Die Türkei plant eine Wiederaufnahme der Nato-Beitritts-Gespräche von Schweden und Finnland im März.
Ankara in der Türkei - Das Treffen werde am 9. März in Brüssel stattfinden, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Montag in Ankara. Für die Türkei sei es allerdings „nicht möglich“, dem Nato-Beitritt Schwedens zuzustimmen, solange das Land die im Juni in Madrid gemeinsam vereinbarten Verpflichtungen nicht erfüllt habe, fügte er hinzu.
Cavusoglu machte deutlich, dass die Türkei die finnische Nato-Bewerbung wohlwollend betrachtet. „Wir könnten den Beitrittsprozess Schwedens und Finnlands voneinander trennen“, sagte er.
Finnland und Schweden hatten im Mai vergangenen Jahres infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine ihre jahrzehntelange militärische Blockfreiheit aufgegeben und den Beitritt zur Nato beantragt. Für die Aufnahme neuer Mitglieder in das Militärbündnis ist die Zustimmung aller Mitgliedstaaten erforderlich.
Die Türkei blockiert die Nato-Beitritte Finnlands und Schwedens unter anderem wegen der angeblichen Unterstützung kurdischer Aktivisten durch die beiden Länder. Ankara fordert vor allem von Stockholm eine härtere Gangart gegen diese Aktivisten, die von den türkischen Behörden als „Terroristen“ betrachtet werden.
Ende Januar hatte die Türkei die Verhandlungen ganz gestoppt und ein für Februar geplantes Treffen abgesagt, nachdem es in Stockholm zu Türkei- und islamfeindlichen Aktionen gekommen war, bei denen auch eine Ausgabe des Koran verbrannt wurde. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte daraufhin, dass die Türkei Schwedens Beitritt zu dem westlichen Verteidigungsbündnis nicht unterstützen werde. kbh/mid