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Tschetschenien plant offenbar die Herstellung von „Dschihad-Autos“. Diese könnten russischen Soldaten bei künftigen Einsätzen an der Front von Vorteil sein.
Grosny – Um Kreml-Chef Wladimir Putin herum haben sich Machtzentren gebildet, die ihren Einfluss im Ukraine-Krieg ausbauen. Einer von ihnen ist Ramsan Kadyrow – er gilt als „Bluthund“ Putins. Als Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien ist Kadyrow berüchtigt für seine brutalen Herrschaftsmittel. Nach eigenen Angaben soll Kadyrow selber Kämpfer in die Ukraine geschickt haben. Nun soll Tschetschenien für Kadyrows Soldaten den Bau eines leichten, militärischen Nutzfahrzeugs, sogenannten „Dschihad-Maschinen“, planen.
Ukraine-Krieg: Für künftige Einsätze an der Kriegsfront – Kadyrow plant den Bau von „Dschihad-Maschinen“
Medienberichten zufolge will die tschetschenische Regierung den Bau der Dschihad-Maschinen in Auftrag geben. Jüngst habe es Gespräche mit der tschetschenischen Regierung und der russischen Föderation gegeben, berichtete die staatliche, russische Nachrichtenagentur tass und berief sich auf eine Quelle der tschetschenischen Regierung.
Dabei sei auch über die Produktion von „Dschihad-Autos“ diskutiert worden und wie sie künftig für die Ausbildung von russischen Spezialeinheiten in Tschetschenien eingesetzt werden können, heißt es. Zudem soll Tschetschenien erwägen, ein großes Militärzentrum aufzubauen. Dieses ist laut der tass für Reparaturen und Wartung militärischer Ausrüstung vorgesehen.
In Tschetschenien produzierte „Dschihad-Maschinen“ ähneln Geländewagen, die in Syrien eingesetzt werden
Die „Dschihad-Maschinen“ sollen vorerst an der russischen Universität für Spezialkräfte (Russian Special Forces University) in Gudermes getestet werden, berichtet tass. Der Militär-Analyst Viktor Litovkin sagte in einem Interview mit einem russischen Medium, dass die Modelle der„Dschihad-Maschinen“ Geländefahrzeugen ähneln, die bereits in Syrien auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden. Diese seien dafür bekannt, flink und beweglich zu sein, so Litovkin. „Die sind für Aufklärungsfahrten hinter feindlichen Linien und Angriffe an der Front ausgelegt“, zitiert der Telegraph Litowkin. „Sie sollen schnell angreifen und sich dann wieder verstecken.“
Laut der telegraph soll der Automobilhersteller Chechen Avto die Produktion der schnellen Kampf-Fahrzeuge für Kämpfer aus Tschetschenien angehen. Die bewaffneten Fahrzeuge werden laut Telegraph vom selben Produzenten hergestellt, welcher bereits ein vierrädrigen Militär-Buggy vom Typ Chaborz hergestellt hat.
Putins „Bluthund“: Soldaten unter Führung von Kadyrow gelten als besonders brutal
Kadyrow hat sich auch im Ukraine-Krieg einen unrühmlichen Namen gemacht, weil seine Soldaten als besonders brutal gelten. In einem Telegram-Beitrag schrieb Kadyrow, dass der Krieg gegen die Ukraine für die Freiwilligen eine „gottgefällige Mission“ sei. Allerdings scheinen seine Truppen in der Ukraine einen Rückschlag erlitten zu haben. Kiew reklamiert für sich, durch Artillerieschläge viele Tschetschenen getötet zu haben.
Kadyrow hat Putin auch kritisiert. Zuletzt hatten er und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin das angeordnete Bartverbot für russische Soldaten verurteilt. Doch obwohl Kadyrow sich kritisch zum russischen Militär geäußert hat, steht ihm der russische Präsident bislang freundlich gegenüber. So hat der Kreml-Chef Kadyrow Anfang Oktober zum Generaloberst befördert. Das ist hinter Marschall und Armeegeneral das dritthöchste Amt in der russischen Armee. (bohy)
