VonMartin Premschließen
Deutschland will bei Waffenlieferungen „keine Alleingänge“. In Wahrheit will Kanzler Scholz, Putins wichtigster Telefonseelsorger, nicht liefern, kommentiert Martin Prem.
„Keine Alleingänge.“ Die Dauerparole von Bundeskanzler Olaf Scholz und seinen Hilfstruppen klingt plausibel. Moderne Kampfpanzer liefert Deutschland der Ukraine erst, wenn andere das auch tun. Was spricht dagegen?
Wer einen etwas detaillierten Blick hinter die Kulissen der Rüstungsindustrie werfen kann, weiß: Weder Briten noch Franzosen können liefern. Und auch die amerikanischen Abrams-Kampfpanzer sind auf dem Markt aktuell kaum verfügbar – und für die Ukraine zudem wohl ungeeignet.
Deutsche Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg: Scholz lässt die Ukraine im Stich
Nur die deutsche Rüstungsindustrie hat den Zugriff auf zahlreiche ausgemusterte Geräte, die mit vertretbarem Zeitaufwand auf den neuesten Stand gebracht werden können – oder dies bereits sind. Wenn die Ukraine überhaupt westliche Kampfpanzer bekommt, dann sind das Leopard 1, Leopard 2 oder eben gar keine. Scholz lässt die Ukraine also im Stich.
„Keine Alleingänge“ ist eine Ausrede. Die wahre Botschaft wäre: Wir wollen nicht liefern. Das könnte man auch klar sagen. Was Scholz hinter dem Gesagten und dem Ungesagten wirklich bewegt, weiß keiner, was große Teile der Nato inzwischen irritiert. Offenbar hat Putins wichtigster Telefonseelsorger mehr Verständnis für den russischen Despoten als es dieser verdient.
Martin Prem
