VonBedrettin Bölükbasischließen
Der Ukraine-Krieg gewinnt auch in Russland nicht die Zustimmung von allen. Ein bekannter Putin-naher Regisseur warf nun mit kruden Drohungen um sich.
München/Moskau - Der Ukraine-Konflikt läuft aktuell alles andere als nach der anfänglichen Vorstellung des russischen Machthabers Wladimir Putin. Russland ging von einem schnellen Vorrücken und einem glorreichen Sieg aus, doch die ukrainische Verteidigung machte dem Kreml einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Scheitern der russischen Offensive auf Kiew dauern die Kämpfe nun im Osten der Ukraine an. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Aufgrund des starken Widerstands ukrainischer Truppen kommen Putins Soldaten nur stockend voran und erleiden hohe Verluste, wie beispielsweise auch um die Schlangeninsel im Schwarzen Meer, wo ihre Situation immer düsterer wird.
Die schwierige Situation der russischen Armee in der Ukraine sorgt auch in Putins engem Kreis für eine bedrückte Stimmung, die sich in deren Fernsehprogrammen widerspiegelt. Der Frust führt mittlerweile zu immer heftigeren öffentlichen Aussagen, sowohl gegen die ukrainische Bevölkerung als auch Russen, die sich gegen den Angriffskrieg Russlands stellen. Ein Putin-naher, bekannter russischer Regisseur drohte den Gegnern der Ukraine-Invasion nun mit den schwersten Konsequenzen, unter anderem Konzentrationslagern.
Ukraine-Krieg: Putin-Freund und Regisseur Schachnasarow droht „Z“-Gegnern - „alles sehr ernst“
„Keine Gnade“, versprach der russische Regisseur und Produzent Karen Schachnasarow in einer Sendung im russischen Staatsfernsehen Rossija-1. Schachnasarow ist seit 1998 Generaldirektor des staatlichen Filmkonzerns Mosfilm. Neben der Filmindustrie scheint er sich aber auch für Politik ganz im Sinne des Kreml zu interessieren. Er befindet sich im engen Umfeld von Putin und erhielt 2018 sogar einen Orden von ihm.
Regisseur Schachnasarow ging nun mit skandalösen Aussagen besonders hart auf die Gegner der russischen Invasion los. Zur Beschreibung des Angriffs bediente er sich dabei dem Buchstaben „Z“, welcher seit Beginn des Krieges auf russische Panzer, Fahrzeuge sowie Uniformen aufgetragen wird und sich zu einem weltweit bekannten Symbol des Übergriffs auf die Ukraine entwickelt hat. Das Zeichen, dessen Bedeutung bis heute noch nicht vollständig entziffert werden konnte, wird von Unterstützern des russischen Angriffs mit Stolz getragen. In der Ukraine und im Westen ist die Nutzung in Verbindung mit dem russischen Angriffskrieg jedoch verboten.
In seinem Fernsehauftritt beim staatlichen Rossija-1 im Programm des pro-Kreml Moderators Wladimir Solowjow wandte sich der russische Regisseur an die „Gegner des Z“. Für sie werde man kein Erbarmen haben, stellte er klar. „Die Gegner des Z müssen verstehen, falls sie auf Gnade zählen, nein, es wird keine Gnade für sie geben“, sagte Schachnasarow. Nun sei „alles sehr ernst“, warnte er und unterstrich, was laut seiner Auffassung auf die Gegner der russischen Offensive warte: „In diesem Fall bedeutet das Konzentrationslager, Umerziehung und Sterilisation.“
“The opponents of the letter Z must understand that they will not be spared. Everything is serious here: concentration camps, re-education, sterilization!” - this was declared by Shakhnazarov on the state TV #RussiaWarCrimes pic.twitter.com/s3HKhsiSEj
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) May 4, 2022
Ukraine-Krieg: Schachnasarow unterstützte bereits Krim-Annektierung - „aus dem Kontext gerissen“
Mit Bezug auf die Ukraine ist der Name des Regisseurs jedenfalls nicht neu. Schon 2014 tauchte Schachnasarow in Verbindung mit der illegalen Annektierung der Krim auf. Er befand sich damals unter den russischen Prominenten, die einen Brief zur Unterstützung der Politik von Putin in Verbindung mit der Krim unterzeichneten, wie die New York Times berichtete. Damals führte er an, die Ukraine habe keine „legitime“ Regierung. Jetzt äußerte sich der Regisseur, dessen Filme nach Angaben von Mosfilm mehr als 50 internationale und nationale Auszeichnungen erhielten, auch zur Invasion der Ukraine.
Neben seiner Tätigkeit als Regisseur ist Schachnasarow besonders im Hintergrund der Ukraine-Krise häufiger im Staatsfernsehen zu Gast. Noch Anfang März stellte er dort ein Ende des Angriffs auf die Ukraine als die womöglich strategisch bessere Option für Russland in Aussicht, doch jetzt trat er mit einer aggressiveren Haltung in Erscheinung. Später verteidigte sich der Regisseur und sagte, seine Worte seien aus dem Kontext gerissen worden, wie die britische The Times mitteilte. Demnach wollte er jedoch nicht weiter erläutern, in welchem Kontext denn seine Worte tatsächlich gefallen seien. (bb)
