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Warum Frauen lieber „Book-Boyfriends“ als echte Partner haben

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In Büchern kann man für eine gewisse Zeit in eine neue Welt eintauchen. Viele Leserinnen wollen in Liebesromanen der echten Dating-Welt entfliehen.

Auf wohl keinen Film haben wir uns dieses Jahr so sehr gefreut wie auf „Barbie“ von Greta Gerwig. Da musste sich selbst „Oppenheimer“ von Christopher Nolan hinten anstellen. Wir feiern ihn aber nicht nur, weil die „Barbie“-Filme für viele von uns ein wichtiger Teil unserer Kindheit sind, sondern weil er Männern deutlich vor Augen führt, wie das Leben als Frau wirklich ist. Anstatt sich damit auseinanderzusetzen und sich selbst zu reflektieren, sind manche von ihnen beleidigt und lassen das an ihren Freundinnen aus – Grund genug für diese, sich nach dem Barbie-Film zu trennen.

Book-Boyfriends: „Mein Typ sind fiktionale Männer“

Auf TikTok haben viele Frauen keinen Bock mehr auf unreife, respektlose Männer an ihrer Seite, lieber entfliehen sie in die Welt eines Liebesromans und empfehlen auf Booktok ihre Lieblingsbücher. Es hat einen guten Grund, warum dieses Genre sich seit Jahren richtig gut verkauft. Vom süßen „meet-cute“ bis zu „Dark Romance“ ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. In vielen Videos unter dem Hashtag #bookboyfriends sagen Frauen: „Mein Typ sind fiktionale Männer“.

@nicksreadingcorner i’m doomed #booktok #fyp #bookboyfriend #bookboyfriends #bookbfs ♬ Kiss it better - FILO REYES

Obwohl das Spektrum im Romantik-Genre sehr breit ist, haben die Bücher eines gemeinsam: Der männliche Hauptcharakter, egal ob süßer Bibliothekar, Barista, Geschäftsmann oder sexy Mafia-Boss, ist total verliebt in den weiblichen Hauptcharakter und trägt sie auf Händen. Selbst wenn der Typ anfangs eiskalt und ein echter Player (oder Munich F*ckboy) ist, ändert er sich für die Frau.

Er scheut sich nicht, seine Gefühle offen zu zeigen, und zwar nicht nur Wut (ja, das ist auch eine Emotion), sondern auch Angst, Liebe und Freude. Dabei wird das nie als unattraktiv oder unmännlich gesehen, weder von den Leserinnen noch von dem weiblichen Hauptcharakter. Die Beziehungen in den Liebesromanen, die auf TikTok gefeiert werden, sind auf Augenhöhe, beide Partner:innen arbeiten zusammen daran, dass sie funktionieren kann. Es bleibt nicht alles an einer Person (meistens der Frau) hängen.

Sind Liebesromane unrealistisch?

Dank Feminismus können Frauen heutzutage bei der Partnerwahl sehr viel wählerischer sein. „Wählerisch“ bedeutet in diesem Fall, dass sie sich einen Partner wünschen, der emotional intelligent ist, gut kommunizieren kann und die gleichen Werte teilt – eben das, was sie laut Psychology Today in Liebesromanen finden. Männer hingegen sind mittlerweile eine der einsamsten Gruppen in der Gesellschaft, wie eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt. Eine Expertin erklärt, warum sich deshalb viele Männer an Dating Coaches wenden und wieso das so gefährlich sein kann.

Oft müssen sich Frauen, die sich in Liebesromane flüchten, von vor allem Männern anhören, dass doch alles in diesen Büchern „unrealistisch“ und „völlig realitätsfern“ wäre. Solche Dinge kommentieren einige von ihnen auf TikTok. Dabei sind diese „Ansprüche“ wirklich nicht hoch. „Frauen haben es verdient, Liebe so zu erleben, wie wir sie in Büchern lesen“, schreibt die Booktokerin @.csbookshelf. Und bis dahin sei es ihr gutes Recht, Liebesromane auf TikTok abzufeiern.

@.csbookshelf women should be experiencing the romance we see in books #booktok #books #reading #romancebooks #bookrecommendations #readingwrapup #bookgirl #booksireadthismonth ♬ original sound - Cowboy Chris

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Rubriklistenbild: © Image Source/IMAGO

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