Cybertruck für 17-jährige Enkelin

Trump und die Tesla-Show: Wie die Musk-Marke vom Gespött zum Liebling des US-Präsidenten wurde

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Donald Trump schimpft im Wahlkampf bei fast jeder Gelegenheit über E-Autos. Jetzt ist er großer Tesla-Fan. Das wird mit einer Show vor dem Weißen Haus gefeiert.

Washington – Ist an Donald Trump womöglich ein talentierter Autohändler verloren gegangen? Zumindest übte sich der US-Präsident schon einmal darin, die Fahrzeuge von Buddy Elon Musk anzupreisen. Dafür wurde die Auffahrt zum Weißen Haus zum Showroom unter freiem Himmel umfunktioniert. In Anwesenheit des Tesla-Chefs schwärmte der 78-Jährige ganz offen von den Modellen der Elektrofahrzeug-Marke.

„Wirklich schön“, urteilte Trump, als er in einen roten Tesla Model S stieg und staunte: „Alles Computer. Das ist schön. Wow.“ Der Republikaner legte eine Begeisterung an den Tag wie ansonsten nur, wenn er über sich und seine Politik spricht. Da ließ sich auch Musk nicht lumpen und erklärte dem prominenten Gastgeber vom Beifahrersitz aus die verschiedenen Funktionen. Was wiederum Trump große Augen machen ließ: „Das ist wirklich erstaunlich.“ Quasi ein Wunder der Technik.

Trump schimpft auf Tesla & Co.: „Reiner Elektro-Wahnsinn“ soll „in der Hölle schmoren“

Beinahe wie ein Wunder wirkt auch, dass Trump sich derart für Autos erwärmen kann, die mit Strom betrieben werden. Vor gar nicht langer Zeit hörte sich das noch ganz anders an. Zu Weihnachten 2023 etwa schimpfte der damalige Ex-Präsident in einem Post auf Truth Social über den „reinen Elektro-Wahnsinn“ und zählte die Branche zum durchaus beachtlichen Kreis an politischen Feinden, die dabei seien, „die einst großartigen USA zu zerstören“. Deshalb wünschte Trump ihnen, sie mögen „in der Hölle schmoren“ – und zwar in Versalien.

Tesla-Fans unter sich: Firmen-Chef Elon Musk weiht US-Präsident Donald Trump (r.) in die Geheimnisse des Model S ein.

Auch Wahlkampfauftritte nutzte er, um über Elektrofahrzeuge herzuziehen. „Sie kommen nicht weit. Und sie kosten ein Vermögen“, giftete Trump. Ein andermal verbreitete er, das US-Militär würde über rein elektrisch betriebene Panzer nachdenken und spottete: „Du befindest dich mitten in einer Wüste und sagst: ‚Weißt du was, uns geht der Strom aus. Gibt es hier in der Nähe irgendwo ein Ladegerät?‘“

Ein weiterer Satz voller Häme, den er seinen Anhängern zur Belustigung entgegenwarf, lautete: „Elektroautos sind gut, wenn man ein Abschleppunternehmen hat.“ Doch als sich Musk zum vielleicht wichtigsten Spender seiner Wahlkampf-Kampagne aufschwang, schlug Trump plötzlich ganz andere Töne an. Immerhin blieb er bei einem Auftritt in Atlanta im August ehrlich, als er sagte: „Ich bin für Elektrofahrzeuge. Das muss ich ja sein, weil Elon mich sehr stark unterstützt.“

Trump und Musk: Einst zieht der Republikaner über den Tesla-Chef her - „Auf die Knie und betteln“

In Trumps Welt heilt Geld so ziemlich jede Wunde. Dabei hatte er noch im Sommer 2022 über den Tech-Milliardär hergezogen. „Als Elon Musk ins Weiße Haus kam und mich um Hilfe bei all seinen subventionierten Projekten bat – seien es Elektroautos, die nicht lange genug fahren, autonome Autos, die Unfälle bauen, oder Raketen ins Nirgendwo, ohne deren Subventionen er wertlos wäre –, und mir erzählte, er sei großer Trump-Fan und Republikaner, hätte ich sagen können ‚Auf die Knie und betteln‘ und er hätte es getan…“, schrieb er auf Truth Social.

