VonNail Akkoyunschließen
Mit der Befreiung des Dorfes Robotyne ist für die Ukraine ein wichtiger Schritt getan. Jetzt nimmt die Armee weitere besetzte Gebiete ins Visier.
Kiew – Die Gegenoffensive nimmt allmählich an Fahrt auf. Erst am Montag (28. August) vermeldete die Ukraine, dass das strategisch wichtige Dorf Robotyne in der Region Saporischschja befreit werden konnte. Nach Einschätzung von US-Generalstabschef Mark Milley hat Kiew damit die erste stark gesicherte Verteidigungslinie der russischen Armee durchbrochen.
Für die ukrainischen Truppen ist damit ein wichtiger Schritt in Richtung der immer noch 75 Kilometer entfernten Stadt Melitopol geschafft, auch wenn noch unklar ist, wie stark die dahinter liegenden Verteidigungslinie der russischen Besatzungstruppen gesichert sind. Ziel der ukrainischen Offensive ist weiterhin, Richtung Küste vorzustoßen und damit einen Keil zwischen die russischen Besatzungstruppen zu treiben und sie von der Versorgung abzuschneiden.
Genau dort, im Süden des Landes, sollen die ukrainischen Streitkräfte ihre nächsten Ziele im Visier haben. Dies zeigen Karten der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW), die mehrfach pro Woche mithilfe zahlreicher Satellitenbilder erstellt werden.
Werbowe im Visier: Ukraine will sich bis Tokmak und Melitopol vorkämpfen
Demnach soll die Siedlung Werbowe, aktuell noch unter russischer Besatzung, demnächst von der Ukraine angegriffen werden. Das Dorf liegt rund 19 Kilometer östlich von Robotyne und soll als Nächstes fallen. Der Generalstab der ukrainischen Armee teilte mit, dass seine Truppen bei Kämpfen in der Region bereits Erfolge erzielt hätten. Dies stimmt mit Aufnahmen überein, die vom ISW sowie dem osteuropäischen Nachrichtenportal Visegrad veröffentlicht wurden.
„Wir drängen den Feind zurück“, schrieb der Kommandeur der im Gebiet Saporischschja eingesetzten Truppen, Brigadegeneral Oleksander Tarnawskyj, am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal. Nach übereinstimmenden Berichten wird jetzt die nächste russische Linie angepeilt, die den Weg in die besetzten Städte Tokmak und Melitopol versperrt. Ziel ist, das etwa 90 Kilometer entfernte Asowsche Meer zu erreichen und die russischen Truppen voneinander abzuschneiden.
NEW: Ukrainian forces advanced near #Bakhmut in #Donetsk Oblast & #Robotyne in western #Zaporizhia Oblast on August 29.
— ISW (@TheStudyofWar) August 30, 2023
Russian sources continued to express concerns over Russian vulnerabilities in eastern & western Zaporizhia Oblast.
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Ukrainische Gegenoffensive wurde laut Experte „sorgfältig orchestriert“
Die gemeldeten jüngsten ukrainischen Vorstöße im Süden und Osten lassen vermuten, dass die ukrainische Gegenoffensive im Sommer „sorgfältig orchestriert wurde“, sagte der Kriegsbeobachter Mark Temnycky von der US-Denkfabrik Atlantic Councel im Gespräch mit Newsweek.
Das ISW erklärte zudem, dass Satellitenbilder und russische Behauptungen „wahrscheinlich darauf hindeuten, dass die ukrainischen Streitkräfte in die Nähe von Werbowe vorgerückt sind“. Hanna Malijar zufolge macht die Ukraine inzwischen auch im Osten wieder Fortschritte. Unter anderem sollen rund um die inzwischen zerstörte Kleinstadt Bachmut wieder Gefechte ausbrechen, wie die stellvertretende Verteidigungsministerin am Montag in einer Mitteilung erklärte. „An der Südflanke von Bachmut haben wir ein gewisses Vorrücken“, sagte Maljar. (nak/dpa)
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