„Beobachten das genau“

Kreml „alarmiert“ wegen Bidens Ukraine-Rede: Der verteidigt Putin-Kritik - „Nehme ich nicht zurück“

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Joe Biden kürzlich in Warschau

US-Präsident Joe Biden hat Russlands Präsident Wladimir Putin mit Blick auf den Ukraine-Krieg einen „Schlächter“ genannt. Moskau ist „alarmiert“.

Update vom 28. März, 22.25 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat seine umstrittene Äußerung verteidigt, wonach der russische Staatschef Wladimir Putin wegen des Ukraine-Kriegs „nicht an der Macht bleiben“ könne. Biden sagte am Montag im Weißen Haus, er nehme seinen Satz „nicht zurück“. Er habe bei seiner Rede am Wochenende in der polnischen Hauptstadt Warschau „moralische Empörung“ zum Ausdruck gebracht und nicht eine neue US-Politik verkündet.

„Ich entschuldige mich nicht für meine persönlichen Gefühle“, sagte der US-Präsident. Biden bestritt außerdem auf Nachfrage von Journalisten, dass seine Äußerung den Ukraine-Krieg eskalieren lassen oder die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Kriegs erschweren könnten. Das Weiße Haus versicherte eiligst, Biden strebe keinen „Regimewechsel“ in Moskau an. Der Kreml bezeichnete Bidens Äußerungen an diesem Montag als „alarmierend“.

Ukraine-Krieg: Biden nennt Putin „Schlächter“ - dementiert nun aber brisante Forderung

Erstmeldung vom 28. März: Washington - „Diese Aussage ist ohne Zweifel alarmierend“: Mit diesen Worten hat Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag (28. März) Äußerungen von US-Präsident Joe Biden über Russlands Präsident Wladimir Putin kritisiert. Der Kreml werde die Äußerungen Bidens „weiterhin genau beobachten“.

Biden hatte Putin bei seinem Besuch in Polen am 26. März im Zusammenhang mit dem russischen Militäreinsatz in der Ukraine als „Schlächter“ bezeichnet und auch gesagt, der russische Präsident könne „nicht an der Macht bleiben“.

Biden dementierte unterdessen, dass er den Sturz Putins gefordert habe. Eine Reporterin fragte Biden am Sonntagabend (Ortszeit) im Anschluss an dessen Kirchenbesuch: „Herr Präsident, wollen Sie, dass Putin (von seinem Amt) entfernt wird? Herr Präsident, haben Sie einen Regimewechsel gefordert?“ Biden antwortete darauf: „Nein.“

Ukraine-News: Peskow bezeichnet Verhandlungen mit Selenskyj-Delegation in Istanbul als „wichtig“

Mit Blick auf die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland sagte Peskow, dass bei den bisherigen Gesprächsrunden „keine nennenswerten Erfolge oder Durchbrüche“ erzielt worden seien. Auch bei der Organisation eines möglichen Treffens zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gebe es „keine Fortschritte“.

Dennoch sei es wichtig, dass nun ein weiteres Treffen der Unterhändler in Istanbul angesetzt worden sei, sagte Peskow. Da die Delegationen beider Länder erst an diesem Montag (28. März) nach Istanbul gereist seien, sei es aber „unwahrscheinlich“, dass die Gespräche noch im Laufe des Tages beginnen.

Erste Verhandlungen auf Ministerebene zwischen der Ukraine und Russland am 10. März im türkischen Antalya hatten keine konkreten Fortschritte im Bemühen um eine Waffenruhe in der Ukraine gebracht. Seitdem wurden die Gespräche per Videokonferenz fortgeführt. (AFP/dpa/frs)

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