Mittlerweile ist Trump wieder Herr im Weißen Haus. Und Musk geht ein und aus, darf nun also sogar seine Fahrzeuge auf der Südwiese des Weißen Hauses vorführen lassen. Vom mächtigsten Mann der Welt bekommt er obendrein Sätze zu hören wie: „Ich liebe Tesla.“ Als wäre das nicht Werbung genug, fügte der Republikaner an, Preise von 35.000 US-Dollar seien für solche Modelle „ziemlich wenig“. Klare Kaufempfehlung also.

Das richtige Auto für einen Teenager? Einen solchen Tesla Cybertruck will Donald Trump seiner 17-jährigen Enkelin geschenkt haben.

Als absoluter Trump-Liebling entpuppte sich der Tesla Cybertruck. Der Pickup wirkt wie aus einem Science-Fiction-Film in die Realität entflohen. Um den Präsidenten glücklich zu machen. „Als ich ihn gesehen habe, habe ich gesagt: ‚Das ist das coolste Design‘“, frohlockte Trump. Er will seiner 17-jährigen Enkelin Kai bereits im vergangenen Jahr ein solches Modell gekauft haben.

Trump wirbt für Tesla: Fox-Moderator veranstaltet sogar Gewinnspiel für E-Autos

Auch seine Mitarbeiter sollen künftig Tesla fahren, verriet der US-Präsident. Für sie hat er das schon erwähnte „wirklich schöne“ und „wirklich erstaunliche“ Modell S auserkoren. Eine Wandlung zum E-Auto-Fan machte auch Sean Hannity durch. Der Fox-Moderator gehört zwar nicht offiziell zum Trump-Team, fällt aber schon seit Jahren als Sprachrohr des Präsidenten auf. Kurz nach der Autoshow am Weißen Haus verriet der 63-Jährige via X, er habe sich einen autonom fahrenden Tesla mit mehr als 1000 PS zugelegt. Damit noch nicht genug, bewarb er ein Gewinnspiel mit „dem Tesla Ihrer Wahl“ auf seiner Homepage.

Zudem rührte Hannity die Werbetrommel, indem er diesen Slogan twitterte: „Tesla ist das am meisten in Amerika hergestellte Auto im Land!“ Waren die Modelle einst von Trump zur Lachnummer unter den Fortbewegungsmitteln erklärt worden, verwandelt sich die Musk-Marke also wahrhaftig zum neuen National-Fahrzeug. Der neuen Connection ins Weiße Haus sei dank.

Musk und die AfD: Weidel schimpft auf E-Autos als „Produkt, das niemand kaufen will“

Ein anderer Trump-Fan dürfte davon wenig halten. Alice Weidel demonstrierte ihre Abneigung gegen die noch relativ junge Technologie, indem sie einen Tagesschau-Artikel via X verbreitete, laut dem VW in Deutschland wegen des schleppenden E-Auto-Geschäfts auf staatliche Hilfe hofft. Dazu schrieb die AfD-Chefin: „Ein Produkt, das niemand kaufen will, wird nicht dadurch wettbewerbsfähig, es durch Subventionen der Steuerzahler am Leben zu erhalten.“

Fragt sich, ob sie von Trumps U-Turn bereits unterrichtet wurde. Immerhin geht es mit Musk ja auch um einen der prominentesten Supporter ihrer Partei. Andererseits dürfte sich Begeisterung für E-Autos in der Zielgruppe der AfD schwer verkaufen lassen. Hier braucht der reichste Mann der Welt also nicht auf Unterstützung zu hoffen.

Elon Musk: Erst US-Schattenpräsident – und jetzt Trump-Gegenspieler?

Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika.
Geboren wurde Elon Musk 1971 in Pretoria in Südafrika. Seine Mutter Maye Musk, hier gemeinsam mit ihrem Sohn in der TV-Show „Saturday Night Life“, stammt aus Kanada und arbeitete dort als Model. Elon Musk hat zwei jüngere Geschwister: seinen Bruder Kimbal Musk und Schwester Tosca Musk. © dpa
Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf.
Vater Errol Musk baute als Maschinenbau- und Elektroingenieur ein Vermögen auf. Die Familie wuchs in großem Wohlstand in Pretoria auf. 1979 scheiterte die Ehe der Eltern. Elon Musk zog daraufhin mit seiner Mutter und seinen Geschwistern für zwei Jahre nach Durban (Südafrika), ehe er zurück zu seinem Vater nach Pretoria kehrte. © GIANLUIGI GUERCIA/dpa
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA.
Mitte der 1990er Jahre begann der Aufstieg Elon Musks in den USA. Im März 1999 gründete er das Online-Bankunternehmen X.com. Ein Jahr später wurde nach Fusion mit einer Firma von Milliardär - und Unterstützer von Donald Trump - Peter Thiel daraus der Online-Bezahldienst Paypal. Den wiederum kaufte Ebay, was Musk einen satten Gewinn von 176 Millionen Dollar eingebracht haben soll. © Michael Reynolds/dpa
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX.
Im Jahr 2002 gründete Elon Musk das Unternehmen SpaceX. Er investierte rund 100 Millionen US-Dollar seines Geldes zum Start in die Firma. Kurzfristiges Ziel war die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete, um die Kosten für die zivile Raumfahrt zu senken. Langfristig sollte SpaceX Musk der Erfüllung seines großen Traums näher bringen: die Besiedlung des Mars. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich SpaceX zu einem erfolgreichen Projekt. Das US-Verteidigungsministerium erteilte der Firma einen Auftrag in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar zur Errichtung eines Netzwerks von Spioinagesatelliten. © Paul Buck/dpa
Sein geschäftlicher Erfolg in den Vereinigten Staaten brachte Elon Musk auch der US-Politik näher
Sein geschäftlicher Erfolg in den Vereinigten Staaten brachte Elon Musk auch der US-Politik näher. Im Jahr 2014 besuchte der frisch gebackene Milliardär gemeinsam mit seiner Ex-Frau Talulah Riley einen Empfang des damaligen Präsidenten Barack Obama. Musk heiratete Riley im Jahr 2010. Zwei Jahre später ließ sich das Paar aber wieder scheiden. © Andrew Harrer / Pool
Im Jahr 2004 übernahm Elon Musk die ein Jahr zuvor gegründete Automarke Tesla
Im Jahr 2004 übernahm Elon Musk die ein Jahr zuvor gegründete Automarke Tesla. Die Firma hatte zum Ziel, Elektro-Autos in allen Preisklassen zu entwickeln und weltweit zu verkaufen. Erstes Modell des Autobauers war der „Tesla Roadster“. Es folgten das „Model S“ und „Model X“. Neben dem Bau von Elektro-Autos investierte Tesla auch in den Ausbau von Ladestationen in den USA sowie in eigene Batteriefabriken. © Matt Sumner/dpa
Ein Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Tesla sollte der Cybertruck werden.
Ein Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Tesla sollte der Cybertruck werden. Elon Musk pries den Wagen 2023 in der Autostadt Detroit als nahezu unzerstörbar an. Dies wollte der Milliardär eigenhändig unter Beweis stellen und warf eine Stahlkugel auf die Fensterscheibe - mit unerwartetem Ergebnis. Die Scheibe splitterte unter den verdutzten Augen Musks. Der nahm es mit Humor. © IMAGO/Robert Hanashiro
Dennoch verkaufte sich Elon Musks Cybertruck - auch außerhalb der USA.
Dennoch verkaufte sich Elon Musks Cybertruck - auch außerhalb der USA. Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow gönnte sich ebenfalls einen der Tesla-SUVs. Der Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin modizifierte seinen Cybertruck mit einem Maschinengewehr. © IMAGO/Handout/Kadyrov 95
Ein Jahr Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg
Im Jahr 2022 eröffnete Tesla das erste Werk in Deutschland. Zur Eröffnung der Tesla-Fabrik in Brandenburg begrüßte Musk unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz. Bund und Land hatten den Bau des Autowerks mit Millionenbeträgen subventioniert. In der „Tesla Gigafactory“ sollten kurz darauf 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden. Kritik wurde aber auch an Musks Unternehmensführung laut. Er soll großen Leistungsdruck auf seine Angestellten ausüben und infolge von Wutanfällen ganze „Wogen“ von Entlassungen verteilt haben, berichtete die New York Times. © Patrick Pleul/dpa
Auch Umweltaktivisten engagierten sich gegen den Bau der Tesla-Fabrik in Brandenburg.
Auch Umweltaktivistinnen und -aktivisten engagierten sich gegen den Bau der Tesla-Fabrik in Brandenburg. An einer Demonstration gegen die Erweiterung des Werks am Bahnhof Fangschleuse im nahegelegenen Grünheide beteiligten sich laut Veranstalter mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Polizei sprach von etwa 1.000 Personen. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jadranko Marja
Demonstrationen gegen Elon Musks Tesla-Werk in Brandenburg
Ganz friedlich blieb es dabei nicht. Während der Demonstrationen gegen Elon Musks Tesla-Werk in Brandenburg kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. Laut Informationen des RBB setzten die Sicherheitskräfte dabei auch Pfefferspray ein. Das Werksgelände musste zeitweise von einem Großaufgebot gesichert werden. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jadranko Marja
Weniger bekannt wie Elon Musks Ausflüge in die Weltraumwirtschaft und Elektromobilität ist sein Engagement in Hollywood
Weniger bekannt als Elon Musks Ausflüge in die Weltraumwirtschaft und Elektromobilität ist sein Engagement in Hollywood. 2005 war der Milliardär als Executive Producer an dem Film „Thank you for Smoking“ beteiligt. 2010 war Musk in derselben Funktion für den Film „Dumbstruck“ tätig. © Peter Foley/dpa
Von 2017 bis 2018 war Elon Musk mit der Schauspielerin Amber Heard liiert.
Von 2017 bis 2018 war Elon Musk mit der Schauspielerin Amber Heard liiert. © IMAGO/PacificCoastNews / Avalon
Einen weiteren Traum musste Elon Musk aber aufgeben: die menschliche Rohrpost.
Einen weiteren Traum musste Elon Musk aber aufgeben: die menschliche Rohrpost. Noch 2018 kündigte er in Begleitung seiner damaligen Freundin, der kanadischen Sängerin Grimes, den Hyperloop an. Ein Netz aus Vakuumröhren zwischen den Großstädten der USA sollte den öffentlichen Nahverkehr revolutionieren. 2022 wurde das Projekt eingestellt.  © Gene Blevins/dpa
Mit der Sängerin Grimes ging Elon Musk 2018 eine Beziehung ein.
Mit der Sängerin Grimes ging Elon Musk 2018 eine Beziehung ein. Zwei Jahre später bekam das Paar seinen ersten gemeinsamen Sohn. 2023 trennten sie sich. Seitdem streiten der Milliardär und die Sängerin vor Gericht um das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder. © IMAGO/RW
Neben den drei Kindern mit der Sängerin Grimes soll Musk fünf Kinder mit seiner ersten Ehefrau Justine Wilson haben.
Neben den drei Kindern mit der Sängerin Grimes soll Musk fünf Kinder mit seiner ersten Ehefrau Justine Wilson haben. Mit Shivon Zilis, Angestellte in Musks Firma Neuralink, hat er Zwillinge gezeugt. Insgesamt soll Musk zehn Kinder haben, die allesamt durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden. © CHANDAN KHANNA/AFP
Eine wahre Erfolgsgeschichte unter den vielen Firmen, die Elon Musk betreibt, ist das Unternehmen SpaceX
Eine wahre Erfolgsgeschichte unter den vielen Firmen, die Elon Musk betreibt, wurde dagegen das Unternehmen SpaceX. Seit Jahren schickt die Firma hunderte Satelliten ins All und betreibt von dort „Starlink“, das schnellen Internetzugang überall auf der Welt bieten soll. © SPACEX via www.imago-images.de
Donald Trump beim Start einer Space X Rakete
Die Genauigkeit, mit der SpaceX in der Lage ist, Raketen ins All zu schießen, und wieder zu landen, begeisterte Donald Trump bereits in seiner ersten Amtszeit. Im Jahr 2020 besuchte der damalige US-Präsident gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Mike Pence den Start einer SpaceX-Rakete. © Linn/Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de
Schwer aktiv war Elon Musk seit jeher in den sozialen Medien.
