- VonLisa Mahnkeschließen
Trump triumphiert in Iowa bei der Vorwahl deutlich. Haley fordert ihn jetzt zum TV-Duell. Kann Trump die Präsidentschaftswahl ohne Konfrontation gewinnen?
Washington – Die erste Vorwahl in Iowa ist gelaufen, doch der Kampf um die Kandidatur der Republikaner geht weiter: Die US-Präsidentschaftskandidatin Nikki Haley hat Donald Trump nach seinem Sieg zum TV-Duell aufgefordert. Sie wolle nur an dem Fernsehduell teilnehmen, wenn auch der Ex-Präsident dabei ist. „Die nächste Debatte, die ich führe, wird entweder mit Donald Trump oder mit Joe Biden stattfinden“, schrieb Haley auf X. Bei den bisherigen Kampagnendebatten blieb Trump fern: Er habe es wegen seiner hohen Umfragewerte nicht nötig, ließ es stets verlauten.
Trotz wenig Präsenz in den Debatten und Unmengen an Gerichtsverfahren hatte der ehemalige Präsident in den ersten Vorwahlen in Iowa einen klaren Sieg einfahren. Mit deutlichem Abstand holte Ron DeSantis, Floridas Gouverneur, den zweiten Platz. Knapp gefolgt von Nikki Haley, unter Trump US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Vivek Ramaswamy, der auf dem vierten Platz landete, stieg noch in derselben Nacht aus dem Republikaner-Rennen, um sich hinter Trump zu stellen.
Trumps Vorwahl-Strategie funktioniert in Iowa – Doch Haley gibt sich nicht geschlagen
Der Sieg des Ex-Präsidenten in der ersten Etappe zur Nominierung der Präsidentschaftskandidaten der Republikaner kam klar, aber überraschend schnell. Die kleinen Parteiversammlungen, sogenannte Caucus-Treffen, liefen noch, als der Sieg Trumps bereits verkündet wurde. Einige US-Sender erklärten den ehemaligen Präsidenten schon 30 Minuten nach Abstimmungsstart zum Gewinner. Der Sender CNN berichtete von mehr als 50 Prozent der Stimmen für Trump. Die restlichen Prozentpunkte teilten sich DeSantis und Haley.
We’ve had five great debates in this campaign. Unfortunately, Donald Trump has ducked all of them. He has nowhere left to hide. The next debate I do will either be with Donald Trump or with Joe Biden. I look forward to it.
— Nikki Haley (@NikkiHaley) January 16, 2024
Der Sieg Trumps war angesichts der Umfragewerte der vergangenen Wochen absehbar und auch auf nationaler Ebene scheint ein Einzug des 77-Jährigen in den Wahlkampf als republikanischer Kandidat durchaus aussichtsreich. DeSantis, der zu Beginn des Wahlkampfs noch als aussichtsreichster Konkurrent Trumps erschien, verlor in den Umfragen, während Haley sich mit der Zeit nach oben arbeiten musste. Aufgrund der aktuellen Ergebnisse bleibt es gar nicht so unwahrscheinlich, dass Trumps Anti-Konfrontations-Strategie bis zum Ende der Vorwahlen funktionieren könnte. Dass Haley sich nun kämpferisch gegen Trump gab, soll jedoch davor warnen, sie vorzeitig abzuschreiben.
Zwischen Biden und Trump: In Deutschland Uneinigkeit über Chancen
Auch in Deutschland beschäftigt die US-Wahl viele. Über den möglichen Ausgang gibt es aber unterschiedliche Meinungen. In einer Umfrage des Instituts Civey für T-Online lagen die Ergebnisse in der Einschätzung der Gewinnchancen zwischen Trump und Joe Biden nur knapp auseinander: 37 Prozent der Befragten glauben, Trump habe bessere Aussichten auf den Sieg, während 35 Prozent eher an einen Erfolg Bidens glauben. Ganze 28 Prozent der 10.136 Befragten wählten die Option „unentschieden“.
Bei einer ähnlichen Umfrage im November 2023 glaubten noch 40 Prozent der Befragten an einen Sieg Bidens und 33 Prozent an eine neue Präsidentschaftsperiode für Trump. Vor einem Jahr hielten lediglich 24 Prozent der deutschen Befragten einen Sieg Trumps für realistisch. Bei der letzten Umfrage waren vor allem Personen mit der Wahlabsicht AfD aufseiten Trumps. (dpa/LisMah)
Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Andrew Harnik
