Aussagen aus Aktivisten-Video

„Er erledigte sie einfach“: Putin-General soll eigene verwundete Soldaten erschossen haben

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Ein am 16. Mai vom russischen Verteidigungsministerium publizierter Videoscreenshot: Ein russischer Soldat feuert auf Stellungen der Ukraine.
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Im Ukraine-Krieg erheben russische Soldaten schwere Vorwürfe gegen einen ihrer Kommandeure - und das offenbar in ukrainischer Kriegsgefangenschaft.

Kiew - Der Ukraine-Krieg wird seit Beginn auch in den sozialen Netzwerken geführt. Auf Telegram, Facebook oder Youtube schildern beide Seiten jeweils ihre Sicht. Seltener geht es dabei um Friedensverhandlungen, öfter um das militärische Geschehen - oder direkte Kriegsverbrechen-Vorwürfe.

Ukraine-Krieg: Hat ein Putin-General russische Soldaten erschossen?

Nun machen Anschuldigungen die Runde, dass ein General von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg verwundete russische Soldaten erschoss, anstatt sich um deren medizinische Versorgung zu kümmern. Das sollen Befragungen von russischen Soldaten in ukrainischer Gefangenschaft belegen.

Der ukrainische Aktivist Wolodymyr Zolkin hat am 12. Mai auf seinem Youtube-Kanal ein entsprechendes Video hochgeladen, das - Stand 18. Mai - fast eine Million Aufrufe und gut 7000 Kommentare verzeichnet. In dem Clip sind fünf junge Männer zu sehen, deren Aussagen die britische Daily Mail ins Englische übersetzte.

Vorwürfe im Ukraine-Krieg: Putin-General tötet eigene verwundete Soldaten

Einer von ihnen schilderte Zolkin demnach diese Szene aus dem Kampfgeschehen. Es ging um einen seiner russischen Kameraden. „Er lag verwundet auf dem Boden. Er wurde gefragt, ob er noch gehen könne, dann wurde er erschossen.“ Und zwar von seinem eigenen General. Mit vier oder fünf weiteren russischen Soldaten sei der General ebenso verfahren, erzählte die Gruppe. Den verwundeten Männern hätte noch geholfen werden können: „Er erledigte die Verwundeten einfach.“

Aus Zolkins Video geht nicht hervor, wo diese Taten begangen worden seien, zu welchem Bataillon die betroffenen Soldaten gehörten und wo die in dem Video Aussagenden befinden sollten. Zolkin soll für „Open Media Ukraine“ arbeiten. Auf der Facebook-Selbstbeschreibung des Portals heißt es: „Wir sind eine Gemeinschaft unabhängiger Blogger und Journalisten. Wir sind raus aus der Politik. Wir sind für eine freie Ukraine.“

„Gemetzel“ im Ukraine-Krieg? Kriegsverbrechertribunal gegen Putin geplant

Das britische Boulevardblatt Daily Mail sprach in dem Zusammenhang von einem „Gemetzel“ unter russischen Soldaten. Deren Kollegen der konservativen New York Post griffen den Bericht über das Video auf. Beide zitieren Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit einer offenbar aktuellen Aussage, ihm lägen „keinerlei Informationen“ über in der Ukraine verwundete Soldaten vor.

Der Internationale Strafgerichtshofs hatte zuletzt angekündigt, wegen der Vorwürfe massiver Kriegsverbrechen insbesondere gegen russische Soldaten 42 Ermittler in die Ukraine zu entsenden. Die britische Außenministerin Liz Truss zeigte sich am Mittwoch (18. Mai) offen für ein Kriegsverbrechertribunals gegen Putin und seine Führung. (frs)

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