Die Drohgebärden zwischen den USA und Venezuela verschärfen sich. Trump droht mit dem Abschuss venezolanischer Kampfjets.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump hat Venezuela mit dem Abschuss seiner Militärflugzeuge gedroht, die in der Nähe eines US-Marineschiffs gesichtet worden sein sollen. Falls die venezolanischen Jets das Schiff in Bedrängnis brächten, „werden sie abgeschossen“, sagte Trump laut AFP am Freitag.
Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik. Er steht Elon Musk ideologisch nahe. Mileis „Kettensägen-Politik“ in Argentinien dient als Experimentierfeld für einen radikalisierten Anarchokapitalismus, der internationale Aufmerksamkeit von rechtslibertären Bewegungen erhält und als Teil einer neuen „internationalen Allianz“ zur Verteidigung des freien Marktes verstanden wird. © DIEGO LIMA/afp Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort. Aus dem ursprünglich linkspopulistischen Reformvorhaben seines Vorgängers ist unter Maduro ein autoritäres Projekt geworden. Er regiert heute als Diktator und setzt offen Wahlfälschung ein. Er verfolgt eine antiimperialistische Ideologie gegen die USA und erhält internationale Unterstützung durch China und Russland. © Pedro Mattey/afp Kämpferisch: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez inszenierte sich als Retter Lateinamerikas gegen imperialistische Interessen aus den USA und wird in ganz Lateinamerika verehrt. © dpa Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert. Er äußerte etwa wiederholt Bewunderung für die brasilianische Militärdiktatur (1964 bis 1985), spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe aus und hält den menschengemachten Klimawandel für eine Lüge. © SERGIO LIMA/afp Lula da Silva regierte Brasilien zwischen 2003-2011. Während Bolsonaro die brasilianische Diktatur feiert, hat Luiz Inácio Lula da Silva unter den Militärs Verfolgung und Haft erlebt.
Er regierte Brasilien von 2003 bis 2011. Das politische Projekt von Lula da Silva lässt sich als sozialdemokratische Synthese beschreiben, die eine Kombination aus Sozialpolitik zur Armutsbekämpfung, entwicklungsorientierter Wirtschaftspolitik und Umweltschutz mit dem Ziel verfolgt, Brasilien als gerechteren, ökologisch nachhaltigen und international respektierten Akteur zu positionieren. © EVARISTO SA/afp Boliviens Ex-Präsident und Gewerkschaftsführer Evo Morales. Boliviens Ex-Präsident Evo Morales, Regierungszeit 2006 bis 2019, war die Symbolfigur der einfachen Leute und positionierte sich gegen internationale Eliten. Er war der erste indigene Präsident Boliviens, kam aus ärmsten Verhältnissen und war Gewerkschaftsführer. © Jorge Saenz/AP/dpa Ecuadors Präsidenten Rafael Corea (l.) und Cubas Fidel Castro. Ecuadors Präsident Rafael Correa (links) war von 2007 bis 2017 im Amt und Teil der linkspopulistischen Welle zusammen mit Hugo Chávez und Evo Morales. In die Bild von 2009 ist er mit Fidel Castro, dem damaligen Máximo Líder von Kuba. © dpa Uruguays verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica Uruguays im Mai 2025 verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica wurde oft als bescheidenster Präsident der Welt bezeichnet. Er saß als Guerilla-Kämpfer gegen die Militärdiktatur lange in Haft und verfolgte später als Präsident eher eine gemäßigt linke Politik. © Matilde Campodonico/dpa Argentiniens Ex-Präsident Juan Domingo Perón. Der Peronismus in Argentinien ist eine populistische Strömung, benannt nach Juan Domingo Perón, der zwischen 1946 und 1955 sowie 1973 und 1974 regierte. Zusammen mit seiner Frau Eva „Evita“ Perón war er prägend für den Peronismus. Bekannt war er für seine autoritäre Führung und seine Sozialpolitik. © imago Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt Seine Ehefrau Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt, hat heute in ganz Lateinamerika Kultstatus und steht für Grundrechte wie Wohnen, Bildung und öffentliche Gesundheitsversorgung für die Ärmsten. Doch während die einen sie als Heldin der Armen bewundern, kritisieren andere sie als „Populistin“, die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. © imago Wahlkampf in Argentinien Argentiniens linkspopulistischer Präsident Néstor Kirchner (im Amt von 2003 bis 2007) steht für Sojaboom und Aufschwung. Nach seinem Tod übernahm Cristina Kirchner (2007 bis 2015) das Amt der Präsidentin. Heute ist sie die populärste Kontrahentin des rechtspopulistischen Präsidenten Javier