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Nach Anschlag in Solingen: CDU will Asylgesetz ändern – SPD-Chefin Esken irritiert mit Statement

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Ein Syrer soll den Messeranschlag in Solingen verübt haben. Forderungen nach schärfere Regeln in der Migrationspolitik mehren sich. Der News-Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet. Alle Entwicklungen und Informationen finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Nach Messerattacke in Solingen – Esken glaubt aus Angriff „nicht allzu viel lernen“ zu können

Update vom 26. August, 11.05 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat mit einem Statement für Aufsehen gesorgt. Esken ist der Ansicht, dass sich aus dem Messerangriff Solingen nicht viele Erkenntnisse ziehen lassen. Das sagte sie in der ARD-Sendung Caren Miosga am Sonntagabend (25. August). Die Moderatorin fragte Esken zu möglichen Schlussfolgerungen, die nach dem mutmaßlichen Angriff auf ein Stadtfest in Solingen gezogen werden könnten.

„Gerade aus diesem Anschlag lässt sich, glaube ich, nicht allzu viel lernen“, so Esken. Sie erklärte, dass der Angreifer zuvor nicht polizeilich bekannt gewesen sei und daher auch nicht überwacht wurde. Sie warnte auch davor, nun weite Teile der Bevölkerung unter einen Generalverdacht zu stellen. „Das ist nämlich genau das, was der Islamismus auch erreichen will mit diesen Anschlägen: So eine Verunsicherung in unsere Gesellschaft streuen, dass wir unsere Freiheitsrechte aufgeben!“, betonte sie.

SPD-Chefin Saskia Esken: Aus Anschlag lässt sich „nicht viel lernen“

Union fordert „Antworten“ von Faeser nach Messerattacke in Solingen

Update vom 26. August, 10.27 Uhr: Die Unionsfraktion im Bundestag hat angekündigt, Innenministerin Nancy Faeser (SPD) noch diese Woche in einer Sondersitzung des Innenausschusses zu befragen. Laut der CSU-Abgeordneten Andrea Lindholz verlange die Union „Antworten“ von der Bundesinnenministerin, wie sie gegenüber den Sendern ntv und RTL angab.

Bei der Sondersitzung fordere die Union „alle Erkenntnisse, die sie zum Täter und zur Tat in Solingen hat“, so Lindholz. Zudem werde erwartet, dass Faeser preisgebe, „welche Maßnahmen die Bundesregierung in diesem Zusammenhang plant, was die Innenministerin vorhat und wie sie die Sicherheitslage in Deutschland verbessern will“

Update vom 26. August, 9.38 Uhr: Im ARD-Morgenmagazin äußerte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm zu möglichen Änderungen im Asylgesetz. Throm gab an, dass die Mehrheit der Asylsuchenden aus Syrien und Afghanistan einen subsidiären Schutz erhalten würden - das bedeutet, sie erhalten Asyl, obwohl sie nicht unmittelbar bedroht oder verfolgt werden. Da zurzeit in Afghanistan keine Kriegshandlungen stattfänden und die Konflikte in Syrien regional begrenzt seien, forderte Throm, dass „der subsidiäre Schutz für Afghanen und für Syrer wegfallen“ solle.

Anschlag in Solingen: Bundeskanzler Olaf Scholz will der Opfer der Messerattacke gedenken

Update vom 26. August, 5.25 Uhr: Nach dem tödlichen Messerangriff von Solingen werden Forderungen nach härteren Abschieberegeln und einem strengeren Waffenrecht lauter. Zugleich wird Aufklärung verlangt, weshalb die Behörden im vergangenen Jahr mit dem Versuch scheiterten, den syrischen Asylbewerber abzuschieben, der so überhaupt erst den Anschlag mit drei Todesopfern verüben konnte. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will heute in Solingen mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) der Opfer der Messerattacke gedenken.

