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Trumps Junior als „Naturliebhaber“ in Grönland

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Die Vorhut: Donald Trump Jr. (2.v.r) bei seiner Ankunft in Nuuk. Foto: Emil Stach/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa.

Nachdem sein Vater mehrfach angekündigt hat, Grönland kaufen zu wollen, stattet Donald Trump Jr. der Insel einen Besuch ab – und löst neuen Unmut aus.

Der Sohn des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, Donald Jr., ist nach Grönland gereist, während sein Vater den Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel in der Arktis erneuert. „Mein Sohn Don Jr. und verschiedene Vertreter werden dorthin reisen, um einige der schönsten Gegenden und Sehenswürdigkeiten zu besuchen“, hatte Vater Trump zuvor auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social geschrieben. Offen blieb, wen er mit den Vertretern genau meinte. Der Republikaner fügte hinzu: „Grönland ist ein unglaublicher Ort, und die Menschen dort werden enorm davon profitieren, falls – und sobald – es Teil unserer Nation wird“.

Trumps Sohn, in den USA auch als Don Jr. bekannt, traf am Dienstag in der Hauptstadt Nuuk ein, wie der US-Sender Fox News und das Portal „The Hill“ berichteten. Es hieß, dass der 47-jährige Sohn privat reise und auf der riesigen Insel keine Regierungsvertreter treffen werde. „Als jemand, der als Naturliebhaber an einige faszinierende Orte auf der ganzen Welt gereist ist, freue ich mich darauf, in dieser Woche in Grönland Halt zu machen, um ein wenig Spaß zu haben“, zitierte Fox News Trumps Sohn.

In Dänemark wird erneut Kritik laut: „Ich möchte keine Schachfigur in Trumps wilden Träumen sein, sein Imperium auszudehnen und unser Land darin einzuschließen“, schrieb die grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, Aaja Chemnitz, auf Facebook. Zum Rundfunksender DR sagte Chemnitz, sie sei offen für eine Zusammenarbeit mit den USA, beispielsweise in den Bereichen Tourismus, Rohstoffe und Ausbildung. Die Zukunft Grönlands müsse aber von den Grönländern selbst entschieden werden.

Das dänische Außenministerium teilte mit, den Besuch zur Kenntnis genommen zu haben. „Da es sich nicht um einen offiziellen amerikanischen Besuch handelt, gibt das dänische Außenministerium keinen weiteren Kommentar ab“, hieß es. Seit Jahresbeginn wird jedoch auf dem neuen königlichen Wappen Grönland – symbolisiert durch einen Eisbären – mehr Platz eingeräumt. Die Färöer, die genau wie Grönland Teil der dänischen Reichsgemeinschaft sind, nehmen ebenfalls einen prominenteren Platz auf dem neuen Wappen ein.

Der dänische Hof teilte mit, König Frederik X. wolle mit diesen Änderungen ein zeitgemäßes Wappen schaffen. Ob die Erneuerung des Wappens im Zusammenhang mit Trumps Interesse an Grönland steht, blieb unklar.

Der älteste Sohn des Präsidenten ist zumindest öffentlich bisher für keinen offiziellen Posten in Trumps Regierung vorgesehen. Im Wahlkampf mischte er aber kräftig mit – er gilt als enger Berater seines Vaters. Daher hat auch die Grönland-Reise von Don Jr. politische Brisanz. Der künftige Präsident tat auf Truth Social weiter kund, dass man Grönland vor einer „äußert grausamen Außenwelt“ schützen werde.

Der Republikaner, der am 20. Januar wieder ins Weiße Haus einziehen wird, hatte bereits im Dezember geschrieben: „Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht, dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind“. Schon während seiner ersten Amtszeit hatte Trump vorgeschlagen, Grönland zu kaufen. Dänemark lehnte dies klar ab. Zuletzt hatte die dänische Regierung angekündigt, mit Milliardeninvestitionen Grönlands Sicherheit stärken zu wollen.

Auch Kanada im Blick

Grönland mit seinen rund 56 000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist weitgehend autonom. Durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland, wegen dort vermuteter Bodenschätze sowie eines wichtigen US-Militärstützpunktes ist die Insel nicht nur für die USA strategisch bedeutsam.

Trump hatte zuletzt auch immer wieder öffentlich auf Kanada geschielt und das Nachbarland im Norden als möglichen „51. Bundesstaat“ der USA beschrieben. Nun äußerte er sich dazu neuerlich auf Truth Social: „Wenn Kanada mit den USA fusionieren würde, gäbe es keine Zölle, die Steuern würden deutlich sinken, und sie (die Kanadier) wären vollständig sicher vor der Bedrohung durch russische und chinesische Schiffe, die sie ständig umgeben.“ Gemeinsam mit den USA könnte man eine „großartige Nation“ werden, so der 78-Jährige.

Trumps Sticheleien fallen in eine politisch unsichere Zeit für Kanada. Die Führung des Landes wird sich in den kommenden Monaten neu sortieren müssen. Am Montag hatte der kanadische Premierminister Justin Trudeau wenige Monate vor der Wahl seinen Rücktritt angekündigt. afp/dpa

Gekommen, um zu bleiben? Der Trump-Flieger landet am Dienstag. Foto: Mads Madsen Arctic Creative / Ritzau Scanpix / AFP.

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