Wagner-Chef sucht Konfrontation

EU urteilt über Russland: „Putins Koch“ Prigoschin sendet offenbar blutigen Hammer nach Brüssel

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Für die EU ist Russland nun ein Staat, der Terrorismus unterstützt. Die Antwort darauf kommt von Jewgeni Prigoschin, dessen Söldnergruppe Wagner ebenfalls in den Fokus geriet.

München - Ein blutiger Hammer für die EU? Dieses Geschenk ist als Warnung wohl kaum misszuverstehen. Das EU-Parlament in Brüssel wird aus Russland mit einem Vorschlaghammer bedacht. Absender ist die Gruppe Wagner, die um Ukraine-Krieg für den Aggressor kämpft. Jewgeni Prigoschin, Gründer und Finanzier der Söldnertruppe, sucht derzeit immer häufiger das Rampenlicht, so zeigte er sich etwa bei der Rekrutierung von Häftlingen.

Nun sucht er offenbar auch die Konfrontation mit der EU. Denn wie die Moscow Times berichtet, soll die Drohgebärde an den schmerzvollen Tod eines selbsternannten Wagner-Deserteurs erinnern, der mit einem Vorschlaghammer aus dem Leben geprügelt worden war, wie ein im Internet kursierendes Video zeigte.

Wird im Ukraine-Krieg immer präsenter: Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin bedenkt die EU offenbar mit einem Vorschlaghammer.

EU nennt Russland staatlichen Terrorismus-Unterstützer: Wagner-Chef antwortet mit Hammer

Das nun nach Brüssel geschickte Paket soll demnach eine Reaktion auf die EU-Entscheidung sein, Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs als „staatlichen Terrorismus-Unterstützer“ einzustufen, wie es Wolodymyr Selenskyj schon mehrmals empfohlen hatte. In diesem Zusammenhang sollte auch Prigoschins Söldnergruppe verurteilt werden.

Dem begegnete der Unternehmer, dem auch Ambitionen auf das Präsidentenamt von Wladimir Putin nachgesagt werden, nun mit dieser zweifelhaften Geste, während sich der Ukraine-Krieg nach Aussage eines ehemaligen US-Generals in Phase IV begibt. In einem Video ist zu sehen, wie einer von Prigoschins Mitarbeitern - laut gulagu.net, einem Projekt für die Rechte von Gefangenen, handelt es sich um seinen Anwalt Igor Jelisejew - einen Raum betritt und einen mitgebrachten Geigenkasten öffnet. Darin findet sich der Vorschlaghammer. An dessen Kopf ist das Wagner-Logo zu sehen, der Griff ist teilweise blutig.

Prigoschin will EU Hammer schicken: Sein Unternehmen spricht von „Informationsfall“

Eine zweite Person, die als Militärblogger bezeichnet wird, bekommt den Geigenkasten hingeschoben und soll diesen wohl nach Brüssel weiterleiten. Dem Bericht zufolge wurde der Mann von russischen Medien bereits mit Prigoschins sogenannter „Trollfarm“ in Verbindung gebracht. Er sollte ihm also auch in diesem Fall hörig sein.

Das vom Wagner-Chef geleitete Gastronomieunternehmen „Konkord“ nannte den Blogger in einem kurzen Social-Media-Statement einen „Vertreter von Cyber Front Z“, einem den Krieg unterstützenden Telegram-Kanal mit mehr als 100.000 Followern. Weiter wurde erklärt, „Putins Koch“ - so Prigoschins Spitzname - habe mit den Wagner-Kommandeuren besprochen, wie auf die EU-Abstimmung geantwortet werden sollte. Letztlich habe man sich auf einen „Informationsfall“ geeinigt.

Einen „Informationsfall“ in Form eines Hammers also. Ob dieser in Brüssel Eindruck macht, wird sich noch zeigen müssen. (mg)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS

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