Schwer aktiv war Elon Musk seit jeher in den sozialen Medien. Besonders auf Twitter kommentierte der Milliardär immer wieder das politische Geschehen der USA. Musk kritisierte die Verbannung Donald Trumps vom Kurznachrichtendienst nach dem Kapitolsturm am 6. Januar 2021. Ein Jahr später kaufte der Milliardär Twitter auf. Er teilte daraufhin ein Video, in dem er ein Waschbecken (englisch: sink) in die Twitter-Zentrale trug - kommentiert mit den Worten "Let that sink in“ (lass das sacken). 2023 benannte er das Unternehmen um in „X“. Die von Musk durchgeführten Änderungen sorgten für eine Flut von Abwanderungen aus dem bis dato größten Kurznachrichtendienst. © AFP
Elon Musk im November 2023 in die Kritik
Wegen antisemitisch anmutender Kommentare auf Twitter geriet Elon Musk im November 2023 in die Kritik. Er versuchte, seine Aussagen zu relativieren, doch bediente sich dabei antismetischer Verschwörungstheorien. Kurz darauf reiste Musk medienwirksam nach Israel. Dort besuchte er in Begleitung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Kibbutz Kfar Aza, den die Hamas beim Terroranschlag am 7. Oktober attackiert hatte.  © IMAGO
In den Vorwahlen der Republikaner zur US-Wahl 2024 unterstützte Elon Musk zunächst Ron DeSantis
In den Vorwahlen der Republikaner zur US-Wahl 2024 unterstützte Elon Musk zunächst Ron DeSantis. Der Gouverneur des US-Bundesstaates Florida galt als aussichtsreichster Gegenkandidat zu Donald Trump. Mit einem Interview auf X wollte Musk DeSantis zu Aufmerksamkeit verhelfen. Technische Pannen machten den Versuch aber zu einem ähnlichen Fehlschlag wie die ganze Kampagne DeSantis‘.  © ANGELA WEISS CHENEY ORR / AFP
Nach dem Attentat auf Donald Trump stellte sich Elon Musk endgültig hinter den Kandidaten der Republikaner.
Nach dem Attentat auf Donald Trump stellte sich Elon Musk endgültig hinter den Kandidaten der Republikaner. Es folgten zahlreiche Wahlkampfauftritte des Südafrikaners, auch mit der kommenden First-Lady Melania Trump. Deren Ehemann versprach dem Milliardär daraufhin eine einflussreiche Rolle in der US-Regierung. Musk solle sich um den Abbau der US-Bürokratie kümmern und Milliardenbeträge einsparen. © IMAGO/Jen Golbeck / SOPA Images
Im Wahlkampf nahm Donald Trump seine halbe Familie mit zu Elon Musks Raketenstart.
Im Wahlkampf nahm Donald Trump seine halbe Familie mit zu Elon Musks Raketenstart. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl nutzte der kommende US-Präsident seine Rede dazu, minutenlang über die Schönheit und Präzision der SpaceX-Raketen zu philosophieren. © BRANDON BELL/AFP
Den Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl feierte selbstredend auch Elon Musk.
Den Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl feierte selbstredend auch Elon Musk. Für den Milliardär war damit der Weg frei ins Weiße Haus. In den Wochen nach der US-Wahl wich Musk nicht von der Seite Trumps und wurde laut Einschätzung der US-Medien zum einflussreichsten Mann in Trumps Umfeld. Vor allem die Auswahl des Kabinetts durch den kommenden US-Präsidenten soll Musk maßgeblich beeinflusst haben. © JIM WATSON/AFP
Trump verabschiedet Musk auf gemeinsamer Pressekonferenz
Doch dann kam es zum Streit zwischen Musk und Trump. Anlass war das Haushalts- und Steuergesetz, mit dem der US-Präsident zentrale Wahlversprechen umsetzen will. Vor allem die drohenden Rekordschulden sind Musk ein Dorn im Auge. Trumps Pläne trieben „Amerika in den Bankrott“, so Musk. © Evan Vucci/dpa
Mittlerweile gilt Elon Musk als reichster Mensch der Welt.
Mittlerweile gilt Elon Musk als reichster Mensch der Welt. Sein Vermögen wird laut Süddeutscher Zeitung auf über 400 Milliarden US-Dollar geschätzt (Stand: Dezember 2024). Politisch positioniert sich Musk seit Jahren als rechtskonservativer Hardliner. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps posierte er in dessen Anwesen in Mar-a-Lago mit Brexit-Papst und Parteichef der rechten „UK Reform“ Nigel Farage (r) und dem Schatzmeisters der Partei, Nick Candy (l) vor einem Porträt des jungen Trumps. © dpa

