Moderne Sklaverei?

Putins Nordkorea-Deal: So soll Kim jetzt in der Ukraine helfen

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Russland hat den Donbass im Angriffskrieg auf die Ukraine stark zerstört. Nun hat Putin offenbar einen Plan für den Wiederaufbau. Verträge mit Nordkorea soll es bereits geben.

Kiew — Russland erkennt die Gebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Volksrepubliken an. Doch im Angriffskrieg auf die Ukraine wurde der Donbass von Russland selbst stark zerstört. Putin scheint nun einen Plan zu haben, die Gebiete günstig wieder aufzubauen — mit der Hilfe Nordkoreas. Wie die Bild erfahren haben will, wurde bereits ein Vertrag unterzeichnet. Kim Jong-un zeigte bereits zuvor Interesse, Wladimir Putin im Ukraine-Krieg auszuhelfen.

Ukraine-Krieg: Russland soll Verträge mit Nordkorea für den Wiederaufbau haben

Der Plan sieht, nach Informationen der Bild, vor, dass nordkoreanische Bausoldaten den Wiederaufbau im Donbass erledigen. Im Gegenzug soll Kim Jong-un finanzielle Hilfen für Nordkoreas Atomprogramm, mit dem er jüngst den USA drohte, aus Russland bekommen. Demnach sollen schon bald tausende, nordkoreanische Soldaten in Donezk eingesetzt werden, die unter besonderen Bedingungen zur Verteidigung bereit sind, so Bild.

Bereits Anfang August hatte Nordkorea klargemacht, dass sie bereit sind, Russland aktiv im Krieg zu helfen. Wie die Daily Mail russische Nachrichtenagenturen zitiert, hatte Kim Jong-un Putin sowohl Bauarbeiter zur Reparatur von Kriegsschäden, als auch Soldaten angeboten. Gegen Energie und Getreide wäre er bereit, 100.000 Soldaten anzubieten, so die Berichte. Nordkorea hatte die Unabhängigkeit der Gebiete im Donbass am 13. Juli anerkannt. Das war eine Voraussetzung für den aktuellen Deal zwischen der Volksrepublik und China, so die Bild.

Putin und Kim Jong-un sollen einen Vertrag zum Wiederaufbau des Donbass geschlossen haben. Hier die beiden bei einem Treffen im Jahr 2019 in Nordkorea (Archivbild).

Die Ukraine hatte auf die Ankündigung Chinas im Juli die diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea umgehend abgebrochen. Sollte Nordkorea tatsächlich Arbeitskräfte gegen Atomförderungen in den Donbass entsenden, würde das gegen die Sanktionen des UN-Sicherheitsrats zu Chinas Atomwaffen- und Raketenprogramm verstoßen, berichtet unter anderem der Indian Express.

Ukraine-Krieg: Separatistenführer richtet Botschaft an Kim Jong-un — „bilaterale Zusammenarbeit“

Auch der Anführer der russischen Vertretungskräfte in der ostukrainischen Region Donezk scheint bereit, mit Nordkorea zusammenzuarbeiten. In einer Botschaft an Kim Jong-un beglückwünschte Denis Puschilin am 17. August den Machthaber zur Unabhängigkeit Nordkoreas. Er verglich die Geschichte des Landes mit dem Donbass, das gerade ebenfalls für seine Freiheit kämpfe, so die Nachricht, die die staatliche koreanische Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte.

