Trump fordert US-Justiz zu Verfahren gegen politische Gegner – „Können nicht länger zögern“
VonFelix Busjaeger
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Trump drängt US-Justizministerium auf Truth Social zu juristischen Schritten gegen politische Opposition. Genannt: Adam Schiff und Letitia James.
Washington – Erst Jimmy Kimmel, dann andere Medienhäuser und nun seine politischen Gegner: US-Präsident Donald Trump geht gegenwärtig hart gegen seine Widersacher vor und schreckt dabei offenbar auch nicht von immer neuen Methoden zurück. Jetzt hat der Republikaner das Justizministerium öffentlich dazu aufgefordert, juristisch gegen politische Gegner vorzugehen.
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office
In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social, der an Justizministerin Pam Bondi gerichtet war, forderte Trump am Samstag (20. September) die Einleitung von Ermittlungsverfahren gegen den kalifornischen Senator Adam Schiff und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James. Beide gehören den Demokraten an. Trump bezog sich in seinem Post auf Vorwürfe seines engen Verbündeten Bill Pulte, dem Chef der US-Behörde für Wohnungsbaufinanzierung (FHFA). „Jetzt muss Gerechtigkeit her“, schrieb Trump unter anderem.
Trump fordert wohl Verfahren gegen politische Gegner – Appell an US-Justizministerium
Pulte hatte Schiff, James und mehrere andere Personen beschuldigt, Dokumente für Hypothekenanträge gefälscht zu haben. „Wir können nicht länger zögern, das zerstört unseren Ruf und unsere Glaubwürdigkeit“, schrieb Trump in seinem Beitrag. Der Präsident kritisierte, dass noch keine Ermittlungsverfahren eingeleitet worden seien. Er habe „Dutzende Beiträge und Kommentare“ gelesen, mit dem Tenor: „Immer die gleiche alte Leier wie letztes Mal, viel Gerede, keine Taten. Es wird nichts unternommen“.
Trump wütet gegen politische Gegner: „Sie sind alle schuldig wie die Sünde“
Trump erwähnte auch den ehemaligen FBI-Chef James Comey und fragte: „Was ist mit Comey, Adam ‚Shifty‘ Schiff, Leticia??? Sie sind alle schuldig wie die Sünde, aber es wird nichts unternommen“. Unter dem Druck des Präsidenten war am Freitag bereits ein US-Bundesstaatsanwalt zurückgetreten. Erik Siebert, zuständig für den östlichen Bezirk des US-Bundesstaates Virginia, hatte sich geweigert, gegen Trumps Gegner zu ermitteln. Nach Berichten der Washington Post lehnte Siebert die Einleitung eines Betrugsverfahrens gegen James ab, da nicht genügend Beweise vorlägen.
„Ich habe ihn gefeuert“, erklärte Trump zu Sieberts Rückzug. Als Nachfolgerin nominierte Trump die Juristin Lindsey Halligan, die bisher im Weißen Haus tätig ist und ihn in der Affäre um geheime Regierungsdokumente in Mar-a-Lago vertreten hatte. Derweil wird weiter über Donald Trumps Gesundheit in den US-Medien spekuliert.
Trump kämpft gegen politische Gegner – US-Präsident vermutet „Betrug“ bei Medien
Trumps neuer Ausbruch gegen seine politischen Gegner überrascht wenig: Erst am Samstag vermutete er inmitten der Debatte über Meinungsfreiheit in den USA betrügerische Absichten hinter der aus seiner Sicht überwiegend negativen Berichterstattung über ihn. Er sei zwar ein „großer Verfechter der Meinungsfreiheit“, behauptete der Republikaner. Allerdings: „Wenn jemand zu 97 Prozent negative Geschichten über eine Person zu hören bekommt, dann ist das keine freie Meinungsäußerung mehr, das ist Betrug.“
Trump kritisiert negative Berichterstattung – Klage gegen „New York Times“
Anfang der Woche hatte Trump bekanntgegeben, dass er wegen angeblicher Verleumdung vor dem Gericht im Bundesstaat Florida gegen die New York Times und mehrere ihrer Journalisten klagt. Ein Gericht wies die Klage zunächst zurück.
Trump wirft Medienhäusern immer wieder Voreingenommenheit vor und stellte zuletzt auch einen Lizenzentzug für Fernsehsender in den Raum. Eine solche Entscheidung läge bei der Medien-Aufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC). Kritiker werfen dem von Trump ausgewählten FCC-Vorsitzenden Brendan Carr allerdings vor, im Fall der auf unbestimmte Zeit abgesetzten Sendung des Talkmasters Jimmy Kimmel unrechtmäßig Druck auf die betroffenen Medienunternehmen ausgeübt und damit das Aus seiner Fernsehshow bewirkt zu haben. Zuletzt wagte auch Trump-Gegner Gavin Newsom eine Prognose zur künftigen US-Wahl unter Trump.
Generalstaatsanwältin Letitia James hatte Donald Trump einst verklagt
Auch die Generalstaatsanwältin James gilt als scharfe Kritikerin des US-Präsidenten. Vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus hatte sie den Republikaner zu einer Geldstrafe von fast einer halben Milliarde Dollar verklagt, die ein Berufungsgericht jedoch als „übertrieben“ bezeichnete und im August aufhob. Trumps Groll auf Schiff fußt wohl in der jüngeren Vergangenheit: Während Trumps erster Amtszeit spielte Schiff eine wichtige Rolle im ersten Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten. (Quellen: afp, dpa, Truth Social, Newsweek) (fbu)