Kurz vor Nato-Test

Putins Marine rückt aus: Über 100 Schiffe – bei Manöver im Pazifik und in der Ostsee

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Die russische Marine rückt aus für ein Flottenmanöver im baltischen Meer im Mai/Juni 2023. (Archivfoto)
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Russland demonstriert im Ukraine-Krieg seine Stärke zu Wasser. Im Pazifik und der Ostsee präsentiert sich die Marine.

Kaliningrad – Die russische Marine rückt zu einem großangelegten Manöver in der Ostsee und im Pazifik aus. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, soll es sich dabei nur um eine Übung handeln. In der Ostsee sollen 40 Schiffe, 25 Kampfflugzeuge und mehr als 3500 Soldaten in das Flottenmanöver involviert sein. Der Pressedienst der russischen Ostseeflotte teilte am Montag (5. Juni) mit, die Marineübung solle bis zum 15. Juni dauern und diene dazu, das Personal in der „Verteidigung der Seekommunikation und der Flottenstützpunkte“ zu schulen.

Parallel dazu hat das russische Militär auch seine Pazifikflotte am Montag in ein Übungsmanöver geschickt. An der Übung im Japanischen und Ochotskischen Meer nehmen nach Angaben des Pressedienstes der Pazifikflotte sogar mehr als 60 Schiffe, 35 Kampfjets und Hubschrauber sowie mehr als 11.000 Soldaten teil. Insgesamt sind derzeit mehr als 100 Schiffe der russischen Marine im baltischen Meer und dem Pazifik unterwegs.

Die gesamte russische Seekriegsflotte umfasst fast 600 Schiffe, darunter ein Flugzeugträger und etwa 70 U-Boote. Erst im April ließ Präsident Wladimir Putin die Muskeln spielen und veranlasste ein riesiges Flottenmanöver im Fernen Osten Russlands.

Russland rüstet Schwarzmeerflotte auf: Gefahr für Raketenangriff „extrem hoch“

Auch im Schwarzen Meer baut Russland seine Flotte aus. Informationen der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform zufolge, soll die russische Schwarzmeerflotte um zwei Überwasser- und zwei Unterwasser-Raketenträger erweitert worden sein. Die Schiffe verfügen über eine gemeinsame Salve von bis zu 24 Kalibr-Raketen. Laut einer Beurteilung des ukrainischen Militärs ist die Gefahr vor einem Raketenangriff in der südlichen Region nun „extrem hoch“.

Sicherheitsanalysten auf der ganzen Welt beobachten die Entwicklung der Lage sehr genau. Die verstärkte Präsenz von Raketenträgern könnte die ohnehin angespannten Beziehungen in der Region destabilisieren und haben möglicherweise Auswirkungen auf das Sicherheitsgleichgewicht in ganz Osteuropa, schreibt das Nachrichtenportal Navy Recognition mit Schwerpunkt auf Marine- und Verteidigungsnachrichten.

Neben russischem Flottenmanöver: Nato plant großes Luftwaffenmanöver „Air Defender“

Neben der russischen Demonstration der Stärke auf dem Wasser bereitet sich auch die Nato auf eine großangelegte Machtvorführung in der Luft vor. Im Juni beginnt im Luftraum über Deutschland mit dem Manöver „Air Defender 23“ die größte Luftoperation seit Bestehen der Nato. „Die 25 Partner und die Nato üben die gemeinsame Reaktionsfähigkeit ihrer Luftstreitkräfte bei einer Krisensituation“, teilt die Bundeswehr dazu mit. Mitte Juni sollen sich 220 Flugzeuge und Kampfjets über dem europäischen Himmel präsentieren. (aa/dpa)

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