VonStephanie Munkschließen
Butscha ist zu einem Sinnbild für russische Verbrechen im Ukraine-Krieg geworden. Doch neue Bilder aus dem Kiewer Vorort sorgen nun für Hoffnung und Erstaunen.
Kiew- Grauen, Gewalt, Folter, Tod - der Kiewer Vorort Butscha ist vor allem durch Schlagworte wie diese in den vergangenen Wochen zu Bekanntheit gelangt. Die Welt schaute mit Entsetzen auf die einst gut situierte Stadt, als nach dem Abzug der russischen Truppen nur noch ein Bild der Zerstörung zu sehen war.
Das schlimmste: Hunderte Leichen lagen in Butscha auf den Straßen, darunter offensichtlich unbewaffnete Zivilisten, mit teils auf dem Rücken gefesselten Händen. Zur Last gelegt werden diese grauenhaften Taten russischen Soldaten, die ein Massaker angerichtet haben sollen. Die Vorgänge werden als Kriegsverbrechen gewertet und derzeit international geprüft.
Ukraine-Krieg: Vorher-Nachher-Bilder aus Butscha verbreiten Hoffnung
Jetzt ist auf der Diskussionsplattform Twitter ein Beitrag aufgetaucht, der Aufbruchsstimmung und Hoffnung verbreitet - und das ausgerechnet aus dem gebeuteltem Butscha. Veröffentlicht hat den Beitrag das ukrainische Nachrichtenportal The Kyiv Independent.
Das Portal zeigt eine Bildmontage mit zwei Fotos derselben Straße in Butscha, die kaum wiederzuerkennen ist. Einmal hat ein Reporter die Straße fotografiert, kurz nachdem die Russen wieder aus der Stadt verschwunden waren, voll von mit verkohlten Fahrzeugen, Trümmern und Verwüstung. Das zweite Foto zeigt die Straße nach Angaben des Portals einen Monat später, am 24. April. Die Straße scheint wieder befahrbar zu sein, der Asphalt ist geflickt und ausgebessert, Zäune wieder instandgesetzt. Ob das zweite Foto wirklich am 24. April entstanden ist, ist nicht unabhängig zu überprüfen.
Ukraine-Krieg: Twitter-Nutzer reagieren erstaunt - „Ukraine fähig, sich von Putins Krieg zu erholen“
Die Fotomontage löst bei Twitter-Nutzern Begeisterung und Bewunderung aus, wie den Kommentaren darunter zu entnehmen ist. „Hier ist der unfassbare Mut und die Motivation der Ukrainer zu erkennen“, ist zu lesen und: „Das ist atemberaubend“.
Weitere Kommentare sind: „Der Mut und die Widerstandskraft eurer Bevölkerung ist unfassbar“, „Der Optimismus und die Resilienz der Ukrainer kann nicht gebrochen werden“ sowie „Diese Bild hilft, der Welt zu zeigen, dass die Ukraine fähig ist, sind von Putins Krieg zu erholen“.
Ukraine-Krieg: Es gibt auch grausame News aus Butscha
Doch aus Butscha gibt es auch traurige Nachrichten: Forensiker kommen zu dem Schluss, dass in dem Vorort wohl eine besonders grausame Munition zum Einsatz kam: Winzige Metallpfeile, die zu tausenden aus Granaten fallen und in die Körper ihrer Opfer eindringen. Bei Untersuchungen an Leichen in den Massengräbern von Butscha kamen Überreste der sogenannten Fléchette-Granaten ans Licht.
Alles zu den militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg lesen Sie im News-Ticker. (smu)