Ukraine-Besuche im Krieg – Die Politik zeigt Solidarität

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit den Staats- und Regierungschefs des Europäischen Rates während einer gemeinsamen Pressekonferenz  im März 2022.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (vorne) empfängt im März 2022 hohen Besuch (von links): Jaroslaw Kaczynski (Vize-Ministerpräsident von Polen), Petr Fiala (Ministerpräsident der Tschechischen Republik), Janez Jansa (Verteidigungsminister von Slowenien), Mateusz Morawiecki (Ministerpräsident von Polen) sind zu Gast in Kiew. © imago-images
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte am 08. April ein Massengrab in der Stadt Butscha.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besuchte am 08. April ein Massengrab in der Stadt Butscha. Flankiert wird sie vom slowakischen Ministerpräsidenten Eduard Heger (links) und dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell (rechts).  © SERGEI SUPINSKY/AFP
Wolodymyr Selenskyj (links) und Karl Nehammer in Kiew am 09. April 2022
Selenskyj traf sich mit dem österreichischen Bundeskanzler Nehammer für bilaterale Gespräche. © imago
Der britische Premierminister Boris Johnson besuchte die Ukraine, um seine Solidarität auszudrücken
Der britische Premierminister Boris Johnson besuchte die Ukraine, um seine Solidarität auszudrücken. © AFP PHOTO / the Ukrainian Presidential Press Service
Der polnische Präsident Andrzej Duda besichtigt mit Militärschutz den ukrainischen Ort Borodjanka.
Der polnische Präsident Andrzej Duda besichtigt mit Militärschutz den ukrainischen Ort Borodjanka. © Jakub Szymczuk/dpa
Die Präsidenten der baltischen Staaten und Polen reisten in die Ukraine, um Selenskyj zu treffen.
Die Präsidenten der baltischen Staaten und Polen reisten in die Ukraine, um Selenskyj (Mitte) zu treffen (von links): Gitanas Nauseda (Litauen), Andrzej Duda (Polen), Egils Levits (Lettland) und Alar Karis (Estland). © Jakub Szymczuk/Kprp/dpa
Der US-Verteidigungsminister und der US-Außenminister trafen sich Ende April mit Selenskyj in Kiew.
Der US-Verteidigungsminister Lloyd Austin (links in der Mitte) und der US-Außenminister Anthony Blinken (rechts daneben) trafen sich Ende April mit Selenskyj in Kiew. © Ukraine President s Office/imago
Während dem Besuch des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres am 28. April 2022 griff Russland Kiew an.
Während des Besuchs des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres am 28. April 2022 griff Russland Kiew an. © AFP PHOTO/UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz traf sich mit Wladimir und Vitali Klitschko in Kiew.
Der CDU-Parteivorsitzende Friedrich Merz traf sich mit Wladimir und Vitali Klitschko (rechts) in Kiew.  © Efrem Lukatsky/dpa
Auf seinem Weg in die Ukraine besucht Gregor Gysi (Die Linke) in Lemberg eine Suppenküche.
Auf seinem Weg in die Ukraine besucht Gregor Gysi (Die Linke) in Lemberg eine Suppenküche. © Michael Schlick/dpa
Anniken Huitfeldt und Masud Gharahkhani (Norwegen) besuchen eine Kirche in der Region Kiew.
Anniken Huitfeldt und Masud Gharahkhani (Norwegen) besuchen eine Kirche in der Region Kiew. © Pavlo_Bagmut/imago
Selenskyj beobachtet, wie Justin Trudeau (Kanada) einem unbekannten Soldaten die Hand schüttelt
Selenskyj beobachtet, wie Justin Trudeau (Kanada) einem Soldaten die Hand schüttelt. © SERGEI SUPINSKY/AFP
Die Band U2 signiert eine Fahne, als sie die Ukraine am 8. Mai 2022 besucht.
Bono (Mitte) und The Edge (Zweiter von links) von der Band U2 signieren eine Fahne, als sie die Ukraine am 8. Mai 2022 besuchen. © SERGEI CHUZAVKOV/AFP
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne) besucht als erstes deutsche Kabinettsmitglied die Ukraine.
Annalena Baerbock (Bündnis 90/Grüne) besucht als erstes deutsche Kabinettsmitglied die Ukraine. © Efrem Lukatsky/dpa
Selenskyj und Minderheitsführer im Senat Mitch McConnell im Gebäude der Präsidialverwaltung in Kiew.
Selenskyj und Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, im Gebäude der Präsidialverwaltung in Kiew. © Ukraine Presidency/imago

Der Separatistenführer äußerte die Hoffnung, dass „zwischen der Volksrepublik Donezk und der Demokratischen Volksrepublik Korea eine ebenso vorteilhafte bilaterale Zusammenarbeit erreicht werden wird, die den Interessen der Völker beider Länder entspricht“, heißt es in der Meldung. Indes haben die Vereinten Nationen angekündigt, verschobene Grenzen niemals anzuerkennen. Großbritannien und die USA sicherten der Ukraine weitere Waffenlieferungen zu. (chd)

Rubriklistenbild: © Sergei Ilnitsky / dpa

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