Update vom 25. August, 22.20 Uhr: Am Sonntagabend hat die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ ein Video herausgegeben, das den mutmaßlichen Angreifer von Solingen vor seinem Angriff zeigen soll. In dem etwa einminütigen Video ist ein maskierter Mann zu erkennen, der ein Messer in Richtung der Kamera hält. Der Mann schwört in arabischer Sprache Treue zum IS und seinem Anführer Abū Hafs al-Hāshimī al-Qurashī, den er mit dem Ehrentitel „Emir“ bezeichnet.

Schon am Samstag hatte der IS die Verantwortung für den Angriff in Solingen übernommen. Ob das freigegebene Video tatsächlich den Angreifer von Solingen zeigt, lässt sich momentan jedoch nicht unabhängig bestätigen.

Den Sicherheitsbehörden war der mutmaßliche Attentäter bislang nicht als islamistischer Extremist bekannt.

Wüst fordert nach Anschlag in Solingen konsequenteres Vorgehen gegen Migration

Update vom 25. August, 17.46 Uhr: Nach dem Messerangriff in Solingen hat der Landesvorsitzende Hendrik Wüst (CDU) eine stärkere Kontrolle der illegalen Einwanderung angemahnt. „In Solingen hat es zum wiederholten Mal einen Menschen gegeben, der als vermeintlich Schutzsuchender zu uns gekommen ist, unsere Menschlichkeit ausgenutzt hat, um ein unmenschliches Verbrechen zu begehen“, äußerte der Ministerpräsident von NRW am Sonntag.

„Ein konsequentes Vorgehen gegen irreguläre Migration und Islamismus ist daher jetzt der notwendige Kampf zur Verteidigung unserer liberalen Demokratie“, betonte Wüst. Die alleinige Diskussion über die von der Bundesregierung geplanten Verschärfungen im Waffenrecht sei nicht ausreichend. „Messerkriminalität ist das eine. Gezielte Anschläge, die von radikalisierten Tätern im Glauben an eine abartige Ideologie begangen werden, sind etwas anders“, erklärte Wüst. „Wir müssen die Dinge klar beim Namen nennen.“

Merz fordert nach Anschlag in Solingen Aufnahmestopp

Update vom 25. August, 16.43 Uhr: Nach dem tragischen Messerangriff in Solingen hat Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien gefordert. In seinem E-Mail-Newsletter, bekannt als „MerzMail“, richtet er einen dringenden Appell an den Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Er fordert, „zusammen schnell und ohne weitere Verzögerungen Entscheidungen zu treffen, die konsequent darauf ausgerichtet sind, weitere Terroranschläge wie den vom letzten Freitag in unserem Land zu verhindern“.

Merz betont, dass nicht die Messer das eigentliche Problem darstellen. Er schreibt, „sondern die Personen, die damit herumlaufen. In der Mehrzahl der Fälle sind dies Flüchtlinge, in der Mehrzahl der Taten stehen islamistische Motive dahinter“. Wie genau ein solcher Aufnahmestopp rechtlich realisiert werden könnte, bleibt in seinem Newsletter allerdings unklar.

Söder fordert nach Anschlag in Solingen konsequentere Abschiebungen

Update vom 25. August, 15.02 Uhr: Nach dem tragischen Anschlag in Solingen hat Markus Söder, der Ministerpräsident von Bayern und Vorsitzender der CSU, eine Ausweitung der Polizeibefugnisse angemahnt. Er bezog sich dabei auf Kontrollen ohne konkreten Anlass, insbesondere in Fußgängerzonen. „Wir haben nicht die richtigen Instrumente, um gegen Gewalt und auf Gewalt zu reagieren“, äußerte Söder im ARD-„Sommerinterview“, wie eine Vorabmeldung am Sonntag verriet. „Beim Auto werden Sie nämlich kontrolliert, anlasslos geht das. Bei Fußgängerzonen nicht“, erklärte der CSU-Vorsitzende weiter.

Darüber hinaus sprach sich Söder für eine konsequentere Durchführung von Abschiebungen aus, auch nach Syrien und Afghanistan. „Jemand, der sich wehrt gegen eine Abschiebung, der muss in Abschiebearrest kommen und muss dann abgeschoben werden und auch nach Syrien und auch nach Afghanistan, muss endlich wieder abgeschoben werden“, betonte er.

