VonFabian Müllerschließen
Derzeit werden in Deutschland hunderte ukrainische Soldaten am M1 Abrams ausgebildet, ab Herbst soll er im Ukraine-Krieg eingesetzt werden. Doch der Panzer hat seine Tücken.
Kiew – Einige Wochen wird es noch dauern, dann wird das ukrainische Militär über ein neues Waffensystem verfügen: Derzeit werden auf US-Militärbasen in Deutschland rund 400 Ukrainer am M1 Abrams ausgebildet. Zehn bis zwölf Wochen soll sich das laut dem Pentagon noch hinziehen, ab dem Herbst könnten die Panzer im Krieg in der Ukraine eingesetzt werden. Das berichtet das ukrainische Portal Kyiv Independent.
Der M1 Abrams gilt als mächtige Waffe, hat allerdings auch seine Tücken. Der Panzer ist schwer zu bedienen, Munition und Instandhaltung sind vergleichsweise teuer. Vor allem der Motor gilt als Schwachstelle, alle zwölf Stunden muss ein Filter gereinigt werden. Falls das versäumt wird oder der Motor aus anderen Gründen versagt, ist eine Reparatur auf dem Schlachtfeld kaum möglich, der Motor muss entnommen werden und von Experten gewartet – im Krieg ein gigantischer Nachteil.
M1-Abrams-Panzer im Ukraine-Krieg: USA bildet hunderte Soldaten aus
31 M1 Abrams wollen die USA an die Ukraine liefern, die Stärke eines vollen ukrainische Panzerbataillons. Damit die ukrainischen Streitkräfte den Panzer schneller einsetzen können, sollen sie mehreren Medienberichten zufolge sogar auf die modernere M1A2-Variante verzichtet haben. Die wäre erst 2024 verfügbar gewesen.
Laut Experten ist das allerdings kein Nachteil, die ausgelieferte M1A1-Variante soll vom Hersteller überarbeitet worden sein und ähnlich schlagkräftig wie die modernere Version. Wie genau das Waffensystem eingesetzt wird, ist allerdings noch unklar, zum Beispiel, ob der Abrams im direkten Panzer-gegen-Panzer-Kampf eingesetzt werden wird. Bislang ist es im Ukraine-Krieg nur sporadisch zu solchen direkten Konfrontationen gekommen.
Für die Ukraine bedeuten die westlichen Panzer wie der Abrams, Leopard und der Challenger jedoch einen enormen technologischen Fortschritt gegenüber den alten sowjetischen T-64 und T-72. Militärexperten gehen davon aus, dass die modernen Panzer in Kombination mit Schützenpanzern wie dem M2 Bradley oder dem CV-90 die ukrainische Infanterie unterstützen werden, Durchbruchsoperationen sollen so erheblich erleichtert werden. So könnte der Abrams bei der angekündigten ukrainischen Offensive zu einem entscheidenden Faktor werden. (fmü)
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