Özdemir, Hagel und Frohnmaier

Triell vor BW-Wahl überrascht: Özdemir lässt Experten staunen – unerwartete „Liebeserklärung“ am Ende

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Das Triell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hatte kuriose Momente. Besonders Hagel (CDU) und Özdemir (Grüne) verstanden sich schon fast zu gut.

90 Minuten hatten die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg Zeit, ihre Positionen im TV-Triell anzubringen. Als Höhepunkt des bisherigen Wahlkampfs wurde das Aufeinandertreffen von Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Grüne) und Markus Frohnmaier (AfD) angesehen. Nach der Diskussion in Fußballspiel-Länge bleibt die Erkenntnis: Schlagabtausch war wenig, dafür viel kurioser Kuschelkurs.

Triell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir (Grüne), Hagel (CDU) und Frohnmaier (AfD).

Man hatte ein wenig erwartet, dass der eloquente Bundespolitiker Özdemir vielleicht zum Angriff auf die Regierungsspitze ansetzt. Vor allem jetzt, wo seine Grünen in den neuesten Umfragen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg Boden auf die führende CDU gutgemacht haben. Doch es sollte so ziemlich das Gegenteil passieren.

Triell vor Landtagswahl in BW: Özdemir und Hagel auf Kuschelkurs

Anstatt der großen Attacke gingen Özdemir und Hagel auf Kuschelkurs. Besonders der Grüne zeigte sich vergleichsweise handzahm. Plant man hier schon die schwarz-grüne Koalition? Özdemir umarmte seinen konservativen Kontrahenten regelrecht, sprach gleich zu Beginn davon, in Wir-Form, dass man anständig miteinander umgehe, um sich nach der Wahl nicht entschuldigen zu müssen. Sogar Koalitionsgespräche wurden da bereits erwähnt.

Ebenfalls bezeichnend: Zum Abschluss der Sendung – also in einem Moment, wo bei den Zuschauern gern besonders viel hängen bleibt – bekam Özdemir die Möglichkeit, eine Frage an Hagel zu stellen. Kritisch wurde es erneut nicht. Viel mehr folgte, was die dpa in ihrer Zusammenfassung als Beinahe-„Liebeserklärung“ bezeichnete.

BW-Landtagswahl 2026: Hagel und Özdemir schmieden im Triell schon an der Koalition

„Wir haben zehn Jahre gemeinsam dieses Land gut regiert, in guten wie in schlechten Tagen, unter grüner Führung. Ich wüsste gerne von Ihnen: Was schätzen Sie an meiner Partei, an den Grünen in Baden-Württemberg?“ , fragte Özdemir. Hagel war nicht ganz so auf Kuschelkurs, musste aber einräumen, dass die Grünen einen Anteil an der verlässlichen Regierung gehabt hätten.

Das zahme Verhalten verwunderte auch Fachleute. Der Freiburger Politikforscher Michael Wehner sagte, er habe Özdemir in dem Triell als fast schon zu defensiv wahrgenommen. „Er wollte natürlich die Rolle des über den Wolken schwebenden Staatsmanns bedienen, der sich zurückhaltend nicht in die Parteiniederungen und das Gezänk der anderen herunterbegibt“, sagte Wehner. Allerdings hätte Özdemir beim derzeitigen Umfragestand aus seiner Sicht eher die Unterschiede zu Hagel herausstreichen müssen. Die CDU wird in Umfragen aktuell bei 28 Prozent geführt, die Grünen bei 22 Prozent.

Handzahmes Triell – doch vor BW-Landtagswahl nehmen Hagel und Özdemir die AfD in den Fokus

Insgesamt blieb der Umgang zwischen Özdemir und Hagel handzahm. Dafür attackierten sie umso häufiger den AfD-Mann Frohnmaier. Was Gegner des Formats im Vorfeld befürchtet hatten, trat auch ein wenig ein: Der Abwehrkampf gegenüber der AfD nahm viel Raum ein. Immer wieder bildeten der Grüne und der Christdemokrat eine Front gegen Frohnmaier. „An uns werden Sie sich die Zähne ausbeißen“, sagte etwa Hagel. „Wir werden unser Land und die Menschen in unserem Land vor Ihnen beschützen.“ Özdemir sprach auch Hagel an, wenn er von anständigem Umgang im Wahlkampf redet, um „radikale Kräfte“ nicht zu stärken. Damit hätten Özdemir und Hagel aber auch genau das Bild bedient, dass die AfD immer versuche zu zeichnen, fand Politikforscher Wehner. „Wir gegen die. Das sind die beiden, die zur Politikelite gehören.“

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Triberger Wasserfälle: Die höchsten Wasserfälle Deutschlands beeindrucken mit einer Fallhöhe von 163 Metern. Ein spektakuläres Naturschauspiel im Schwarzwald. © IMAGO/Panthermedia

Kurz vor dem Triell sorgte ein Interview aus dem Jahr 2018 für Wirbel. Hagel sprach in dem von einer Grünen-Politikerin geposteten Video-Clip von einem Besuch an einer Realschule in seinem Wahlkreis. In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen, berichtete Hagel. „Also da gibt‘s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Dann ging er noch auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: „Ich werd‘s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“

Altes Interview von CDU-Mann Hagel sorgt für Wirbel vor Landtagswahl in BW – Statement im TV-Triell

Hagel hatte schon vor dem TV-Event eingeräumt: „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist.“ Und: „Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen.“ Frohnmaier brachte das Thema am Ende der Sendung auf – und fragte Özdemir, ob der sich weiter eine Zusammenarbeit mit der CDU vorstellen könne. Özdemir nahm den Christdemokraten in Schutz: „Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren.“ 

Frohnmaier gilt eigentlich als einer der einflussreichsten Vertreter des rechten Flügels seiner Partei. Er ist Mitbegründer der mittlerweile aufgelösten AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative. Davon war am Abend wenig zu merken. Er konterte sachlich und blieb stets ruhig. 

Triell vor Landtagswahl mit Özdemir und Hagel: AfD-Mann Frohnmaier „konnte sich inszenieren“

Seine Hauptbotschaft: Beide Gegenüber seien jahrelang an der Macht gewesen und hätten alles, was sie jetzt versprechen, bereits umsetzen können. Immer wieder wies er darauf hin. „Die Probleme hier in Baden-Württemberg sind hausgemacht“, sagte Frohnmaier. Die CDU etwa habe im Land seit zehn Jahren die Kontrolle über das Wirtschaftsministerium. Auch scharfe Angriffe parierte er, ohne aus der Haut zu fahren. 

Aus Sicht von Politikforscher Wehner hat der AfD-Frontmann mit dieser Strategie seine Chance genutzt, sich auf Augenhöhe mit den anderen beiden Kandidaten zu präsentieren. „Frohnmaier konnte sich inszenieren als sich kühl gebender, argumentativ abwägender Kandidat, während die anderen eben sehr emotional gegen die AfD geschossen haben“, sagte der Politikwissenschaftler. (Quellen: dpa, TV-Triell) (han)

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod / dpa

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