Verluste im Krieg

Ukraine-Drohne soll russischen 16-Millionen-Dollar-Hubschrauber abgeschossen haben (AT)

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Auf Social Media geht erneut ein Video aus dem Ukraine-Krieg gegen Russland viral. Ein russischer Kampfhubschrauber soll diesmal abgeschossen worden sein.

Kiew - Während die Friedensverhandlungen in der Türkei nicht zu dem gewünschten Erfolg führten, geht der militärische Konflikt auf dem Schlachtfeld weiter: Im Ukraine-Krieg sollen Spezialeinheiten der Balista-Einheit der ukrainischen Armee nach eigenen Angaben einen russischen Ka-52-Alligator-Hubschrauber mit einer taktischen Kampfdrohne vom Typ Bombus erfolgreich abgeschossen haben. Das teilte die Spezial-Militäreinheit der Ukraine über ihren offiziellen Instagram-Kanal mit.

Der Ka-52 Helikopter Russlands soll demnach einen Angriffsflug über Feldern des ukrainischen Gebiets gestartet haben. Eine Gruppe von taktischen Bombus-Schlagdrohnen der Ukraine sei jedoch bereits im Luftraum auf Stellung gewesen. Laut Bericht des Nachrichtenportals Defense-ua.com fand der Angriff am Freitag (16. Mai) bei Tageslicht statt. Der exakte Ort an der Frontlinie wurde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht bekannt gegeben.

Die ukrainischen Armee soll einen russischen Ka-52-Hubschrauber mit einer Drohne abgeschossen haben.

Ukrainische Drohnen machen Jagd auf russische Hubschrauber - eine soll ihr Ziel getroffen haben

Dem Filmmaterial und dem dazugehörigen Bericht zufolge hatten die ukrainischen Streitkräfte einen verdeckten Gefechtsstand in einer visuell auffälligen Landschaft eingerichtet. Von dieser Position aus verfolgten sie die Höhe und Flugbahn des Ka-52-Hubschraubers in Echtzeit. Als das Ziel in Sicht war, startete das Team sieben Drohnen, die über eine digitale Schnittstelle gesteuert wurden.

Einer der Drohnen gelang es, den russischen Hubschrauber mitten im Flug abzufangen, was zu einem Volltreffer und der mutmaßlichen Zerstörung des Hubschraubers führte. Die Aufnahme endet im Moment des Einschlags. Der Abschuss des Hubschraubers wurde bislang nicht von russischer Seite bestätigt. Die Informationen aus dem Kriegsgeschehen in der Ukraine können zum jetzigen Zeitpunkt nicht unabhängig bestätigt werden.

Drohne der Ukraine zerstört angeblich 16-Millionen-Hubschrauber Russlands

„Präzise Ausführung, kalte Berechnung - und ein weiterer Verlust für die Flotte der Besatzer“, kommentierte die ukrainische Spezialeinheit das Video des Drohnenangriffs, das über Social Media verbreitet wurde. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals United24Media.com ist der Hubschrauber vom Typ Ka-52 Alligator ein besonders hochwertiges Gerät des russischen Militärs. Ab 2023 werden seine Stückkosten demnach auf etwa 16 Millionen US-Dollar geschätzt (umgerechnet etwa 14,3 Millionen Euro).

Laut Medienberichten hatten die ukrainischen Truppen bereits im Februar dieses Jahres sowie im vergangenen Jahr weitere Ka-52-Hubschrauber Russlands zerstört. Einen habe die Ukraine am 7. Februar in der Nähe von Awdijiwka in der Region Donezk abgeschossen. Analysten zufolge soll Russland derzeit noch über mehr als 20 einsatzbereite Ka-52 Alligator-Kampfhubschrauber verfügen, so berichtet das Nachrichtenportal NewsUkraine.rbc.ua.

Die ukrainischen Armee soll einen russischen Ka-52-Hubschrauber mit einer digital gesteuerten Drohne abgeschossen haben.

Abschuss von Russlands Hubschrauber im Ukraine-Krieg noch umstritten

In den Augen von Militärexperten und Open-Source-Beobachtern ist die Aussagekraft des ursprünglich viral gegangenen Instagram-Videos jedoch umstritten. Nach einem Bericht des amerikanischen Militär-Netzwerks Sofx.com dauert der originale Videoclip etwa 1 Minute und 18 Sekunden. Davon scheinen den Experten zufolge jedoch nur etwa 12 Sekunden tatsächliche Drohnenaufnahmen zu sein.

Der Rest des Videos enthalte stilisierte Bearbeitungen mit scheinbar KI-generierten Videos, grafischen Überlagerungen und Spezialeffekten. Das letzte sichtbare Bild des echten Filmmaterials zeige zudem weder einen deutlichen Aufprall noch eine Explosion. Der Ka-52 Hubschrauber erscheine zwar im Bild, weise zuletzt aber keine sichtbaren Schäden auf. (nana)

Rubriklistenbild: © Sergei Ilnitsky/dpa

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