Update vom 25. August, 14.30 Uhr: In einem Statement von Friedrich Merz attackiert der CDU-Chef die Ampel-Koalition und deren Migrationspolitik. „Nach dem Terrorakt von Solingen dürfte nun endgültig klar sein: Nicht die Messer sind das Problem, sondern die Personen, die damit herumlaufen“, schreibt Merz in einem Beitrag mit der Überschrift „Es reicht!“

Nun sei der Bundeskanzler gefragt. „Ich fordere Sie auf, mit uns zusammen schnell und ohne weitere Verzögerungen Entscheidungen zu treffen, die konsequent darauf ausgerichtet sind, weitere Terroranschläge wie den vom letzten Freitag in unserem Land zu verhindern“, so Merz in Richtung Olaf Scholz: Weiter forderte er einen Aufnahmestopp von Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan. Dorthin soll künftig nur noch abgeschoben werden, doch „weitere Flüchtlinge aus diesen Ländern nehmen wir nicht auf“. Als Vorbild nannte der CDU-Vorsitzende etwa die dänische Regierung.

Messerdebatte nach Anschlag in Solingen: „Wir leben nicht mehr im Mittelalter“

Update vom 25. August, 12.43 Uhr: Der mutmaßliche Attentäter von Solingen wird derzeit offenbar zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe gebracht. Laut Medienberichten traf am Mittag ein Spezialkommando der Polizei ein, um den 26-Jährigen abzuholen. Er soll dort einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof (BGH) vorgeführt werden. Aufnahmen zeigen eine Kolonne mit mehreren schwarzen Fahrzeugen der Sicherheitsbehörden sowie einen Hubschrauber der Bundespolizei.

Update vom 25. August, 11.40 Uhr: Der mutmaßliche Täter des Messerangriffs von Solingen sollte laut Berichten des Focus und des Spiegels bereits Anfang 2023 nach Bulgarien abgeschoben werden. Demnach habe es sogar einen Abschiebetermin gegeben, der 26-Jährige sei jedoch sechs Monate untergetaucht. Als er dann wieder in Erscheinung trat, sei er in der Flüchtlingsunterkunft in der Solinger Innenstadt untergebracht worden.

Im August lief die Überstellungsfrist ab, berichtet der Spiegel. Die Bundesrepublik gewährte dem Syrer dann Ende 2023 subsidiären Schutz, den Geflüchtete aus Kriegsgebieten häufig bekommen. Diese Information war schon gestern Abend bekannt.

Messerdebatte nach Anschlag in Solingen: „Wir leben nicht mehr im Mittelalter“

Update vom 25. August, 10.18 Uhr: Robert Habeck hat sich nach dem tödlichen Messerangriff in Solingen erneut zu einem schärferen Waffengesetz geäußert. „Ob die schreckliche Tat von Solingen mit strengeren Gesetzen hätte verhindert werden können, das weiß man nicht“, zitiert die dpa den Vizekanzler. Einige rechtliche Verschärfungen seien jedoch schlicht richtig und notwendig: „Mehr Waffenverbotszonen und strengere Waffengesetze – Hieb- und Stichwaffen braucht niemand in Deutschland in der Öffentlichkeit. Wir leben nicht mehr im Mittelalter.“

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Messerangriff in Solingen

Update vom 25. August, 8.50 Uhr: Nach dem Messerangriff von Solingen mit drei Toten hat die Bundesanwaltschaft als oberste deutsche Anklagebehörde die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor die Ermittlungen von der Landesbehörde übernommen.

Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat für sich, eine Bestätigung der Sicherheitsbehörden für ein islamistisches Tatmotiv gibt es bislang aber nicht. Eine terroristisch motivierte Tat werde aber weiterhin nicht ausgeschlossen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt nun auch wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS gegen den Tatverdächtigen. 

