Der Absturz einer unbemannten Militärmaschine „russischer Produktion“ sorgt in Zagreb für Aufregung. Auch Tage später sind Fragen offen.
Update vom 14. März, 13.28 Uhr: Die über kroatischem Staatsgebiet abgestürzte Militärdrohne hatte einen Sprengkörper an Board. So berichtet das US-Nachrichtenportal abc-News in Berufung auf den kroatischen Verteidigungsminister Mario Banozic. „Das wirft weitere Fragen auf, ob es sich um ein russisches oder ukrainisches Flugzeug handelte“, so Banozic. „Wir haben Hinweise gefunden, die auf beide Länder deuten.“
Warum das Flugzeug über rumänisches und ungarisches Staatsgebiet flog, bevor es über Kroatien abstürzte, ist weiter unklar. Nach ersten Medienberichten, war es von der NATO beobachtet, aber nicht an Kroatien gemeldet worden. „Aktuell warten wir auf eine Antwort vom ungarischen und rumänischen Verteidigungsminister“, so Banozic. Aus dem Krater seien Flugzeugteile geborgen worden, darunter der Flugschreiber, die weiter untersucht würden.
Ukraine-Konflikt: Unbemanntes Militärflugzeug stürzt über Park in Zagreb ab
Erstmeldung vom 11.März, 12.02 Uhr: Zagreb - Über einem Park der kroatischen Hauptstadt Zagreb ist inmitten des Ukraine-Konflikts der Nacht zum Freitag ein unbemanntes Militärflugzeug abgestürzt. Das bestätigte der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Versailles. Menschen wurden nach Polizeiangaben nicht verletzt. Geparkte Autos wurden beschädigt.
Ukraine-Konflikt: Flugzeug stürzt über Zagreb ab - „nicht bekannt, ob von russischer oder ukrainischer Armee“
„Nach den uns vorliegenden Informationen handelt es sich um ein Flugzeug aus russischer Produktion“, sagte Plenkovic vor kroatischen Journalisten. „Es ist uns nicht bekannt, ob es im Besitz der russischen oder der ukrainischen Armee war“, fügte er hinzu. Das Fluggerät sei über Rumänien und Ungarn kommend in den kroatischen Luftraum eingedrungen. „Wir haben auch die ukrainische Seite kontaktiert, um zu erfahren, ob sie über Informationen darüber verfügt, wie das Flugzeug Zagreb erreicht hat“, führte Plenkovic weiter aus.
An der Absturzstelle im Zagreber Jarun-Park hinterließ das abgestürzte Flugobjekt nach Medienberichten einen Krater von drei Metern Breite und einem Meter Tiefe. Das Portal index.hr zitierte den ehemaligen Chef des Zivilschutzes der Stadt Zagreb, Pavle Kalinic, der meinte, dass es sich bei dem Objekt um eine Fernaufklärungs-Drohne vom sowjetischen Typ Tupolew M-141 gehandelt haben könnte. Dieses Fluggerät hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. (dpa)