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Zwölf russische Generäle will die Ukraine seit Kriegsbeginn bereits getötet haben. Dabei dürften Kiews Armee wohl auch Geheimdienstinformationen aus den USA geholfen haben.
München/Kiew – Der russische Krieg in der Ukraine läuft für Russlands Präsident Wladimir Putin längst nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Beobachter sind sich einig, dass Putin nicht mit einem derartigen Widerstand der Ukraine gerechnet hat. SPD-Außenpolitiker Michael Roth sieht Russlands Angriff sogar bereits als verloren. „Putin und Russland sind in der Ukraine längst gescheitert“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag gestern dem ZDF. „Die Ukraine kann sogar diesen Krieg gewinnen.“ Das brutale russische Vorgehen sei vor allem ein „Akt der Verzweiflung“, meinte Roth.
Ukraine-Krieg: Kiew meldet 12 getötete Generäle Russlands - USA soll Informationen geliefert haben
Verheerend für Russland: Angeblich wurden bereits mehrere russische Generäle von ukrainischen Streitkräften getötet. Die ukrainische Armee nimmt für sich in Anspruch, seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar zwölf russische Generäle durch gezielten Beschuss getötet zu haben. Und das ging offenbar nicht ohne Hilfe des Westens. Wie die „New York Times“ berichtet, versorgten die USA die ukrainische Armee mit wichtigen Informationen.
Unter Berufung auf Geheimdienstkreise, schreibt die US-Zeitung, dass die USA insbesondere die Standorte der „mobilen Hauptquartiere der russischen Armee“ ausfindig machen und diese Informationen teilen. So konnten die Ukrainer die Kommandostände demnach mit Artillerie angreifen. Vom Nationalen Sicherheitsrat der USA heißt es zwar, die US-Regierung stelle „Informationen auf dem Schlachtfeld zur Verfügung, um den Ukrainern bei der Verteidigung ihres Landes zu helfen“, so eine Sprecherin. Jedoch hegten die USA nicht die Absicht, dass russische Generäle getötet werden, betonte die Sprecherin weiter.
Moskau bestätigt Verlust der Generäle nicht - Waffenruhe in Mariupol gebrochen
Von russischer Seite wurde die Tötung der angeblich zwölf Generäle nicht bestätigt. Dass solch ranghohe Offiziere fallen, gilt als ungewöhnlich. Lediglich der Tod von General Andrej Suchowezkij, der stellvertretende Kommandeur der 41. Armee, wurde Anfang März bestätigt. Wie der „Spiegel“ berichtet, soll zudem General Walerij Gerassimow im ostukrainischen Isjum nur knapp dem Tod durch einen Artillerieschlag entkommen sein. Gerassimow ist der Generalstabschef der russischen Streitkräfte und gehört zum engsten Zirkel von Putin. Er soll sich demnach selbst an die Front begeben haben, um die stockend verlaufende Offensive im Donbass voranzutreiben.
Ukrainische Kämpfer haben russischen Truppen unterdessen einen Bruch der vereinbarten Waffenruhe zur Evakuierung von Zivilisten aus dem Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol vorgeworfen. „Wieder einmal haben die Russen das Waffenstillstandsversprechen gebrochen und die Evakuierung von Zivilisten, die sich weiterhin in den Kellern des Werks verstecken, nicht erlaubt“, sagte der Vizekommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, in einer Videobotschaft. Rund 200 Zivilisten sollen weiter in den Bunkeranlagen des Werks ausharren, wo sich auch die verbliebenen ukrainischen Kämpfer verschanzt haben. Am vergangenen Wochenende waren mehr als 150 Menschen aus Azovstal gerettet worden. Weitere Versuche von Evakuierungen aus der Stadt am Asowschen Meer scheiterten jedoch. (Leonie Hudelmaier/Hannah Wagner)
