US-Präsident droht

Trumps Geduld mit Putin erschöpft – Expertin entschlüsselt neues Ultimatum zum Ukraine-Krieg

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Trump zeigt wachsende Ungeduld gegenüber Putin. Sein verschärftes Ultimatum zielt auf die Beendigung des Ukraine-Kriegs ab. Der Kreml wirkt dennoch unbeeindruckt.

Washington, D.C. – Donald Trump verspricht einfache Lösungen und ist als schlechter Verlierer bekannt. Der russische Präsident Wladimir Putin und dessen Vorgehen in der Ukraine scheinen den US-Präsidenten deshalb zunehmend zu beunruhigen.

Während seines Wahlkampfs hatte der US-Präsident mehrfach versprochen, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden nach seinem Amtsantritt zu beenden. Seitdem sind Drohungen, Verhandlungen, Sanktionen, Fristen und Angebote gefolgt – doch der Krieg in der Ukraine dauert an, auch sieben Monate nach Trumps Amtseinführung.

Trump erhöht den Druck auf Putin: „Neue Frist von zehn bis zwölf Tagen“

Erst vor rund zwei Wochen hatte Trump Russland eine Frist von 50 Tagen gesetzt, um einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen. Er drohte mit weiteren Sanktionen gegen Russland und dessen Handelspartner, falls kein Friedensabkommen zustande kommt.

Doch mittlerweile scheint Trump selbst nicht mehr daran zu glauben, dass Putin seine Frist ernst nimmt und hat die Frist unerwartet deutlich verkürzt. Shelby Magid, stellvertretende Direktorin des „Eurasia Centre“ der US-Denkfabrik „Atlantic Council“, äußerte sich dazu in der Kyiv Post: „Präsident Trumps Geduld mit Putin geht zu Ende, während seine Frustration und Enttäuschung immer weiter wachsen, und das zu Recht.“

Die Expertin interpretiert Trumps verschärfte Rhetorik als Zeichen eines Umdenkens: „Seine neuerlich verkürzte Frist und seine jüngsten Äußerungen lassen darauf schließen, dass er langsam begreift, dass Putin ohne zunehmenden Druck aus dem Weißen Haus nicht die Absicht hat, ernsthaft zu handeln.“

Trump verkündet neue Frist: „Glaube, Putins Antwort bereits zu kennen“

Am Montag, dem 28. Juli, verkündete Trump nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer auf seinem Golfplatz in Turnberry, Schottland, die Verkürzung der Frist. „Ich bin von Präsident Putin enttäuscht“, erklärte Trump gegenüber Reportern. „Ich werde eine neue Frist von zehn bis zwölf Tagen ab heute setzen. Es gibt keinen Grund zu warten, wir sehen einfach keine Fortschritte.“

Regierungsvertreter in Washington berichten, dass diese Entscheidung die wachsende Frustration des Weißen Hauses über die stagnierenden Friedensbemühungen widerspiegelt.

Innerhalb der Trump-Regierung wächst der Druck, den Ukraine-Krieg zu beenden

Trump begründete sein neues Ultimatum mit Putins mangelnder Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen. „Ich möchte großzügig sein, aber wir sehen einfach keine Fortschritte“, sagte Trump vor seinem Treffen mit Starmer. „Ich bin enttäuscht von Präsident Putin, sehr enttäuscht von ihm. Ich werde die 50 Tage, die ich ihm gegeben habe, auf eine kürzere Frist reduzieren, weil ich glaube, die Antwort bereits zu kennen.“

Neue US-Sanktionen gegen Russland? US-Präsident Donald Trump äußert sich enttäuscht über Kreml-Chef Wladimir Putin. (Symbolbild/Montage)

Beobachter bemerken einen zunehmenden Druck innerhalb der US-Regierung in Bezug auf die Ukraine. Trumps Forderungen an Putin werden für ihn zu einer Frage des persönlichen Erfolgs. Trump hatte stets betont, dass er den russischen Präsidenten verstehen und beeinflussen könne. Der Ukraine-Konflikt ist für Trump auch deshalb heikel, weil sein Handelsrivale China von Putins Kriegsmaschinerie profitiert.

Kreml zeigt sich unbeeindruckt von Trumps neuer Frist

Laut der Nachrichtenagentur AFP reagierte Russland zunächst unbeeindruckt auf Trumps Ankündigung. „Wir haben Präsident Trumps Erklärung gestern zur Kenntnis genommen. Die Spezialoperation dauert an“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag, dem 29. Juli. Russland bezeichnet den Ukraine-Konflikt beschönigend als „militärische Spezialoperation“. Peskow fügte hinzu, dass Russland weiterhin im Friedensprozess engagiert sei, „um den Konflikt in der Ukraine zu lösen und unsere Interessen zu wahren“.

Peskow äußerte sich auch zur Beziehung zwischen Russland und den USA: „gibt es allerdings eine Verlangsamung“. Er betonte, dass mehr Bewegung wünschenswert wäre und Fortschritte Impulse von beiden Seiten erforderten. (lm)

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