Weiter mit Präsident Recep Tayyip Erdogan oder lieber mit Herausforderer Kemal Kılıçdaroğlu? Die Präsidentschaftswahlen in der Türkei am Sonntag, dem 14. Mai 2023, werden entscheiden, wer zukünftig das Land am Bosporus und seine 85 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner regieren wird. Längst tobt der Wahlkampf im ganzen Land, auch hier in der Millionen-Metropole Istanbul.
Am 14. Mai wählt die Türkei einen neuen Staatspräsidenten – ein zweiter Wahldurchgang zwei Wochen später ist aber nicht ausgeschlossen.
Frankfurt – Die Türkei-Wahl 2023 könnte mit einer Niederlage von Staatschef Recep Tayyip Erdogan enden. Ein überwiegender Teil der Umfragen sehen den Oppositionskandidaten Kemal Kilicdaroglu vorne. Doch es könnte durchaus dazu kommen, dass der Sieger am Abend des 14. Mai noch nicht endgültig feststeht. Sollten weder Erdogan noch Kilicdaroglu mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, dann gibt es eine Stichwahl am 28. Mai.
Türkei-Wahl 2023: „Spielchen“ von Erdogan bei möglicher zweiter Runde?
Die Opposition unter Leitung der CHP will es aber nicht dazu kommen lassen. Sie fürchtet „Spielchen“ von Erdogan und seiner islamisch-konservativen AKP. „Lasst es nicht zur zweiten Runde kommen, die könnten alle Spielchen auspacken, es liegt in ihrer Natur“, hatte der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP) zuletzt bei einem Wahlkampfauftritt in Istanbul gewarnt. Er rief Wähler dazu auf, die „Sache“ schon in der ersten Runde zu „beenden“. Sollte die Opposition gewinnen, wird Imamoglu künftig eines der sieben Vize-Präsidenten sein. Das Modell mit mehreren stellvertretenden Präsidenten sorgt für Kritik.
Kilicdaroglu ist sich jedenfalls sicher, dass eine zweite Runde nicht nötig sein wird. Über die mögliche Zeit zwischen der ersten und zweiten Runde habe er „keine Bedenken, da wir im ersten Durchgang gewinnen werden“, sagte er in einem Interview mit der Deutschen Welle (DW). Seine Zuversicht begründete er mit den Massen, die bei seinen Wahlkampfauftritten in verschiedenen türkischen Städten erscheinen. Das kann aber leicht täuschen: Sowohl Erdogan als auch Kilicdaroglu schaffen es, tausende Menschen bei ihren Reden zu mobilisieren.
Wahlkampf in der Türkei: Erdoğan vs. Kılıçdaroğlu - Das Duell um die Präsidentschaft
Türkei-Wahl 2023: Beide Seiten optimistisch über Sieg schon in der ersten Runde
Im Regierungslager blickt man ähnlich optimistisch auf die Wahl. Auch dort spricht man von einem Sieg Erdogans schon im ersten Wahldurchgang. „Wir sind sicher, dass Herr Erdogan die Wahl in der ersten Runde gewinnen wird“, sagte Fatih Erbakan, Vorsitzender der islamisch-konservativen Yeniden Refah-Partei. Ähnlich äußerte sich Mustafa Destici, Chef der nationalistischen Partei BBP.