Update vom 25. August, 6.32 Uhr: Nach dem Messerangriff in Solingen mit drei Toten hat die Polizei den mutmaßlichen Angreifer festgenommen. „Der, den wir den ganzen Tag in Wirklichkeit gesucht haben, der ist seit kurzer Zeit bei uns im Gewahrsam“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Samstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Medienberichten zufolge hatte sich der Tatverdächtige der Polizei gestellt, es handele sich um einen 26-jährigen Syrer, der Ende 2022 nach Deutschland gekommen war. Laut dem Spiegel war er den Sicherheitsbehörden nicht als islamistischer Extremist bekannt. Diese Berichte bestätigte die Polizei zunächst nicht.

Reul sagte, der festgenommene Mann sei im „höchsten Maße“ tatverdächtig. „Es ist jetzt mehr als eine Vermutung. Wir haben nicht nur einen Hinweis auf diese Person gehabt, sondern wir haben auch Beweisstücke gefunden.“ Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei bereits in einer Solinger Flüchtlingsunterkunft, die nicht weit vom Anschlagsort in der Innenstadt entfernt ist, einen Mann festgenommen. Am Morgen war zudem ein 15-Jähriger festgenommen worden, der mit dem möglichen Täter in Verbindung gestanden haben könnte.

„Das waren aber sehr wahrscheinlich, immer noch vorsichtig gesagt, nicht diejenigen, die wir wirklich verdächtigen“, sagte Reul mit Blick auf die beiden Festnahmen. Auch der nun festgenommene Tatverdächtige habe seiner Kenntnis nach in der Flüchtlingsunterkunft gewohnt. Er werde derzeit vernommen, „und es wird alles Weitere geklärt“, sagte Reul.

Update vom 24. August, 20.33 Uhr: Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag im nordrhein-westfälischen Solingen für sich beansprucht. Ein „Soldat“ des IS habe den Angriff „auf eine Versammlung von Christen in der Stadt Solingen in Deutschland“ am Freitag verübt, teilte das IS-Propaganda-Organ Amaq am Samstag im Onlinedienst Telegram mit. Der Angreifer habe damit „Rache“ für Muslime in den Palästinensergebieten und anderswo auf der Welt geübt.

Im Zusammenhang mit dem Messerangriff in Solingen mit drei Toten hat die Polizei mit starken Kräften eine Flüchtlingsunterkunft in der Innenstadt betreten. „Wir haben Hinweise erhalten, und aufgrund dessen führen wir gerade polizeiliche Maßnahmen durch“, sagte ein Polizeisprecher. Auch ein Spezialeinsatzkommando sei im Einsatz. Der Bereich werde von einer Hundertschaft abgesperrt.

Update vom 24. August, 15.14 Uhr: Eine Motivlage habe man bisher nicht erkennen können, allerdings wird ein terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Markus Caspers. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, würde der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernehmen.

Update vom 24. August, 15.11 Uhr: Aktuell befindet sich ein 15-Jähriger in Gewahrsam, wie Polizeiführer Thorsten Fleiß auf der Pressekonferenz mitteilte. Eine mögliche Verbindung zu dem Messerangriff in Solingen werde geprüft. Dem 15-Jährigen wird jedoch vorgeworfen, vorab möglicherweise von der geplanten Tat gewusst oder diese selbst geplant zu haben. Man geht derzeit davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.

Pressekonferenz zu Messerangriff in Solingen: Festnahme und mehrere Durchsuchungen

Update vom 24. August, 15.04 Uhr: Die Pressekonferenz zu dem Messerangriff in Solingen hat soeben begonnen. In Wuppertal klären Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Fragen zur Situation auf. Der Oberbürgermeister der Stadt, Tim Kurzbach, ist jedoch entgegen vorheriger Ankündigungen nicht dabei – er habe aktuell andere Verpflichtungen.

