VonRichard Stroblschließen
Im Ukraine-Krieg plant Russland wohl einen vernichtenden Luftschlag gegen die „Festung“ von Mariupol. Das geht aus einem abgefangenen Funkspruch hervor.
Kiew - Russland hat im Ukraine-Krieg* offenbar seine neue Großoffensive im Osten des Landes begonnen. Vorausgegangen waren bereits massive Luftangriffe im ganzen Land, die offenbar den verstärkten Einsatz von Putins Bodentruppen vorbereiten sollten. Besonders brenzlig ist die Lage in Mariupol. Hier haben sich nach ukrainischen Angaben 2500 Kämpfer sowie knapp 1000 Zivilisten im Industriekomplex von Asowstahl verschanzt. Russland ist es bislang nicht gelungen, diese „Festung“ einzunehmen.
Ukraine-Offensive Russlands im Donbass: „Festung“ von Mariupol vor dem Fall
Am Dienstag hat Russland nun den Menschen im Werk eine zweistündige Feuerpause gegönnt - verbunden mit dem Ultimatum, das Werk zu verlassen. Russland berichtet, dass 120 Zivilisten daraufhin geflohen seien. Die prorussischen Separatisten dagegen meldeten, dass niemand den Korridor genutzt habe.
Den verbliebenen könnte nun ein bitteres Schicksal bevorstehen. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat am Dienstag nach CNN-Angaben einen vermeintlichen russischen Funkspruch abgefangen. Darin ist die Rede davon, dass Russland das Asowwerk „dem Erdboden gleichmachen“ will.
Ukraine fängt wohl Russland-Funkspruch zu Mariupol ab
Abgesetzt haben soll den Funkspruch der Anführer eines russischen Zuges knapp vier Kilometer vom Werk entfernt. Er sprach demnach von einer „Überraschung aus Russland“ und präzisiert später: „Eine drei Tonnen schwere (Überraschung, Anmerkung der Redaktion), vom Himmel.“
Auch auf die verbliebenen Zivilisten im Werk wird eingegangen: „Alle sind gegangen - alle, die wollten.“ Zudem spricht der Russe dem Bericht nach auch über die ukrainische Stadt Lysychansk in Luhansk, die „vom Antlitz der Erde ausgelöscht wird. Den dritten Tag in Folge.“
Es wäre nicht das erste Mal, dass russische Funksprüche abgefangen werden. Auch der BND hatte bereits russischen Funk mitgehört - die Informationen waren dann durch ein Leck an die Öffentlichkeit gelangt. CNN-Angaben zu Folge haben russische Truppen die Tendenz dazu, im Ukraine-Krieg Gespräche über ungesicherte Leitungen zu führen. Unabhängig prüfen ließ sich die Echtheit des Funkspruchs allerdings nicht.
Den Hintergrund zum Ukraine-Krieg haben wir hier für Sie zusammengefasst. (rjs)
