Grönland-Besuch: Vance überrascht mit wilder Annahme – Dänemark kontert und macht USA ein Angebot
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Felix Busjaeger
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Der US-Vizepräsident reist am Freitag nach Grönland. Aussagen von J.D. Vance und Donald Trump offenbaren, dass sie es Ernst meinen.
Update, 20.25 Uhr: Einen Tag nach dem Besuch von US-Vizepräsident JD Vance auf einem US-Militärstützpunkt in Grönland hat die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen eine Reise auf die Insel angekündigt. Sie werde sich von Mittwoch bis Freitag in Grönland aufhalten, um die „Einheit“ zwischen Dänemark und dem arktischen Inselgebiet zu stärken, teilte ihr Büro am Samstag mit.
Sie freue sich darauf, mit dem künftigen grönländischen Regierungschef Jens Frederik Nielsen die „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Grönland und Dänemark“ fortzusetzen, wurde Frederiksen in der Mitteilung zitiert.
Die dänische Regierung hatte zuvor die Vorhaltungen von Vance wegen ihres Umgangs mit Grönland zurückgewiesen. „Wir sind offen für Kritik, aber um ehrlich zu sein, schätzen wir den Ton nicht, in dem sie formuliert wurde“, sagte Außenminister Lars Lökke Rasmussen in einem Video, das am Samstag im Onlinedienst X veröffentlicht wurde. „So redet man nicht mit engen Verbündeten - und ich betrachte Dänemark und die USA immer noch als enge Verbündete“, fuhr der dänische Chefdiplomat fort. Frederiksen hatte Vances Kritik bereits am Freitag zurückgewiesen.
Trump-Vize besucht Grönland: Scharfe Kritik an JD Vance
Update, 11.53 Uhr: Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen hat mit scharfen Worten auf den Grönland-Besuch des US-Vizepräsidenten J.D. Vance und auf Aussagen des Trump-Vize reagiert. „So redet man nicht mit engen Verbündeten“, machte Rasmussen deutlich. Natürlich sei Dänemark offen für Kritik, betonte Rasmussen. Er fügte jedoch hinzu: „Aber um ganz ehrlich zu sein: Wir schätzen den Ton, in dem das vorgetragen wird, überhaupt nicht.“
Vance hatte zuvor bei einer Rede vor US-Soldaten auf dem US-Stützpunkt Pituffik scharfe Kritik an Dänemark geäußert. Kopenhagen tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, so der Trump-Vize. Rasmussen zeigte sich weiterhin kompromissbereit und bot Gespräche über eine stärkere US-Militärpräsenz auf Grönland an. „Wenn es das ist, was ihr wollt, lasst uns darüber reden.“ Er führte aus, wie die USA ihre Militärpräsenz auf der zu Dänemark gehörenden Insel seit 1945 drastisch verringert haben. „Wir können innerhalb der Vereinbarung, die wir haben, viel mehr tun“, sagte Rasmussen. Das gemeinsame Verteidigungsabkommen von 1951 biete dafür reichhaltige Möglichkeiten.
Update, 11.30 Uhr: Donald Trumps Vize J.D. Vance hat seinen umstrittenen Grönland-Besuch umgesetzt. Den eigentlichen Plan musste man radikal einstampfen. Ein Satz des Politikers stach besonders ins Auge.
Vance spricht von Partnerschaft mit Grönland
Update, 9.25 Uhr: US-Vizepräsident J.D. Vance hat inmitten der Pläne von Donald Trump zur möglichen Übernahme Grönlands die Stimmung bei einem Besuch in der Region weiter angeheizt. Die USA gingen davon aus, dass die Grönlander sich von Dänemark lossagen und sich „für eine Partnerschaft mit den USA“ entscheiden würden. „Und dann werden wir Gespräche führen.“
Update vom 29. März, 6.00 Uhr: US-Vizepräsident JD Vance hat bei seinem Besuch auf scharfe Vorwürfe gegen den Nato-Verbündeten Dänemark erhoben. „Unsere Botschaft an Dänemark ist sehr einfach: Sie haben keine gute Arbeit für die Menschen in Grönland geleistet. Sie haben zu wenig in die Menschen in Grönland investiert und Sie haben zu wenig in die Sicherheitsarchitektur dieser unglaublichen, wunderschönen Landmasse investiert“, sagte Vance auf dem US-Militärstützpunkt Pituffik. Hinsichtlich der US-Pläne in Grönland sagte Vance: „Wir glauben nicht, dass militärische Gewalt jemals notwendig sein wird.“ Stattdessen werde US-Präsident Donald Trump in der Lage sein, ein Abkommen mit Grönland auszuhandeln, sagte Vance. Nach rund drei Stunden beendete er seinen Besuch auf dem US-Militärstützpunkt und flog zurück in die USA.
