Pläne der Bundesregierung

Erhöhung der Ticketsteuer: Für Urlauber könnte das Fliegen ab Mai teurer werden

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Ein neues Sparpaket sieht ab Mai 2024 eine höhere Ticketsteuer für Flugreisen vor. Für Reisende kann das teure Folgen haben.

Hamm - Wer seinen Urlaub gerne in der Sonne des Südens, an den Stränden Thailands oder an anderen fernen Orten verbringt, muss schon zur Sommersaison mit höheren Preisen für den Flug rechnen. Ab 1. Mai 2024 soll die Ticketsteuer steigen – so sieht es das Sparpaket der Bundesregierung vor. Die Mehrkosten gerade für Familien könnten beträchtlich sein.

Höhere Ticketsteuer ab Mai 2024: Welche Folgen das für Flugreisende hat

Deutschland muss sparen – und zu spüren bekommen es Flugreisende, die von einem deutschen Flughafen abheben. Konkret soll die Ticketsteuer um fast ein Fünftel steigen. Je nach Flugdistanz beträgt sie dann 15,53 bis 70,83 Euro pro Passagier. Das bedeutet gegenüber dem aktuellen Stand ein Plus je Ticket von 2,80 Euro (Reisen innerhalb von Europa, nach Russland, in die Türkei und nach Nordafrika ohne Ägypten) bis 12,77 Euro (Amerika, Australien, Südostasien und südliches Afrika). Es gibt insgesamt drei Bereiche Für die Flugsteuer:

  • EU-Mitgliedstaaten, EU-Beitrittskandidaten, EFTA-Mitgliedstaaten und in diesem Entfernungskreis liegende Drittstaaten bis zu einer Entfernung von 2.500 Kilometern
  • Länder, die nicht in die vorgenannte Distanzklasse fallen, bis zu einer Entfernung von 6.000 Kilometern
  • Länder mit einer Entfernung über 6.000 Kilometer
Abheben soll in Deutschland teurer werden. Die Fluggesellschaften könnten die höhere Flugsteuer auf die Ticketpreise umwälzen.

Zahlen müssen die Aufschläge zwar die Airlines, doch die können die Flugsteuer an die Passagiere weitergeben. Genau damit rechnet die Bundesregierung. Die „zu erwartende Überwälzung der Steuer auf die Flugpreise wird unmittelbar Auswirkungen auf die Einzelpreise für Flugreisen haben“, heißt es in dem Entwurf zum Sparpaket, das allerdings erst noch durch den Bundestag muss.

Höhere Ticketsteuer: Zahlen müssen die Airlines, doch die könnten die Kosten abwälzen

Für den Fall, dass die Erhöhung der Flugsteuer 1:1 auf den Ticketpreis aufgeschlagen wird, muss eine vierköpfige Familie für ihren Flug beispielsweise nach Mallorca, Bulgarien oder Griechenland 11,20 Euro mehr bezahlen als bisher. „Insbesondere im Bereich der so genannten Billigflüge kann die Steuer einen erheblichen Anteil des Gesamtflugpreises ausmachen“, heißt es in dem Entwurf der Bundesregierung.

Wer sein Ticket bereits jetzt gebucht hat, ist aber wohl sicher, denn eine erhöhte Steuer im Nachhinein zu verlangen, ist laut Rechtsexperten schwierig. Ob die Airlines die höheren Steuern bei allen Flugverbindungen weitergeben, ist unsicher. Gerade bei Flügen innerhalb von Europa ist der Wettbewerbsdruck hoch. Hier könnten sich sogenannte Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder Wizzair womöglich gezwungen sehen, auf eine Erhöhung der Ticketpreise zu verzichten.

Höhere Ticketsteuer, weniger Flüge? Lufthansa-Vorstand warnt

Die Steuererhöhung könnte noch auf anderem Wege Folgen für Passagiere haben: „Wenn wir von kleineren Flughäfen nur noch mit halb vollen Maschinen fliegen, müssen wir uns überlegen, ob wir bestimmte Flüge noch anbieten können“, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister im Interview mit der Welt.

In diesem Jahr sollen durch die höhere Ticketsteuer rund 400 Millionen Euro mehr Steuern in die Staatskasse fließen. Für die Folgejahre rechnet die Regierung mit Mehreinnahmen von 580 Millionen Euro. Beim Flugverkehr gibt es viel zu holen. Laut Statistischem Bundesamt flogen 2022 fast 73 Millionen Menschen von einen deutschen Airport aus. Der Rekordwert von etwa 101 Millionen wurde 2019, im Jahr vor der Corona-Pandemie, erreicht. (sst mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/A. Hartl

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