„Es wird zu Gewalt kommen“: Stormy Daniels packt über ihre Angst vor Trump-Anklage aus
VonJens Kiffmeier
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Donald Trump muss vor Gericht. Im Zentrum der Anklage: Stormy Daniels. Kurz vor dem Prozess in New York schildert die Frau ihre Sorgen – und warnt vor Gewalt.
New York – Trotz aller Drohungen seiner Anhänger steht Donald Trump unter Anklage. Kurz vor dem Prozess in New York hat die mögliche Belastungszeugin Stormy Daniels jetzt vor den Konsequenzen gewarnt. So rechnet die 44-Jährige durchaus in der Folge mit einer Welle von Ausschreitungen. „Es wird zu Gewalt kommen, und es wird Verletzte und Tote geben“, sagte sie in einem Interview mit der britischen Times. Es brauche nur einen „verrückten Anhänger, der glaubt, er tut Gottes Werk oder beschützt die Demokratie“, fügte sie hinzu. Dennoch bezeichnete sie das juristische Vorgehen gegen den ehemaligen US-Präsidenten als richtig und genugtuend.
Anklage gegen Donald Trump: Stormy Daniels packt über ihre Ängste aus – droht Gewalt?
Stormy Daniels steht im Mittelpunkt der Anklage, die am vergangenen Donnerstag gegen Donald Trump erhoben worden ist und die mehr als 30 Punkte umfassen soll. Die ehemalige Darstellerin in Erwachsenenfilmen soll nach einer Affäre mit dem früheren US-Präsidenten im Wahlkampf 2016 ein Schweigegeld kassiert haben. Trump bestreitet die Affäre, doch eine geleistete Zahlung an Daniels würde gegen die US-Wahlkampffinanzierung verstoßen. Die genauen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind aber noch vage, da die genauen Anklagepunkte erst mit dem Verlesen der Anklageschrift publik werden.
Sex nach Geburt von Sohn Barron: Hatte Trump eine Affäre mit Stormy Daniels – trotz Ehe mit Melania?
Nach eigener Aussage hatte Stormy Daniels aber bereits im Jahr 2006 mit Donald Trump außereheliche Affäre. Der Sex soll vier Monate nach der Geburt von Trumps Sohn Barron stattgefunden haben, den der Ex-Präsident mit seiner dritten Ehefrau Melania hat. Zehn Jahre später holte Trump die Affäre dann wieder ein. So soll sein Wahlkampfteam um die Siegchancen gefürchtet haben, wenn diese Details bekannt geworden wären. Deshalb soll Trumps Anwalt Michael Cohen Daniels dann das Schweigegeld überbracht haben. Dennoch flog damals alles auf – und der Skandal mündet nun in der Anklage gegen Trump.
Daniels zeigte sich in dem Interview zufrieden über das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, die zum ersten Mal in der US-Geschichtet einen ehemaligen Präsidenten angeklagt hat. „Es ist monumental und episch, und ich bin stolz“, sagte die 44-Jährige der Times. Nachdem sie sich jahrelang durch das Trump-Team diskreditiert gefühlt habe, hofft sie nun auf die Möglichkeit zur Verteidigung. Jedoch ist sie noch nicht offiziell als Zeugin zu dem Prozess geladen.
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Ungefährlich sind ihre Wortmeldungen in der Öffentlichkeit jedenfalls nicht. Für viele radikale Trump-Anhänger, die ihr Idol nach der Wahl 2024 erneut im Weißen Haus sehen wollen, ist sie die ausgemachte Feindin und Verräterin. Wie Daniels nun berichtet, haben die Anfeindungen gegen sie noch einmal zugenommen.
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Bereits wenige Stunden nach der Anklageerhebung habe sie Drohungen über „alle sozialen Medienplattformen, per E-Mail und per Telefon“ erhalten. Anzahl und Intensität hätten sich dabei gar nicht so sehr verschärft, wohl aber die Wortwahl. „Dieses Mal ist es direkt gewalttätig“, sagte sie. Während sie früher als „Schlampe“ oder „Lügnerin“ beschimpft worden sei, habe es dieses Mal explizit geheißen: „Ich werde dich umbringen.“ Und auch die Trump-Söhne wüten gegen die Staatsanwaltschaft.
Stormy Daniels ist im Übrigen nicht die einzige, die Unruhen und Gewalt fürchtet. Nachdem Trump wiederholt die Anklage gegen ihn als „Hexenjagd“ gegeißelt hat, rufen seine Anhänger auf den sozialen Medien zum Widerstand auf. In New York haben die Behörden deshalb die Sicherheitsvorkehrungen bereits deutlich erhöht, wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtet. Vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan, wo am Dienstag die Anklage verlesen werden soll, sind bereits hohe Absperrungen aufgebaut worden. Zudem wurde die Polizeipräsenz in der Metropole enorm erhöht. (jkf)