Auf Bitten der Regierung in Ankara hat die UNO hat dem Antrag auf Namenswechsel der Türkei stattgegeben: Das Land wird ab sofort in allen Sprachen Türkiye genannt.
New York City in den USA - Die englische Bezeichnung Turkey werde auf Bitten der Regierung in Ankara nicht mehr verwendet, teilte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Donnerstag mit. Die Türkei habe am Mittwoch einen entsprechenden Antrag bei den Vereinten Nationen gestellt.
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte am Dienstag ein Foto getwittert, das zeigte, wie er den an UN-Generalsekretär António Guterres gerichteten Brief unterzeichnet. Die Änderung sei Teil der von Präsident Recep Tayyip Erdogan gestarteten Initiative zur "Steigerung des Markenwerts unseres Landes", erklärte Cavusoglu.
Mit der offiziellen Umbenennung auf internationalem Parkett will die Türkei außerdem die englische Bezeichnung Turkey, die auch Truthahn bedeutet, loswerden. Bei der Kennzeichnung seiner Produkte setzt das Land bereits seit Längerem auf "Made in Türkiye" anstatt auf "Made in Turkey".
"Die Namensänderung mag einigen albern erscheinen, aber sie versetzt Erdogan in die Rolle des Beschützers, der den internationalen Respekt für das Land sichert", sagte der in den USA lehrende Historiker Mustafa Aksakal der "New York Times". In der Türkei wird im kommenden Jahr ein neuer Präsident gewählt, zudem stehen die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der türkischen Republik an. bfi/ck
Inflation in der Türkei klettert auf 73,5 Prozent
Die Inflation in der Türkei eilt weiter von Rekord zu Rekord: Die Verbraucherpreise zogen im Mai um 73,5 Prozent im Jahresvergleich an und erreichten damit den höchsten Stand seit fast 24 Jahren, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistikamtes hervorging.
Maßgeblich angeheizt wird die Teuerung durch die hohen Energie- und Lebensmittelkosten, die durch den Wertverfall der türkischen Lira zusätzlich getrieben werden. Verschärft wird die Lage durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine; Russland und die Ukraine sind für die Türkei für den Import von Energieträgern und Getreide wichtig.
Die hohen Verbraucherpreise sind in den vergangenen Monaten zu einem der wichtigsten Themen der türkischen Politik geworden. Die Zentralbank hatte trotz der galoppierenden Inflation im Land den Leitzins zuletzt erneut unverändert gelassen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen, die nach herrschender Meinung als probates Mittel im Kampf gegen die Teuerung gelten.
Die Türkei erlebt bereits seit Anfang 2017 nahezu durchgehend Teuerungsraten im zweistelligen Bereich. Ein Jahr vor den für Juni 2023 geplanten Präsidentschaftswahlen werfen Kritiker aus den Reihen der Opposition und auch einige Ökonomen dem nationalen Statistikamt aber sogar vor, das Ausmaß der Inflation noch zu beschönigen.
Unabhängige türkische Wirtschaftswissenschaftler der Inflation Research Group erklärten am Freitag, dass die Inflation im Mai im Jahresvergleich tatsächlich 160,76 Prozent erreicht habe - und damit mehr als das Doppelte der offiziellen Rate. hcy/ilo