Update vom 24. August, 14.56 Uhr: Die Polizei hat nach dem tödlichen Messerangriff in Solingen die Festnahme einer Person bestätigt. Ob es sich dabei um den mutmaßlichen Täter handelt, teilte die Polizei allerdings zunächst nicht mit. Es werde nun geprüft, ob es bei der verdächtigen Person „möglicherweise Tatzusammenhänge“ gebe. Außerdem gebe es aktuell „Durchsuchungen an verschiedenen Örtlichkeiten“. Die genauen Hintergründe und ein mögliches Motiv sind weiter unklar.

Derweil hat die Polizei auch die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt. Das Messer soll in einem Mülleimer in der Innenstadt von Solingen gefunden worden sein, wie die dpa aus Ermittlerkreisen erfahren hat.

Messerangriff in Solingen: Diskussion entfacht – „Müssen bei Messerverboten vorankommen“

Update vom 24. August, 14.01 Uhr: Nach der Messerattacke im nordrhein-westfälischen Solingen mit drei Toten ist die Debatte um ein Messerverbot neu entfacht. Die Politik müsse endlich „bei den Messerverboten vorankommen“, sagte SPD-Bundestagsfraktionsvize Dirk Wiese der Rheinischen Post am Samstag. Außerdem sprach sich Wiese für mehr Befugnisse für die Sicherheitsdienste aus, „um solche Täter frühzeitig zu entdecken, insbesondere im digitalen Raum“.

Wiese hatte demnach bereits in der vergangenen Woche ein generelles Verbot des Tragens von Messern in der Öffentlichkeit ins Spiel gebracht. Ein solches „Komplettverbot“ müsse „ergebnisoffen“ diskutiert werden, sagte er laut der Rheinischen Post.

Der Solinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) zeigte sich hinsichtlich der Wirksamkeit eines generellen Verbots eher skeptisch. „Wir haben ja bereits Verbote“, sagte er im Deutschlandfunk. „Natürlich lassen sich die Kriminellen nicht davon abhalten.“ Dessen Parteikollege und Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, forderte bereits vor dem Messerangriff in Solingen strengere Messerverbote.

Messerangriff in Solingen: Festgenommener Mann offenbar nicht der Täter

Update vom 24. August, 13.33 Uhr: Wegen der kurzfristigen Reise nach Solingen musste Nancy Faeser eine für Samstagmittag geplante Rede zum „Tag der Heimat“ in Berlin absagen. Dort werde sie von Staatssekretärin Juliane Seifert vertreten, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums.

Bei einem am frühen Morgen Festgenommenen soll es sich nach dpa-Informationen ersten Ermittlungen zufolge nicht um den Täter handeln. Zuvor wollte die Polizei eine Festnahme nicht bestätigen. Der Mann sei jedoch weiter in Gewahrsam, hieß es aus Polizeikreisen. Die Einsatzkräfte fahnden mit einem Großaufgebot nach dem Täter, der nach dem Messerangriff fliehen konnte. Viele Fragen, etwa zum Motiv, sind noch offen. Die Polizei hat bislang auch keine Täterbeschreibung veröffentlicht.

Update vom 24. August, 11.55 Uhr: Am späten Nachmittag wird sich die Politik ein Bild von der Situation in Solingen nach dem Messerangriff am Freitagabend machen. So werden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landesinnenminister Herbert Reul (beide CDU) um 17 Uhr am Tatort in Solingen erwartet. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) hingegen wird davor auf einer Pressekonferenz sprechen.

Update vom 24. August, 11.32 Uhr: Medienberichte, denen zufolge es bereits eine Verhaftung in Verbindung mit dem Messerangriff in Solingen gab, wollte die Polizei auf Anfrage von IPPEN.MEDIA „weder bestätigen noch dementieren“. Aktuell gebe es „keine gesicherten Informationen“. Die Polizei Düsseldorf wird gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft unter Beteiligung des Oberbürgermeisters der Stadt Solingen sowie der Polizei Wuppertal um 15 Uhr eine Pressekonferenz abhalten. Dann soll über den aktuellen Stand informiert werden.