Milei. © Cezaro De Luca/dpa Cristina Fernandez Kirchner Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner setzte die linkspopulistische Politik ihres verstorbenen Mannes Néstor Kirchner fort. Das Ehepaar prägte die argentinische Politik so stark, dass der moderne Peronismus in Anlehnung an ihren Namen Kirchnerismus genannt wird. Heute sitzt sie wegen Korruption verurteilt in Hausarrest. © Victor R. Caivano/dpa Carlos Menem, ehemaliger Präsident Argentiniens Carlos Menem, ehemaliger Präsident von Argentinien. Regierungszeit: 1989 bis 1999. Peronist, der neoliberale Reformen durchdrückte. Beispiel für den „Neopopulismus“ der 1990er Jahre und aus heutiger Sicht widersprüchlich, da seine Politik dem Kettensägen-Kurs Javier Mileis ähnelt – doch die Parteien als Gegner gelten. © Natacha Pisarenko In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen. Perus Präsident Alberto Fujimori (Regierungszeit: 1990 bis 2000) kombinierte populistische Rhetorik mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er führte 1992 einen „Selbstputsch“ durch und wurde später wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen. © Martin Mejia/ap Getúlio Vargas Präsident Brasiliens 1930-1945 und 1951-1954. Getúlio Vargas (Brasilien). Regierungszeit: 1930-1945 und 1951-1954
Gilt als einer der Begründer des klassischen lateinamerikanischen Populismus und führte eine starke staatliche Industrialisierungspolitik ein. © imago José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors. José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors, gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs. Bis zu seinem Tod 1979 war er der wichtigste Politiker des Landes. © imago Bild von Salvador Allende, Präsident von Chile. Salvator Allende regierte Chile zwischen 1970 und 1973 als erster demokratisch gewählter sozialistischer Präsident der Welt mit populistischen Elementen. Die Erinnerung an ihn besteht fort – auch während eines Marsches zum 50. Jahrestag des Militärputsches unter der Führung von Augusto Pinochet, der Allende in Santiago gestürzt hatte. © IMAGO/Matias Basualdo José Antonio Kast, ultrakonservativer chilenischer Anwalt und Gründer der Republikanischen Partei José Antonio Kast gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles. Der ultrakonservative Anwalt wird als rechtspopulistisch, rechtsextrem und neofaschistisch beschrieben. 2021 unterlag er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seinem Kontrahenten Gabriel Boric. © ANDRES PINA/ATONCHILE/imago Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro ist ein ehemaliger Guerillakämpfer und Ex-Bürgermeister von Bogotá, der als linkspopulistisch beschrieben wird. Er wurde 2022 als erster linker Politiker in der Geschichte Kolumbiens zum Präsidenten gewählt. © STRINGER/afp Rodolfo Hernández, kolumbianischer Bauunternehmer und Multimillionär. Rodolfo Hernández, ein parteiloser Bauunternehmer und Multimillionär, kam bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2022 als rechtspopulistischer „TikTok-Opa“ überraschend in die Stichwahl gegen Gustavo Petro. Er erreichte mit einfachen Anti-Korruptions-Botschaften und Kampagnen auf den sozialen Medien fast 47 Prozent der Stimmen. © EVA MARIE UZCATEGUI Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (M.) während einer Kundgebung mit Sympathisanten in Managua 2018. Er ist seit 2007 amtierender, inzwischen diktatorisch regierender Präsident Nicaraguas und Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional, die früher selbst die Diktatur der Somoza-Dynastie stürzten. © Jorge Torres/imago El Salvadors Präsident Nayib Bukele Präsident Nayib Bukele regiert das kleinste mittelamerikanische Land E Salvador seit 2019 mit harter Hand und ist vor allem durch seine Megagefängnisse, seine ultraliberale Bitcoin-Politik und seine Beziehung zu Donald Trump in den Schlagzeilen gelandet. © Salvador Melendez/AP/dpa Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. Claudia Sheinbaum Pardo ist seit dem 1. Oktober 2024 Präsidentin Mexikos. Die Physikerin, die in Energietechnik promovierte, beteiligte sich an zwei Berichten des Weltklimarats, der 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt. Sheinbaum stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. © IMAGO/Luis Barron Lázaro Cárdenas, mexikanischer Militärführer und Präsident Der mexikanische Militärführer Lázaro Cárdenas war von 1934 bis 1940 Präsident des Landes. Er gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs Lateinamerikas und ist bekannt für Nationalisierungen und Umverteilungspolitik. Hier ist er bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern der Ölindustrie in Tamaulipas im Jahr 1938 zu sehen. © IMAGO Fidel Castros führte die kubanische Revolution. Fidel Castro (1926 bis 2016) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker, der nach dem Sturz der Batista-Diktatur 1959 fast fünf Jahrzehnte lang als autoritärer Staatschef den ersten kommunistischen Staat in der westlichen Hemisphäre regierte und Kuba aus der Abhängigkeit von den USA führte. © dpa Che Guevara Ernesto „Che“ Guevara (1928 bis 1967) war ein argentinischer Arzt und marxistischer Revolutionär, der als Guerillaführer und Anführer der Rebellenarmee maßgeblich an der Kubanischen Revolution (1953 bis 1959) beteiligt war. Später wurde er bei dem Versuch, eine Revolution in Bolivien zu entfachen, im Alter von 39 Jahren getötet. © dpa Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Cubas wird als „populistischer Anti-Establishment-Kandidat“ mit „extremen antidemokratischen Ansichten“ beschrieben. Er bezeichnete sich selbst als „romantischen, republikanischen und nationalistischen Anarchisten“. Nach der Wahl 2023 behauptete er Wahlbetrug und organisierte Proteste, was zu seiner Festnahme führte. © NORBERTO DUARTE/afp Das US-Verteidigungsministerium berichtete am Donnerstagabend, dass zwei venezolanische Militärflugzeuge in die Nähe eines US-Kriegsschiffs in internationalen Gewässern geflogen sind. „Diese äußerst provokative Aktion zielte darauf ab, unsere Einsätze gegen Drogenterror zu stören“, erklärte das Pentagon und warnte Venezuela vor weiteren Behinderungen.
Trump will US-Kampfjets in die Nähe Venezuelas verlegen Wie mehrere US-Medien und die Nachrichtenagentur AFP am Freitag berichten, sollen nun zehn US-amerikanische Kampfjets in die Region verlegt werden. In der Region sind bereits acht Marineschiffe stationiert . Puerto Rico ist ein Außengebiet der USA mit rund drei Millionen Einwohnern, aber kein Bundesstaat. Die Insel liegt in der Karibik, wenige Hundert Kilometer von Venezuela entfernt. Bereits im Januar hatte die Gouverneurin Jenniffer González-Colón Präsident Donald Trump um militärische Hilfe gebeten, nachdem Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro mit einer Einnahme der Insel gedroht hatte.
Konflikt mit Venezuela: Trump will Drogenhandel bekämpfen Die USA werfen Maduro vor, das Land in einen „Narco-Staat“ verwandelt und Drogenbanden unter seine Kontrolle gebracht zu haben. Trump hat seit seinem Amtsantritt angekündigt, den Drogenhandel aus Lateinamerika mit aller Härte zu bekämpfen. Bereits seit Wochen patrouillieren mehrere US-Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste.
Ein venezolanisches Kampfflugzeug soll sich einem US-Marineschiff genähert haben
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Vor einigen Tagen haben US-Streitkräfte ein Boot aus Venezuela unter Beschuss genommen und nach eigenen Angaben elf Verdächtige getötet . Trump erklärte, der Schlag habe der Bande Tren de Aragua gegolten, die von seiner Regierung als Terrororganisation eingestuft wird. Die venezolanische Regierung verurteilte den Vorfall hingegen als „außergerichtliche Hinrichtungen“. Zunächst widersprachen sich Trump und Außenminister Marco Rubio über den Kurs des getroffenen Bootes.
Venezuelas Präsident spricht von „der größten Bedrohung Lateinamerikas seit hundert Jahren“ Maduro sprach von „der größten Bedrohung Lateinamerikas seit hundert Jahren“ und kündigte an, 340.000 Soldaten sowie Millionen Reservisten mobilisiert zu haben. Zugleich rief er am Freitag zum Dialog auf: „Keine unserer aktuellen oder früheren Differenzen darf zu einem militärischen Konflikt führen. Venezuela war immer bereit zu Gesprächen und zum Dialog, aber wir verlangen Respekt.“
Maduro ist seit 2013 Staatspräsident Venezuelas. Er regiert mit einer autoritären Politik als Diktator und unternahm Versuche, das gewählte Parlament abzusetzen. Ihm wird vorgeworfen, unter anderem bei der Präsidentschaftswahl 2024 Wahlfälschung begangen zu haben. Die USA erkennen das Wahlergebnis daher nicht an und stützen stattdessen den Oppositionskandidat González Urrutia. In der Folge kam es zu Protesten gegen Maduro: 28 Menschen wurden getötet, mehr als 2400 festgenommen. Urrutia floh ins Exil nach Spanien. (cdz mit dpa und AFP )
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