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Vance teilt bei Grönland-Besuch gegen Dänemark und Europa aus
Update, 20.17 Uhr: J.D. Vance hat bei einem Besuch auf Grönland gegen Dänemark und die Europäer ausgeteilt. „Dänemark hat keine gute Arbeit geleistet, um Grönland sicher zu halten“, sagte Vance auf dem US-Militärstützpunkt Pituffik. Die Verbündeten in Europa würden angesichts der Gefahren durch Russland und China „zu oft“ nicht Schritt halten. „Sie haben bei den Militärausgaben nicht Schritt gehalten, und Dänemark hat nicht die Mittel bereitgestellt, die notwendig sind, um diesen Stützpunkt zu erhalten, um unsere Truppen zu schützen.“
Gleichzeitig spielte er die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump herunter, wonach Grönland den USA gehören sollte. „Wenn der Präsident sagt, dass wir Grönland haben müssen, dann sagt er damit, dass diese Insel nicht sicher ist“, sagte Vance. Man könne die Wünsche des Präsidenten nicht ignorieren. Die Menschen in Grönland könnten selbst bestimmen und man hoffe, dass sie sich für eine Partnerschaft mit den USA entscheiden. „Wir glauben nicht, dass militärische Gewalt jemals notwendig sein wird“, sagte Vance.
Update, 19.47 Uhr: Während dem Besuch von J.D. Vance in Grönland hat Donald Trump ein Video auf X gepostet, was sich wohl nur als Propaganda beschreiben lässt. Die zu Dänemark gehörige Insel werde von Russland und China bedroht, es werde Zeit, dass der US-amerikanische Freund Schutz leistet, heißt es darin.
Update, 19.12 Uhr: Parallel zum Besuch von J.D. Vance hat sich auch US-Präsident Donald Trump erneut zu einer Übernahme der Kontrolle in Grönland geäußert. Er machte erneut klar, dass er seine Idee einer Einverleibung Grönlands durch Amerika Ernst meint. „Wir brauchen Grönland“, sagte Trump im Weißen Haus in Washington.
„Wir haben keine andere Wahl.“ Für die internationale Sicherheit und den Weltfrieden sei es sehr wichtig, „dass wir Grönland haben“. Er schob nach: „Es geht nicht um die Frage: Können wir darauf verzichten? Das können wir nicht.“
Update, 18.33 Uhr: J.D. Vance scheut keine Konfrontation und provoziert mit seiner umstrittenen Reise nach Grönland – und kommentiert nach seiner Anreise direkt das Wetter. Als er erstmals grönländischen Boden betritt, wundert sich der US-Vize zunächst über die frostigen minus 18 Grad. „Es ist arschkalt hier“, sagt er zur Begrüßung der US-Soldaten, die in der weltweit nördlichsten US-Militäreinrichtung Pituffik stationiert sind.
Grönland-Besuch: US-Vize Vance und Ehefrau besichtigen Weltraumbasis Pituffik
Update, 17.31 Uhr: J.D. Vance ist gemeinsam mit seiner Frau Usha in Grönland gelandet. Wie BBC berichtete, werde er nun durch die Weltraumbasis Pituffik im Nordwesten Grönlands geführt.
Die Pituffik Space Base, die bis vor zwei Jahren Thule Air Base hieß, gilt als weltweit nördlichste Militäreinrichtung der USA. Sie liegt etwa 1500 Kilometer nördlich der grönländischen Hauptstadt Nuuk und hat große Bedeutung für die globale Raketenabwehr und die Weltraumüberwachung. Offiziell standen dort für Vance ein Briefing über die Sicherheitslage in der Arktis und eine Begegnung mit den stationierten US-Soldaten an. Es wurde auch damit gerechnet, dass sich Vance im Laufe des mehrstündigen Besuches vor mitgereisten Journalisten äußern wird.