Kanzler Scholz „sehr bestürzt“ über Messerangriff in Solingen

Update vom 24. August, 10.50 Uhr: Inzwischen hat sich auch der Bundeskanzler zu Wort gemeldet. Olaf Scholz (SPD) nannte den Messerangriff mit drei Todesopfern ein „schreckliches Ereignis“. Er sei „sehr bestürzt“ über den Vorfall in Solingen, schrieb der Kanzler auf X. Der Täter müsse „rasch gefasst und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden“, fügte Scholz hinzu. „Wir trauern um die Opfer und stehen an der Seite der Angehörigen.“

Auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hat den Messerangriff in Solingen scharf verurteilt. „Gewalt gegen Menschen, die einfach nur glücklich feiern wollten, ist verdammenswert“, erklärte Habeck. Er wünsche den Hinterbliebenen der Getöteten „viel Kraft und Trost“ und den Verletzten gute Besserung. „Es ist gut, dass die Polizei jetzt alles daran setzt, den Täter so schnell wie möglich zu finden“, so der Bundeswirtschaftsminister.

Koalitionspartner und FDP-Chef Christian Lindner forderte nach dem Messerangriff in Solingen indes „kühle Konsequenz von Polizei und Rechtsstaat“. „Wir sind nicht machtlos“, schrieb der Bundesfinanzminister auf X. „In die Trauer um die Opfer des Anschlags in Solingen mischen sich schnell Gefühle von Ohnmacht und Wut. Auch bei mir. Aber das dürfen wir nicht zulassen“, so Lindner.

Feaser spricht von „brutalem Anschlag“ in Solingen: Polizei arbeitet nach Messerangriff auf Hochtouren

Update vom 24. August, 9.59 Uhr: Nach dem Messerangriff in Solingen hat sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) tief betroffen geäußert. „Der brutale Anschlag auf das Stadtfest in Solingen erschüttert uns zutiefst“, erklärte Faeser auf X. „Wir trauern um die Menschen, die auf furchtbare Weise aus dem Leben gerissen wurden. Meine Gedanken sind bei den Familien der Getöteten und bei den Schwerverletzten.“

„Unsere Sicherheitsbehörden tun alles, um den Täter zu fassen und die Hintergründe des Anschlags zu ermitteln“, schrieb Faeser weiter. Die Polizei Nordrhein-Westfalens habe dabei „jede Unterstützung des Bundes“. Dazu sei sie mit Innenminister Herbert Reul „und unseren Sicherheitsbehörden im laufenden Kontakt“.

Update vom 24. August, 8.18 Uhr: Grünen-Chefin Ricarda Lang hat den Messerangriff in Solingen als „entsetzliche Nachricht“ bezeichnet. Die Menschen hätten nur feiern wollen, seien dann aber „brutal ermordet“ worden. „Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern und ihren Angehörigen und den Menschen in Solingen. Und mein Dank gilt den Einsatzkräften!“, schrieb Lang weiter.

Messerangriff bei 650-Jahr-Feier der Stadt in Solingen: Mehrere Tote und Verletzte

Erstmeldung: Solingen – Am Freitagabend (23. August) hat ein Angreifer auf der 650-Jahr-Feier der Stadt Solingen drei Menschen mit einem Messer getötet und fünf weitere Menschen schwer verletzt. Die Polizei klassifizierte den Messerangriff als Anschlag, da die Tat zielgerichtet ausgeführt wurde.

NRW-Innenminister Reul am Tatort nach Messerangriff in Solingen: „Aus dem Nichts“

Der Täter konnte nach der Tat fliehen und war auch nach Mitternacht noch nicht gefasst. Ein Sprecher der Polizei teilte mit: „Wir haben derzeit keinen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort“. Die genaue Beschreibung des flüchtigen Verdächtigen war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Alexander Kresta, Sprecher der Polizei Wuppertal, erklärte: „Ich glaube, das ist unser Riesenproblem. Wir haben noch nicht so viele Angaben zum Täter“. Zeuginnen und Zeugen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort befanden, waren geschockt. Kresta fügte hinzu, dass die Polizei davon ausgehe, dass es sich um einen Einzeltäter handele. „Von weiteren Personen ist uns nichts bekannt.“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) traf noch in der Nacht am Tatort in Solingen ein und zeigte sich tief betroffen. „Aus dem Nichts sticht jemand wahllos auf Menschen ein“, sagte er. Unter den getöteten Opfern des Messerangriffs befanden sich eine Frau und zwei Männer.

