VonNadja Orthschließen
Frankreichs Schützenpanzer sollen im Ukraine-Krieg nicht mehr an vorderster Front eingesetzt werden. Da sie zu dünn gepanzert sind, starben offenbar mehrere Soldaten.
Kiew - Die gelieferten Schützenpanzer aus Frankreich sollen im Ukraine-Krieg Probleme bereitet haben und nicht mehr an vorderster Front zum Einsatz kommen. Im Kampf gegen Russland sei ein AMX-10-RC-Schützenpanzer in einen starken Schusswechsel geraten und habe dem russischen Angriff nicht standhalten können. Vier Soldaten kamen dabei ums Leben, wie die britische Zeitung The Guardian unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
Frankreichs AMX-10 RC-Schützenpanzer versagt laut Kommandeur im Ukraine-Krieg
Die französischen AMX-10 RC-Schützenpanzer, die im Ukraine-Krieg im Kampf gegen Russland helfen sollen, werden auch „leichte Panzer“ genannt. Ihre Stärke sind vor allem schnelle Bewegungen, die durch das geringere Gewicht ermöglicht werden. Die AMX-10 RC-Schützenpanzer gelten somit als hochmobil. Ein ukrainischer Bataillonskommandeur sagte nun im Gespräch mit der AFP, dass die Schützenpanzer für Feuerunterstützung eingesetzt werden könnten. Für Angriffe an der Front seien sie aber „unpraktisch“. Gehen der Ukraine währenddessen schon die Leopard-Panzer aus? Russland meldet hohe Zahl an Abschüssen.
Vier ukrainische Soldaten wurden laut dem Kommandeur in einem aus Frankreich gelieferten Panzer getötet, als es zu einem Artilleriebeschuss durch russische Kämpfer kam. „Eine Granate explodierte in der Nähe des Fahrzeugs, die Splitter durchschlugen die Panzerung und der Munitionssatz detonierte“, berichtete er weiter. „Die Kanonen sind gut, die Beobachtungsgeräte sind sehr gut. Aber leider ist die Panzerung sehr dünn und es ist unpraktisch, sie an der Front einzusetzen.“
Panzer im Ukraine-Krieg: US- und britische Fahrzeuge schneiden offenbar besser ab
Frankreichs Präsident Macron hatte Selenskyj die leichten Panzer im Januar zugesichert und damit die ersten Panzer westlicher Bauart. Auch Länder wie Deutschland, die USA und Großbritannien zogen mit Lieferungen nach, darunter Panzer, die zu den Besten der Welt zählen. So lieferten die USA unter anderem Panzer des Typs M1 Abrams, Großbritannien zum Beispiel Kampfpanzer des Typs Challenger 2 und Deutschland den Kampfpanzer Leopard 2. Da es sich dabei nicht um leichte Panzer handelt, sind sie aufgrund ihrer anderen Art nicht mit Frankreichs AMX-10 RC-Schützenpanzer zu vergleichen.
Der Kommandeur des Bataillons habe Frankreichs Panzer laut The Guardian unterdessen mit gepanzerten Fahrzeugen des Typs MRAP wie dem US-amerikanischen Oshkosh und dem britischen Husky verglichen. Seiner Einschätzung nach seien sie widerstandsfähiger, sollten sie von einer Panzerfaust getroffen werden. (nz)
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