Trump und Strafzölle: Neue Tesla-Strategie dürfte der US-Präsident lieben

Das Lob aus Washington kann seine E-Auto-Marke jedenfalls gut gebrauchen, denn das Geschäft läuft stotternd. Tesla scheint tatsächlich der Saft auszugehen. Wie Musk der Entwicklung entgegensteuern will, verriet er auch bereits: Tesla werde die Autoproduktion in den USA in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. So solle auch der Glaube an die Zukunft der USA demonstriert werden.

Auch dafür dürfte Trump die E-Auto-Marke lieben. Denn die Stärkung der Autoindustrie im Land zählt zu seinen großen Zielen. Sie ist einer der Gründe, warum er mit Strafzöllen um sich wirft. Jüngst erklärte das Weiße Haus die Aussetzung der eigentlich schon verhängten Abgaben auf Importe aus Kanada und Mexiko damit, der Branche solle nicht geschadet werden, zumal sie ihre Produktion immer mehr in die USA verlagere.

Der US-Präsident, sein Kumpel und sein Spickzettel: Donald Trump (r.) ist jetzt nicht nur Fan von Elon Musk, sondern auch von Tesla.

Trump contra Tesla-Gegner: Einstufung als „inländischer Terrorismus“ möglich

Hier scheint es also nach Trumps Vorstellungen zu laufen. Ein Thema beim Besuch von Musk und seinen Autos waren jedoch auch Anfeindungen, denen sich Tesla und Verkäufer der Fahrzeuge in jüngster Zeit ausgesetzt sehen. Dabei handelt es sich offenbar um Reaktionen auf Musks Rolle im neuen Ministerium für Regierungseffizienz, kurz DOGE.

Als ein Journalist fragte, ob solche Angriffe als „inländischer Terrorismus“ angesehen werden sollten, antwortete Trump: „Ich werde das tun.“ Sein Versprechen lautet: „Ich werde sie aufhalten.“ Wer zu Gewalt greife, schade einem „großartigen amerikanischen Unternehmen“, das viele Jobs schaffe.

Trump sprach von „bösen Jungs“, die „große Probleme“ bekommen würden. „Wer das Tesla antut, tut es auch jedem Unternehmen an“, stellte Trump klar und schob diese Warnung hinterher: „Wir werden euch zu fassen kriegen und dann geht ihr durch die Hölle.“

Trump und sein Spickzettel: US-Präsident lässt sich Übersicht der Tesla-Preise schriftlich geben

Seine Schimpftirade trug er frei vor. Wie spontan sein voriges Tesla-Loblied war, muss angesichts eines im Internet kursierenden Fotos von Trumps Spickzettel hinterfragt werden. Auf diesem waren die Preise verschiedener Modelle aufgelistet. Auch fand sich der Hinweis, dass die Fahrzeuge von Tesla autonom unterwegs sind. Sogar ganze Sätze waren auf dem Stück Papier zu lesen.

Aber Autos zu bewerben, die er noch vor nicht allzu langer Zeit am liebsten zum Teufel gejagt hätte, kann eben eine echte Herausforderung sein. Und auch neue Autohändler müssen sich bekanntlich erstmal ins Geschäft hineintasten, bevor sie in Fahrt kommen. Ob der US-Präsident auf den Geschmack gekommen ist? Manchmal kommen ihm Lobreden ja ähnlich leicht von den Lippen wie seine berühmten Schmähungen. (mg)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / UPI Photo

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