„Schock, Entsetzen und große Trauer“ über Messerangriff in Solingen

Der Messerangriff ereignete sich gegen 21.37 Uhr. Der Täter stach wahllos auf Passantinnen und Passanten ein, was zu einem Großalarm führte. Ein Hubschrauber war in der Luft, zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungswagen waren im Einsatz und Straßen wurden weiträumig abgesperrt. Der Tatort, der Fronhof – ein Marktplatz in der Innenstadt von Solingen – wurde von bewaffneten Beamten gesichert.

Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums erklärte, dass der Täter im Chaos und der anfänglichen Panik nach der Tat entkommen konnte. Der Angreifer zielte bewusst auf den Hals seiner Opfer. Die Spurensicherung war im Gange; die Toten lagen nachts noch am Tatort und waren noch nicht identifiziert.

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach zeigte sich erschüttert. „Heute Abend sind wir alle in Solingen in Schock, Entsetzen und großer Trauer“, schrieb er auf der Facebook-Seite der Stadt. „Es zerreißt mir das Herz, dass es zu einem Attentat auf unsere Stadt kam. Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich an diejenigen denke, die wir verloren haben. Ich bete für alle, die noch um ihr Leben kämpfen.“

Messerangriff in Solingen: Wüst spricht von „Akt brutalster und sinnloser Gewalt“

Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete den Messerangriff in Solingen als „Akt brutalster und sinnloser Gewalt“. Er schrieb auf der Plattform X, dass die Tat „unser Land ins Herz getroffen“ habe und Nordrhein-Westfalen in Erschütterung und Trauer vereint sei. „In diesen dunklen Stunden sind die Menschen unseres Landes und darüber hinaus mit ihren Herzen und Gedanken in Solingen“, fügte der CDU-Politiker hinzu. Er dankte den vielen Rettungskräften und der Polizei, die „in diesen Minuten um Menschenleben kämpfen.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte auf der Plattform X die Hoffnung, dass es den Rettungskräften gelingen möge, die noch lebenden Verletzten zu retten und der Polizei, den „feigen und erbärmlichen Täter auf der Flucht zu fassen.“

Die Polizei riet dazu, bei verdächtigen Beobachtungen nicht eigenständig zu handeln, sondern den Notruf 110 zu wählen. Weiter forderte die Wuppertaler Polizei über Facebook dazu auf, die Solinger Innenstadt zu meiden. Die Stadt beendete das ursprünglich für drei Tage geplante Fest komplett und sagte auch die für Samstag und Sonntag geplanten Programmpunkte ab.

Messerangriffe in Deutschland: Faeser kündigte erst kürzlich Verschärfung des Waffenrechts an

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte angesichts der Zunahme von Messerangriffen erst kürzlich eine Verschärfung des Waffenrechts angekündigt. Messer dürfen demnach in der Öffentlichkeit nur noch bis zu einer Klingenlänge von sechs Zentimetern statt bisher zwölf Zentimetern mitgeführt werden. Für gefährliche Springmesser soll es ein generelles Umgangsverbot geben.

In Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt wurde Mitte Juni ein 27-jähriger Afghane von Beamten erschossen, nachdem er zunächst einen 23-Jährigen erstochen und dann auf einer privaten EM-Gartenparty mehrere Menschen verletzt haben soll. In Mannheim verletzte am 31. Mai ein Afghane fünf Mitglieder der islamkritischen Bewegung Pax Europa sowie einen Beamten mit einem Messer. Der Polizist starb später. (red/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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