Vance ist der bislang ranghöchste Vertreter des Trump-Lagers, der Grönland besucht. Anders als Präsidentensohn Donald Trump Jr. bei einem medienwirksamen Kurztrip im Januar wird er dabei nicht nach Nuuk reisen und wohl auch nicht mit der grönländischen Bevölkerung in Kontakt treten.
Update 28. März, 14.55 Uhr: Kurz vor der Ankunft des US-Vizepräsidenten J.D. Vance und seiner Frau in Grönland haben sich vier der fünf im grönländischen Parlament vertretenen Parteien auf eine Koalition geeinigt. Laut Berichten aus lokalen Medien soll der Koalitionsvertrag noch am Freitag unterzeichnet werden. Die Mitte-rechts-Partei Demokraatit unter der Führung von Jens-Frederik Nielsen hatte bei den Wahlen in Grönland überraschend gewonnen, nachdem US-Präsident Donald Trump mehrfach geäußert hatte, Grönland solle Teil der USA werden.
Trump bekräftigt Grönland-Pläne vor Vance-Besuch
Erstmeldung: Washington, D.C. – Kurz vor dem umstrittenen Besuch von US-Vizepräsident J.D. Vance auf Grönland hat sein Chef erneut den Anspruch der USA auf die arktische Insel bekräftigt. Donald Trump erklärte am Mittwoch (26. März): „Wir müssen es haben.“ Der US-Präsident bezieht sich dabei auf die größte Insel der Welt, die er schon länger in das US-Territorium eingliedern möchte. Vances Reise hat angeblich freundschaftlichen Charakter, doch Äußerungen von Trump und seinem Stellvertreter drücken etwas anderes aus.
Im Vorfeld der Reise herrschte große Aufregung, ähnlich wie beim Besuch von Donald Trump Jr. Anfang des Jahres. Ursprünglich wollten US-Energieminister Chris Wright und der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz mit Vances Ehefrau Usha nach Grönland reisen. Geplant war, Einheimische kennenzulernen und das berühmte Hundeschlittenrennen Avannaata Quimussersua zu besuchen. Doch nach Protesten der Bevölkerung und Äußerungen der Regierungen in Nuuk und Kopenhagen – Grönland ist ein autonomes Territorium Dänemarks – wurde das Programm stark reduziert.
J.D. Vance und Donald Trump nennen wahren Absichten hinter dem Grönland-Besuch
Daraufhin kündigte auch J.D. Vance seine Teilnahme an. Er wolle seine Frau am Freitag begleiten, da er „ihr den ganzen Spaß nicht allein überlassen“ wolle, wie er in einem Video in den sozialen Medien erklärte. Von den ursprünglichen Plänen blieb jedoch nur ein Besuch der Pituffik Space Base übrig, dem nördlichsten Stützpunkt des US-Militärs im Nordwesten Grönlands. Die Aussagen von Trump und Vance lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass es sich nicht um einen reinen Vergnügungsbesuch handelt.
Zwei Tage vor Vances Ankunft unterstrich der US-Präsident erneut seine Entschlossenheit, die Insel in das US-Territorium einzugliedern. Trump betonte: „Wir brauchen Grönland. Wir müssen es haben, und ich glaube, wir werden es haben.“ Er fügte hinzu: „Wir werden so weit gehen, wie wir gehen müssen.“
Besuch von J.D. Vance auf der Insel: Trump interessiert sich seit Jahren für Grönland
Diese Aussagen wirken besonders bedrohlich angesichts der Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Truppen in der Arktis verstärken zu wollen. Bereits 2019, während seiner ersten Amtszeit, sprach Trump von einem möglichen „Kauf“ Grönlands. Mal führte er Bodenschätze als Grund an, ein anderes Mal das „Schicksal“ – heute ist es die geostrategische Lage in der Arktis.
Auch die Ankündigungen von J.D. Vance im Video deuten nicht auf eine Spaßreise hin. Er sagte: „Viele andere Länder haben Grönland bedroht, haben gedroht, sein Territorium und die Wasserstraßen zu nutzen, um die Vereinigten Staaten und Kanada zu bedrohen, und natürlich auch die Menschen in Grönland.“ Man wolle überprüfen, wie die Dinge dort laufen, fügte er hinzu. Die Botschaft lautet: Ohne die USA wäre die riesige Insel den Feinden ausgeliefert. (red mit Agenturen)