

Herkunft und Bildung Thomas Kutschaty: Aus Essen in NRW-Landtag – vom Juristen zum SPD-Vollblutpolitiker

Thomas Kutschaty ist am 12. Juni 1968 im Essener Norden geboren. Er stammt aus einer Eisenbahner-Familie und machte 1987 am Gymnasium Borbeck als erster ein Abitur. Nach dem Zivildienst begann er 1989 sein Studium der Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum, welches er 1997 mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. Anschließend arbeitete der SPD-Politiker Kutschaty von 1997 bis 2010 als Rechtsanwalt.

Mit 18 Jahren ist Thomas Kutschaty in die SPD eingetreten. Schnell erhielt er Verantwortung innerhalb seines Ortsvereins in Essen-Borbeck. 1987 war er dort zuerst Sprecher der Jungsozialisten („Jusos“), anschließend wurde er in den lokalen Vorstand berufen, in dem er seitdem tätig ist. Von 1994 bis 2016 war er sogar Vorsitzender des Ortsvereins. Im Jahr 1999 bekam Kutschaty das erste Mal größere politische Verantwortung, als er Mitglied im Stadtrat Essen wurde.

Thomas Kutschaty (SPD) hat seine Stimme bei der NRW-Wahl abgegeben.

Thomas Kutschaty Lebenslauf: Seit 2005 im Wahlkreis 65 erfolgreich – Vize-Bundesvorsitzender der SPD

In der Landespolitik trat Thomas Kutschaty vor allem ab 2005 in Erscheinung. Damals gewann er das Direktmandat für den NRW-Landtag im Wahlkreis 65 (Essen I – Mülheim II), welches 2010, 2012 und 2017 immer wieder bestätigt wurde. Seitdem ist er vor allem in der Landeshauptstadt Düsseldorf in der NRW-Fraktion der SPD politisch aktiv. Konkret im Innenausschuss, Rechtsausschuss und dem Kontrollgremium des Landtags.

Seinen bisherigen politischen Höhepunkt erlebte er von 2010 bis 2017 als Justizminister des Landes NRW, jeweils im Kabinett der damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. 2018 wurde Kutschaty von der SPD zuerst zum Fraktionsvorsitzenden und dann 2021 auch zum Landesvorsitzenden gewählt. Damit war er zeitweise DAS Gesicht der Partei in NRW. Ende 2021 wurde er zum stellvertretender Bundesvorsitzenden der SPD gewählt, womit er erstmals ein politisches Amt außerhalb von NRW innehat.

Am 23. März 2023 trat Kutschaty als Parteichef der SPD in NRW zurück. Der Grund für den Rücktritt: Kutschaty schlug die Bonner Juristin Magdalena Möhlenkamp als neue Generalsekretärin vor. Doch das Präsidium der nordrhein-westfälischen SPD ließ in abblitzen. Als Vorsitzender brauche man „die volle Unterstützung aller Gremien der Partei“, sagte Kutschaty in einem Statement. Er räumte ein, dass es „unterschiedliche Auffassungen“ gebe. Schon in den Wochen und Monaten zuvor hatte sich die Kritik an dem Essener gehäuft.

Thomas Kutschaty (SPD) bei der Stimmabgabe zur NRW-Wahl 2022.

Thomas Kutschaty war von seiner Partei zum Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl 2022 ernannt worden, womit er auch das Amt des Ministerpräsidenten angestrebt hatte. Nach dem schlechten Wahlergebnis der SPD musste er sich jedoch dem CDU-Politiker Hendrik Wüst geschlagen geben.

Thomas Kutschaty: Politischer Lebenslauf bei der SPD in NRW – Überblick

1986Eintritt in die SPD
1987Sprecher der Jungsozialisten im Stadtbezirk Borbeck
seit 1987Mitglied im Vorstand des SPD-Ortsvereins Essen-Borbeck
1988 bis 1990Mitglied im Juso-Unterbezirksvorstand
1989 bis 1999Mitglied der Bezirksvertretung IV im Stadtbezirk Borbeck
1994-2016Vorsitzender im Ortsverein Borbeck
1999Mitglied im Rat der Stadt Essen
seit 2005Mitglied des Landtages NRW, direkt gewählt im Wahlkreis 65 (Essen I – Mülheim II)
2008 bis 2016Stv. Vorsitzender der SPD Essen
von 2010 bis 2017Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen
2016 bis 2021Vorsitzender der SPD Essen
2018 - 2023Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW
2021 - 2023SPD-Landesvorsitzender NRW
seit Dezember 2021stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD

SPD-Politiker Thomas Kutschaty: Aktivitäten in Vereinen und Verbänden

Neben seiner Tätigkeit als Politiker ist Thomas Kutschaty Mitglied in mehreren Vereinen und Verbänden. In folgenden soll er besonders engagiert sein:

  • Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein-Westfalen (Vorsitzender)
  • Bergbaukolonie Schönebeck e.V. (Mitglied im Vorstand)

    Deutscher Kinderschutzbund Ortsverein Essen e.V. (Mitglied im Kuratorium)
  • Förderverein Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege e.V. (Mitglied im Kuratorium)

Thomas Kutschaty Privatleben: Seine Frau Christina Kutschaty arbeitet in Remscheid

Thomas Kutschaty ist verheiratet und hat drei Kinder. Seine Ehefrau Christina Kutschaty arbeitete bis 2018 als Stadtplanerin in Xanten und ging dann in die Stadtentwicklung in Remscheid. Die beiden leben mit der jüngsten Tochter in Essen-Schönebeck. Der SPD-Politiker hat die römisch-katholische Konfession.

SPD-Politiker Thomas Kutschaty ist nur noch selten ohne Bart zu sehen.

Als Oppositionsführer gehörte Kutschaty naturgemäß zu den größten Kritikern der NRW-Landesregierung unter Hendrik Wüst und zuvor Armin Laschet. Dies übte er neben seinen Reden im Landtag auch sehr aktiv auf seinem Twitter-Profil aus. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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